Die griechische Regierung hat Presseberichte zurückgewiesen, wonach das Land bei den Chinesen um Kredit hat anfragen lassen. Allerdings bestätigte Athen, dass es eine Werbetour vor asiatischen Investoren plane. Das Dementi schickte griechische Staatsanleihen auf Talfahrt. Der Risiko-Aufschlag im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen schoss auf einen neuen Rekord seit Einführung des Euro. Damit muss Griechenland für zehnjährige Staatsanleihen nun 3,32 Prozentpunkte mehr berappen als die Bundesrepublik, der sicherste Schuldner in Europa.
Zuvor hatten die Financial Times und Nachrichtendienste berichtet, Griechenland wolle sich mit chinesischer Milliardenhilfe finanziellen Spielraum verschaffen. Athen verhandele mit Peking über den Kauf von Staatsanleihen im Wert von fünf bis 25 Milliarden Euro, berichtete die Financial Times. Die US-Investmentbank Goldman Sachs habe dazu die chinesische Devisenbehörde kontaktiert.
Peking habe dem Geschäft bisher noch nicht zugestimmt. Athen habe seinerseits den Vorschlag zurückgewiesen, eine chinesische Bank an der griechischen Nationalbank (NBG) strategisch zu beteiligen, hieß es. Ein Volumen von fünf bis zehn Milliarden Euro soll laut Berichten inzwischen wahrscheinlicher geworden sein.
Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sieht im Schuldenproblem seines Landes einen Test des Euro-Gebiets. "Das ist der erste ernsthafte Test der Euro-Zone", sagte der Minister in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "In der Euro-Zone hatten wir kein System, das mit einer Krise dieser Art hätte umgehen können", sagte er auf die Frage nach den Auswirkungen des Falls Griechenland auf den Euro. (heu/rtr/dpa)
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