Die Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft, besser bekannt als Degi, friert ihren Offenen Immobilienfonds Degi International erneut ein. Ab sofort gibt sie von diesem Fonds für mindestens drei Monate keine Anteilscheine mehr aus - und nimmt keine zurück. Anleger haben bis zum Ablauf dieser Frist lediglich die Möglichkeit, ihre Anteile mit einem Abschlag an der Börse zu verkaufen.
Die einstige Tochter der Dresdner Bank begründete diese Entscheidung am Dienstag mit einem "sprunghaften Anstieg der Mittelrückflüsse" im Sog einer "öffentlichen Diskussion über mögliche Verlustrisiken bei Offenen Immobilienfonds". Die Rede ist von 250 Millionen Euro.
Würde das Unternehmen die Rücknahme von Anteilscheinen nicht aussetzen, wäre es zu überhasteten Verkäufen von Immobilien gezwungen, um liquide zu sein. Darunter würde der Preis leiden, was negative Folgen für die Rendite des Fonds hätte und die verbliebenen Anleger schädigen würde. Der Degi International war bereits vom 31. Oktober 2008 bis 31. Januar 2009 geschlossen.
Auch vom Degi Europa, dem zweiten großen Fonds der Kapitalsammelstelle, sind zunächst keine Anteile mehr erhältlich. Die Rücknahme von Anteilen ist bereits seit Ende 2008 ausgesetzt. Wie Aberdeen gestern mitteilte, ist die Rücknahmesperre jetzt um ein weiteres Jahr bis zum 30. Oktober 2010 verlängert worden.
Aberdeen verkauft aktuell keine Anteile der beiden Fonds, weil sich nach vorbereiteten Immobilienverkäufen womöglich die Ausrichtung des Portfolios verändert.
Ein kleiner Trost für die Degi-International-Anleger: Zum 30. September betrug die Einjahresrendite 3,8 Prozent und lag damit über dem Branchenschnitt.
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.
Heute machen sich die Politiker wieder für Regulierung stark. Die Frankfurter Rundschau erinnert an die Worte von gestern - und veröffentlicht exklusiv den Deregulierungs-Index. Mehr...