Ludwigshafen. BASF-Aufsichtsratschef Eggert Voscherau wirft der Politik Versagen bei der Bewältigung der Finanzkrise vor. "Die Macht des Systems ist ungebrochen, nichts von Substanz ist bisher geschehen, um eine Wiederholung zu vermeiden", sagte Voscherau.
Bisher sei keines der riskanten Finanzinstrumente verboten, es gebe noch immer Kreditverbriefungen und spekulative Versicherungsscheine.
Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut. Analysen und Kommentare, Fotostrecken und Abstimmungen im neuen Spezial: Banken im Umbruch.
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"Die Wall Street hat bisher nur eine Schlacht verloren, nicht den Krieg", warnte Voscherau. "Das Imperium hat sich behauptet", die Politik aber "scheut die Machtfrage", fügte er hinzu.
In Ludwigshafen diskutierten Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften, Politik und Wirtschaftswissenschaft über das Thema "Nachhaltige Industriepolitik als Weg durch die Krise".
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte seinen Besuch der Veranstaltung wegen Verkehrsproblemen in München ab.
Voscherau schrieb derweil der Politik ins Stammbuch, sie tue zu wenig, um eine Wiederholung des Finanzcrashs zu verhindern. Es gebe zwar Kontrollen für Lebensmittel und Kartoffeln, Leerverkäufe an den Börsen seien aber nach wie vor nicht verboten.
"Die ungezügelte Gier lebt, und das System ist bereits wieder hungrig", mahnte Voscherau. Eine Volkswirtschaft, in der mit Spekulation wesentlich mehr Geld verdient werde als mit harter Arbeit, fahre "gegen die Wand", so Voscherau. (ddp)
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