"Die Branche ist wieder da" - Banken schütten offenbar Boni-Zahlungen wie lange nicht mehr aus. Ausnahme: Deutschland.
Auch die Manager der Deutschen Bank dürfen sich über dicke Boni-Zahlungen freuen...
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Auch die Manager der Deutschen Bank dürfen sich über dicke Boni-Zahlungen freuen...
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New York/London –
An der Wall Street hat die schönste Zeit des Jahres begonnen. Jedenfalls für die Finanzprofis der Investmentbanken, die in diesen Tagen ihre Bonuszahlungen erhalten. Die offizielle Statistik, die der New Yorker Rechnungshof alljährlich erstellt, ist noch nicht veröffentlicht. Nach dem, was Brancheninsider erzählen, kassieren die Banker schon wieder, als ob in den vergangenen Jahren nichts geschehen wäre.
„Die Boni steigen wieder, 2010 war für Investmentbanker besser als das Vorjahr“, sagt etwa Jeanne E. Branthover, die als Headhunterin der Personalberatung Boyden auf die Vermittlung von Kapitalmarktexperten spezialisiert ist. „Die Branche ist wieder da.“
Doch obwohl es in den USA zum guten Ton gehört, öffentlich über die Höhe seines Gehalts zu plaudern, dringt bislang wenig konkretes über die diesjährigen Bonuszahlungen nach außen. Die öffentliche Schelte, die sich die Banker nach der mit Steuergeld finanzierten Bankenrettung gefallen lassen mussten, hat offenbar Spuren hinterlassen. James Gorman, Chef der Großbank Morgan Stanley soll in einer internen Sitzung mit Führungskräften gedroht haben, jeden, der vor Journalisten auch nur das kleinste Detail über die Höhe der Vergütungen preisgibt, persönlich nach draußen zu geleiten.
Chefs fordern Stillschweigen
Der schwarze Freitag 1929
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Der schwarze Freitag 1929
Blick auf die aufgewühlte Menge auf den Straßen vor der New Yorker Börse 1929. Der 25. Oktober 1929 wird als "schwarzer Freitag" bezeichnet, doch am 24. und am 29. Oktober 1929 sind die größten Kursrückgänge des Dow-Jones-Aktienindex mit 12,8% bzw. 11,7% fesgestellt worden. Wie konnte das passieren?
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Ein zurerst nur leichter Rückgang des Wachstums der weltweit führenden US-amerikanischen Volkswirtschaft hat den spekulativ überbewerten Aktienmarkt von Amerika am 24. Oktober 1929 zusammenbrechen lassen.
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Anleger, die eben noch investieren, ziehen ihr Geld überstürzt zurück. Dieser abrupte Kreditabzug hat weltweit zu wirtschaftlichen Krise geführt. Auf die unterschiedlich reagiert worden ist.
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1929 sind die Vereinigten Staaten die mit Abstand größte Exportnation und produzieren die Hälfte der industriellen Güter. Die Schockwellen der Depression breiten sich über die ganze Welt aus. Präsident Hoover reagiert noch zögerlich. Erst sein Nachfolger Franklin D. Roosevelt greift durch und initiiert den "New Deal" im Jahr 1933.
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Kurz vor dem großen Crash hatte die Comicfigur Mickey Mouse ihren ersten großen Auftritt im Kino mit Steamboat Willie.
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Zusätzlich wird durch wachstumsfördernde öffentliche Investitionen , die durch Schuldenaufnahmen finanziert werden, in das Marktgeschehen eingegriffen. Bis dahin verlieren Millionen von Amerikanern (hier: 1929 in der Wall Street in New York) innerhalb von wenigen Tagen ihr Vermögen.
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Die Auswirkungen in den USA sind besonders für die Bauern katastrophal gewesen. Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte fallen von 1929 bis 1933 um fünfzig Prozent, wodurch zehntausende Bauern ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können und ihr Land verlieren.
Ein Obstverkäufer auf dem Broadway im Jahr 1929, der versucht die Erzeugnisse an den Mann zu bringen.
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In England streiken die Textilarbeiter.
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Geldscheine, die während der Inflation nur noch Makulatur waren, werden im Jahr 1923 abgewogen.
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1930: Unzählige Arbeitslose stehen in mehreren Reihen in einer langen Schlange vor dem städtischen Obdachlosenheim in New York und warten auf ein Bett ...
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Mit einem Hungermarsch ziehen Menschen aus New York und Neu England nach Washington D.C. - unterwegs in Chester angekommen, demonstrieren sie gegen die Arbeitslosigkeit
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Auch in New York wird demonstriert.
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Auch in Australien stehen die Menschen vor den Banken Schlange - und dürfen pro Woche höchstens drei Pfund abheben.
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In Newark kommen die Obdachlosen in einer Zeltstadt unter.
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Auch in einer Zeltstadt bleibt den Frauen die Hausarbeit überlassen.
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Wirtschaftsexperte John Maynard Keynes (links, 1883 - 1946) bei einer Konferenz in Genua 1922.
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Heinrich Brüning (undatierte Aufnahme) ist in Deutschland Reichskanzler zur Zeit der Wirtschaftskrise.
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Ihm folgt nach Ernennung durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (links) der Reichskanzler Adolf Hitler.
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Die Goldenen 20er finden ein jähes Ende. Stichtag: der 25. Oktober 1929. In allen Industrienationen kommt es zum schweren volkwirtschaftlichen Kollaps. Unternehmenszusammenbrüche, Arbeitslosigkeit und Deflation sind die Folgen. Die Weltwirtschaftskrise hat begonnen. Er soll als der "schwarze Freitag" in die Geschichte eingehen.
Aufgeregte Aktionäre vor der New Yorker Börse am 29. Oktober 1929. Der Kurszusammenbruch der New Yorker Börse löst die Weltwirtschaftskrise , die von 1929 bis 1931 andauert, aus.
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Die Finanzkrise - wie alles begann
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Die Finanzkrise - wie alles begann
Im April 2007 muss einer der größten US-Hypotheken-Anbieter Gläubigerschutz bei der Börsenaufsicht beantragen. Die New Century Financial hat sich mit Risikokrediten verkalkuliert, die die Schuldner nicht mehr zurückzahlen können. Die Bank wird zahlungsunfähig und bleibt ihren Gläubigern selbst acht Milliarden Dollar schuldig. 3200 Leute verlieren ihren Job, viele Amerikaner müssen ihre Häuser verkaufen.
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Schon schrillen an der Wall Street die Alarmglocken: Zwei Hedgefonds der New Yorker Investmentbank Bear Stearns haben in großem Stil in die Immobilien-Papiere investiert. Die Bank erleidet dramatische Kurseinbrüche. Sie wird zwar in letzter Minute durch eine Finanzspritze von der amerikanischen Notenbank gerettet, der Kursrutsch hat an der Börse allerdings Panik ausgelöst.
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Bei den Menschen lösen die Nachrichten Panik aus: Besorgte Kunden stürmen im September 2007 die Schalter der britischen Bank Northern Rock. Die Regierung und die Bank von England garantieren die Einlagen, Northern Rock wird vom Staat übernommen.
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Die Krise rollt über den Atlantik nach Deutschland: Die deutsche Mittelstandsbank IKB erlebt eine Fast-Pleite - ebenfalls durch riskante Spekulationen. Nach dem Notverkauf an einen Finnazinvestor rollen die Köpfe. Diese beiden sollen die nun Industriebank aus der Krise führen: Der neue Vorstandsvorsitzende Günther Bräunig und Finanzvorstand Reinhard Grzesik.
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Anfang September 2008 stolpern die beiden größten Baufinanzierer der USA, Fannie Mae und Freddie Mac, über die faulen Kredite. Am Ende mischt sich die US-Regierung in den Markt ein und greift beiden Instituten unter die Arme. Beide Banken zusammen tragen etwa die Hälfte aller amerikanischen Hypotheken.
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Damit die Geldmärkte durch die großen Wertverluste an den Aktienmärkten nicht austrocknen, pumpen die EZB und Notenbanken auf der ganzen Welt kurzfristig mehrere hundert Milliarden in den Geldmarkt. Trotzdem können sie die Katastrophe nicht verhinden...
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Der 15. September 2008 wird wohl als "schwarzer Montag" in die Geschichte eingehen: Die einflussreiche US-Bank Lehman Brothers muss Insolvenz anmelden.
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Lehmans Konkurrent Merrill Lynch wird von der Bank of America aufgekauft. Von heute auf morgen müssen hunderte Banker ihre Büros räumen. Sie stehen nun auf der Straße und beobachten fassungslos den Untergang der sicher geglaubten Bankenwelt.
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Der US-Leitindex Dow Jones erleidet den stärksten Tagesverlust seit den Terrorattacken am 11. September 2001. Auch der Dax bricht zusammen. An den Börsen weltweit herrscht der Ausnahmezustand.
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Und wieder lässt das Echo in Deutschland nicht lange auf sich warten: Die deutschen Landesbanken, allen voran die WestLB und die BayernLB, verzeichnen millionenschwere Abschreibungen. Sie hatten in großem Stil bei Lehman Brothers investiert.
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Den größten Patzer leistet sich die Mittelstandsbank IKB: Obwohl die Pleite von Lehman Brothers inoffiziell schon bekannt ist, überweist das Management 336 Millionen Euro. Das Geld ist weg - die Verantwortlichen müssen das Bankhaus ebenfalls verlassen.
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Der Versicherungsriese AIG gerät durch Milliardenverluste in akute Kapitalnot. Der Aktienkurs bricht um 68 Prozent ein, die Weltbörsen setzen ihre Talfahrt fort. Die Notenbanken pumpen noch einmal fast 150 Milliarden Euro in den Geldmarkt. Tags darauf rettet die Bank of America AIG mit einem Kredit von 85 Milliarden Dollar.
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Auf der ganzen Welt rücken die überlebenden Banken zusammen: Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley nimmt Fusionsverhandlungen mit dem US-Finanzkonzern Wachovia auf. Die britische Großbank Lloyds TSB übernimmt die kriselnde schottische Bank HBOS.
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Die US-Regierung unter der Führung von Finanzminister Henry Paulson ersinnt am 19. September ein milliardenschweres Rettungspaket und löst damit ein Kursfeuerwerk an den Börsen aus. Paulson wird als "King Henry" gefeiert. Die USA und Großbritannien verhängen ein weitreichendes Verbot für sogenannte Leerverkäufe, also Wetten auf sinkende Aktienkurse.
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Am 22. September kippt das 75 Jahre alte Modell der unabhängigen US-Investmentbanken: Die letzten verbliebenen Institute, Goldman Sachs und Morgan Stanley, geben ihren Sonderstatus auf und werden gewöhnliche Geschäftsbanken.
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Geldmann für Goldman: Der Amerikaner Warren Buffett wird zum milliardenschweren Schutzengel und unterstützt die ehemalige Investmentbank Goldman Sachs mit einer beispiellosen Finanzspritze. Damit verhindert er den Zusammenbruch eines weiteren traditionellen Bankhauses.
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Die größte Sparkasse der USA, Washington Mutual, fällt der Finanzkrise zum Opfer. Sie wird von JPMorgan Chase übernommen. In Europa bangen die Menschen um ihre Spareinlagen.
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Die Bankenkrise sorgt sogar für einen kurzfristigen Waffenstillstand im US-Wahlkampf. Ein Krisentreffen zwischen Präsident Bush und den beiden Kandidaten, Barack Obama und John McCain, bleibt allerdings ergebnislos. Der Senat stimmt nach tagelangen Debatten dem überarbeiteten Rettungsplan zu, der zusätzliche 100 Milliarden Dollar für Hausbesitzer und Unternehmen vorsieht.
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Doch die Krise ist nicht aufzuhalten und zieht weite Kreise in Europa: Der belgisch-niederländische Immobilienfinanzierer Fortis erleidet den größten Kursverlust seiner Geschichte. Der belgische Staat stellt schließlich in Absprache mit der EU-Kommission das rettende Finanzpaket.
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Ein ähnliches Schicksal erleidet die deutsche Hypo Real Estate. Auch hier springt der Staat rettend ein und löst damit eine Debatte um eine "Komplettlösung" für den Bankensektor aus. Andere europäische Länder wie Irland und Österreich haben bereits einen staatlichen Schutzmantel in Form einer Einlagensicherung über ihre Landesbanken gebreitet.
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Auch die Bundesregierung möchte den Sparern die Angst nehmen. Am 6. Oktober spricht Angela Merkel nach stundenlangen Verhandlungen eine Garantie für die Spareinlagen ihrer Bürger aus.
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Doch auch die guten Nachrichten vermögen die Talfahrt an der Börse nicht zu stoppen: Der Dax fällt am gleichen Tag auf einen historischen Tiefststand.
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Nebel über Island: Auf der Insel beginnt ein beispielloser Bank-Run. Kunden der Kaupthing-Bank, die im Ausland mit Zinssätzen von über sechs Prozent um Sparer geworben hatte, bleiben im Unklaren über ihre Einlagen. Deutsche Verbraucherschützer sind empört.
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Ende Oktober fordert die Finanzkrise in Deutschland ihr erstes politisches Opfer: Erwin Huber, bayrischer Finanzminister, stolpert über die desolate Lage der landeseigenen BayernLB, die als erste Bank unter den 500-Milliarden-Euro schweren Rettungsschirm des Bundes schlüpft.
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Nach der angeschlagenen Hypo Real Estate greift Anfang November auch die Commerzbank in großem Stil auf das Rettungspaket der Bundesregierung zurück und bessert damit ihr Kapital auf.
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Mitte November: Nach den Banken gerät die nächste Branche in Bedrängnis. Fast alle deutschen Autobauer drosseln die Produktion. Opel, deutsche Tochter der amerikanischen General Motors, ruft nach staatlicher Hilfe - und noch ist kein Ende der Spirale in Sicht.
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Text: Miriam Olbrisch
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So fing es an: Börsenkurse auf der ganzen Welt brechen ein. (Archiv)
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Im Stillen zahlen die Banken jedoch offensichtlich so viel wie lange nicht. Nach Recherchen der New York Times etwa überweist Goldman Sachs in diesem Jahr 17,5 Milliarden Dollar an variablen Gehaltsbestandteilen. Das ist fast so viel wie vor der Krise: 2007 summierten sich die Boni auf 20,2 Milliarden. Immerhin konnte sich das Haus dazu durchringen, die Auszahlung zeitlich zu strecken. Da setze sich branchenweit durch, sagt Headhunterin Branthover.
Auch in London steigen die Boni wieder. Ein Jahr, nachdem die inzwischen abgewählte Mitte-Links-Regierung den Finanzprofis der nur mit Steuergeld am Leben gehaltenen Investmentbanken mit einer Strafsteuer auf Boni den Spaß verdarb, sprudeln die variablen Anteile offenbar wieder kräftig. Barclays-Chef Bob Diamond, der seine Banker-Kollegen zum Ende der Reue aufrief, kassiert für 2010 angeblich einen Bonus von bis zu acht Millionen Pfund (9,3 Millionen Euro). Stephen Hesters, Chef der in der Krise verstaatlichten Royal Bank of Scotland, soll 2,5 Millionen Pfund erhalten.
In Deutschland stellt sich die Situation etwas anders dar. Zumindest die Institute, die den Bankenrettungsfonds anzapfen mussten, sind gesetzlich zu einer Deckelung der Gehälter auf 500.000 Euro im Jahr verpflichtet. Commerzbank, Hypo Real Estate und die meisten Landesbanken können sich daher keine Boni-Exzesse erlauben. Lediglich die Deutschen Bank, deren Investmentbanking in London angesiedelt ist, kann in diesem Punkt mit den angelsächsischen Wettbewerbern mithalten. Die Chancen auf hohe Boni stehen wohl gut, nachdem sich Vorstandschef Joseph Ackermann in Davos zuversichtlich zeigte, dass das Institut die eigenen Ziele erreicht.
Vielleicht noch ernüchternder als die absolute Höhe der Boni ist die Form der Vergütung. Nach Angaben einer Sprecherin des New Yorker Rechnungshofes zahlen die Banken Boni verstärkt nicht mehr in bar, sondern als Aktienoptionen aus. Genau diese Vergütungsform identifiziert der Bericht der US-Regierung jedoch als Mitverursacher der Finanzkrise. Sie hätten den Anreiz gesetzt, Deals durch die Aufnahme zusätzlicher Schulden künstlich aufzublähen, was am Ende das Debakel vervielfachte.