Griechenland verhandelt weiter mit Gläubigern über die Bedingungen des Schuldenschnitts. Der Regierungschef Papademos droht: Wenn die Banken nicht einlenken, will er sie zum Forderungsverzicht zwingen.
In Athen verhandelt die griechische Regierung mit Banken und Fonds über die Bedingungen des geplanten Schuldenschnitts.
Bei der Rettung Griechenlands gibt es noch viele Baustellen. Das übergeordnete Ziel: Die Schuldenlast der Hellenen soll bis 2020 von 170 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden, damit das Land an den Markt zurückkehren kann. Dafür müssten Banken und Fonds auf die Hälfte der ausstehenden Schuld verzichten, rund 100 Milliarden Euro.
Plaßmann und die Finanzkrise
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Plaßmann und die Finanzkrise
Euro-Krise - nicht mehr zu übersehen. (FR vom 14.7.2011)
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Der Stolz der Hellenen (FR vom 30.6.2011)
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Taschengeld in Staatsanleihen (FR vom 18.6.2011)
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Wohl das Mindeste (FR vom 8.4.2011)
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Vertrauen in den Euro schwindet (FR vom 11..4.2011)
Inflationsängste (FR vom 12.3.2011)
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Plaßmann: Eurokrise (FR vom 26.11.2010)
Frankfurter Rundschau vom 24. November.
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Frankfurter Rundschau vom 23. September 2008
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Plaßmann: Hilfe für Irland (FR vom 13.11.2010)
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Machtphantasien (FR vom 18.7.2011)
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Für die verbleibenden 100 Milliarden Euro sollen sie Athen neue, billige Kredite geben, die von den Euroländern mit 30 Milliarden Euro abgesichert werden. Zusätzlich soll Athen aus dem Rettungsfonds EFSF 100 Milliarden Euro Finanzhilfe bekommen.
Verhandelt wird vor allem über die Zinsen, welche die Banken für ihre neuen Griechenland-Kredite erhalten sollen. Der Privatsektor verlangte zunächst mehr als fünf Prozent.
Vor allem in Deutschland wollte man aber deutlich weniger als drei Prozent zugestehen. Denn je höher die Zinsen, desto weniger sinkt die griechische Verschuldung.
Aus Bankenkreisen heißt es, ein Deal mit Zinsen zwischen vier und fünf Prozent rücke näher. Der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos drohte damit, die Banken zu einem Schuldenschnitt zu zwingen. Denn wenn sich nicht ausreichend Institute freiwillig beteiligen, klafft am Ende eine erhebliche Finanzierungslücke.
Die Schulden der Staaten
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Schon auf dem zweiten Platz findet sich der erste Europäer: Italien hat laut Deutscher Bank 127 Prozent Schulden gemessen am BIP für 2010 (laut Eurostat: 119 % / IWF 2011: 120,3 %) . An die Sparbemühungen glauben die Banker offenbar auch nicht, denn für 2020 gehen sie von 131 Prozent aus.
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Griechenland kommt gleich dahinter mit 123 Prozent des BIP (Eurostat 2010: 142,8% / IWF 2011: 152,3%) - doch hier sieht die Prognose bis 2020 noch düsterer aus: 171 Prozent.
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Frankreich steht derzeit bei 92 Prozent des BIP (2020: 114%)
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Gleichauf liegen die USA mit ebenfalls 92 Prozent Staatsverschuldung gemessen am BIP - allerdings sieht die Prognose mit 133 Prozent für 2020 deutlich schlechter aus.
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Schon früh zählte Portugal zu den Krisenstaaten - doch mit 91 Prozent Staatsverschuldung (Eurostat: 93 Prozent / IWF 2011: 90,6%) liegt es unter den USA. (2020: 132) Dagegen liegt die Prognose für Ungarn bei 97 Prozent für 2020 (2010: 90%)
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Mit derzeit 83 Prozent liegt Großbritannien eigentlich im Mittelfeld - doch die Prognose für 2020 geht deutlich hoch auf 124.
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Deutschland folgt umgehen mit 82 Prozent Staatsverschuldung (Eurostat: 83,2 / IWF 2011: 80,1) auf. Für 2020 werden immerhin 97 Prozent vorhergesagt.
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Irland wird laut Prognose seine Staatsverschuldung auch nicht in den Griff bekommen, sondern von 81 (Eurostat 96,2% / IWF 2011: 114,1%) auf 118 Prozent steigern.
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Indien verzeichnet 2010 eine Staatsverschuldung von 89 Prozent des BIP - bis 2020 soll sie sogar auf 52 Prozent zurückgehen.
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Ungarn hat laut EU und OECD 2011 eine Schuldenquote von 75,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
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Spanien hat 68 Prozent Staatsverschuldung (Eurostat: 60,1% / IWF 2011: 63,9%), die sich auf 93 Prozent steigern soll.
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Polen hat eine Staatsverschuldung von 63 Prozent und vorhergesagt werden für 2020 dann 77 Prozent.
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China hat eine Staatsverschuldung von 46 Prozent (2020: 34%) - Südafrika liegt sogar mit 39 Prozent noch etwas darunter.
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Mexiko kann auf eine sehr niedrige Staatsverschuldung von 24 Prozent blicken - die sich bis 2020 sogar fast halbieren soll.
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Gerade einmal zehn Prozent beträgt die Staatsverschuldung in Russland - dem einzigen Land, das bis 2020 sogar auf 0 Prozent kommen soll.
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Für Estland liegt keine Prognose vor - derzeit beträgt die Staatsverschuldung 6,3 Prozent des BIP laut IWF (6,6% laut Eurostat).
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Luxemburg hat laut Eurostat 18,4 Prozent Staatsverschuldung 2010.
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Die Staaten der Welt leben auf Pump - teilweise liegt die Staatsverschuldung bei rund 200 Prozent über dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Wir zeigen ausgewählte Beispiele und die von der Deutschen Bank in einer Analyse prognostizierten Schulden für 2020. Japan übertrifft dabei alle anderen Länder: Die Staatsverschuldung lag 2010 bei 197 Prozent des BIP - bis 2020 könnte der Schuldenberg 246 Prozent des BIP erreichen.
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AFP
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Dass Berlin oder Paris auf die von ihnen angebotenen 130 Milliarden Euro noch eine Schüppe drauflegen, gilt als politisch selbstmörderisch. „Merkel und Sarkozy können ja nicht mit der Begründung mehr Geld geben, dass einige Hedgefonds auf die Rückzahlung ihrer gesamten Kredite beharren“, sagt Schuldenfachmann Guntram Wolff vom Brüsseler Thinktank Bruegel. „Ich fürchte, es wird ohne Zwang nicht gehen.“
Die griechische Regierung könnte beschließen, alle laufenden Verträge rückwirkend um Verlustklauseln zu ergänzen. Wenn Athen sich für bankrott erklären muss, könnten alle Investoren letztlich zu Abschreibungen über 50 Prozent gezwungen werden.
Das hätte die Konsequenz, dass Kreditausfallversicherungen (CDS) fällig würden, mit denen sich Anleger gegen einen Schuldenschnitt abgesichert haben. „Wozu genau das führt, weiß niemand“, warnt Experte Wolff. „Denn die Aufsichtsbehörden wissen nicht, welche Banken oder Versicherungen dann zahlen müssten und daran womöglich zusammenbrechen würden.“
Internationale Experten müssen in den kommenden Tagen noch einmal prüfen, wie es um die griechischen Finanzen steht. Wenn der Deal mit dem Privatsektor schon feststeht, die Troika aber eine zusätzliche Milliardenlücke entdeckt, dann säßen die Euro-Länder in der Zwickmühle.
In diesem Fall müssten sie entweder den Euro-Tropf noch weiter aufdrehen - oder die Notoperation für gescheitert erklären. (dapd, jon)