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Bankenhilfe für Griechenland: Nur ein PR-Gag

Ging es Anfang des Jahres um einen Fonds für den deutschen Mittelstand, steht nun die Beteiligung der Banken an der Hilfe für Griechenland auf dem Plan. Von Robert von Heusinger

Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: Josef Ackermann.
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: Josef Ackermann.
Foto: dpa

Frankfurt. "Herr Ackermann ist schon das zweite Mal mit dem selben Hut unterwegs", lästert ein Bankmanager in Frankfurt. Wieder soll der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, die Finanzbranche hinter einem Ziel der Bundesregierung vereinen - per Freiwilligkeit, versteht sich. Ging es Anfang des Jahres um einen Fonds für den deutschen Mittelstand, steht nun die Beteiligung der Banken an der Hilfe für Griechenland auf dem Plan.

Auf Wunsch des Finanzministers sei Ackermann unterwegs, wird kolportiert, ein bis zwei Milliarden Euro sollen eingesammelt werden. Die Financial Times Deutschland will bereits erfahren haben, dass die Deutsche Bank 500 Millionen springen lässt, die Allianz 300 Millionen und die Münchener Rück 200 Millionen Euro. Damit sollen griechische Titel zu den selben Konditionen gekauft werden wie sie die Bundesrepublik den Hellenen in Rechnung stellt.

Weder die Deutsche Bank noch die Allianz wollen sich dazu äußern: "Kein Kommentar". Auch bei anderen Banken wird abgewiegelt. Der Plan stehe noch nicht fest, heißt es. Sollen die deutschen Banken noch mehr Griechenland-Risiko auf ihre Bücher packen? Oder sollen sie versprechen, ihr Engagement, das mit 45 Milliarden Euro das zweitgrößte hinter dem französischer Institute ist, nicht zu verringern?

Bei allen schönen Worten: Was sind solche Versprechen angesichts eines Kapitalmarktes wert, an dem es Kreditausfallversicherungen und andere Derivate gibt? Mit diesen Dingern kann jede Bank das Risiko sofort weiterreichen. Deshalb sind diese Versprechen nie zu überprüfen.

"Ein Feigenblatt für die Politik", ist unter Experten noch die höflichste Interpretation dieses PR-Gags. Apropos: Wie war noch die Geschichte mit dem Mittelstandsfonds? Die Regierung lud zum Kreditgipfel. Die Kreditklemme stand auf der Tagesordnung. Da es keine vorzeigbaren Ergebnisse gab, wurde flugs behauptet, Ackermann sammele in der Branche Geld ein. Bis heute hat noch keine Bank einen Cent in den Fonds eingezahlt. Nur die Deutsche Bank sah sich in der Pflicht und stellte 300 Millionen zur Verfügung, von denen jedoch auch noch kein Cent ausgezahlt worden ist, wie das Institut bestätigte.

Autor:  Robert von Heusinger
Datum:  3 | 5 | 2010
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