Frankfurt a.M. Wer hätte das gedacht: Mit Andreas Dombret rückt ausgerechnet ein ehemaliger Investmentbanker, der seine Brötchen zunächst bei der Deutschen Bank und später dann bei JP Morgan, Rothschild und Bank of America verdient hat, in den Vorstand der Bundesbank. Im Mai 2008 war der 51-Jährige bereits als Chef der Staatsbank KfW im Gespräch.
Dombret ersetzt in der Notenbank Hans-Helmut Kotz, dem Bundesbankpräsident Axel Weber erst im Mai 2009 das wichtige neue Ressort Finanzstabilität und Märkte anvertraut hatte. Anders als Dombret gilt der ausgewiesene Finanz- und Kapitalmarktkenner Kotz jedoch als SPD-nah.
Der Deutsch-Amerikaner Dombret, der von 2005 bis 2009 bei der Bank of America als Vice Chairman Europa und Vorsitzender der Geschäftsleitung für Deutschland, Österreich und die Schweiz tätig war, wird unter anderem neben den Ex-Politikern Thilo Sarrazin, Rudolf Böhmler und Carl-Ludwig Thiele Platz nehmen.
Wohl auch vor diesem Hintergrund soll Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon gesagt haben: "Ein echter Banker tut der Bundesbank gut." Dombrets Berufung wurde im Finanzausschuss des Bundesrates einstimmig beschlossen. (mit rtr)
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