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Eurokrise: Papademos will Schuldenschnitt notfalls erzwingen

Griechenland verhandelt weiter mit Gläubigern über die Bedingungen des Schuldenschnitts. Der Regierungschef Papademos droht: Wenn die Banken nicht einlenken, will er sie zum Forderungsverzicht zwingen.

In Athen verhandelt die griechische Regierung mit Banken und Fonds über die Bedingungen des geplanten Schuldenschnitts.

Worüber wird verhandelt?

Bei der Rettung Griechenlands gibt es noch viele Baustellen. Das übergeordnete Ziel: Die Schuldenlast der Hellenen soll bis 2020 von 170 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden, damit das Land an den Markt zurückkehren kann. Dafür müssten Banken und Fonds auf die Hälfte der ausstehenden Schuld verzichten, rund 100 Milliarden Euro.

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Für die verbleibenden 100 Milliarden Euro sollen sie Athen neue, billige Kredite geben, die von den Euroländern mit 30 Milliarden Euro abgesichert werden. Zusätzlich soll Athen aus dem Rettungsfonds EFSF 100 Milliarden Euro Finanzhilfe bekommen.

Die Streitpunkte

Verhandelt wird vor allem über die Zinsen, welche die Banken für ihre neuen Griechenland-Kredite erhalten sollen. Der Privatsektor verlangte zunächst mehr als fünf Prozent.

Vor allem in Deutschland wollte man aber deutlich weniger als drei Prozent zugestehen. Denn je höher die Zinsen, desto weniger sinkt die griechische Verschuldung.

Papademos droht

Aus Bankenkreisen heißt es, ein Deal mit Zinsen zwischen vier und fünf Prozent rücke näher. Der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos drohte damit, die Banken zu einem Schuldenschnitt zu zwingen. Denn wenn sich nicht ausreichend Institute freiwillig beteiligen, klafft am Ende eine erhebliche Finanzierungslücke.

Die Schulden der Staaten

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Dass Berlin oder Paris auf die von ihnen angebotenen 130 Milliarden Euro noch eine Schüppe drauflegen, gilt als politisch selbstmörderisch. „Merkel und Sarkozy können ja nicht mit der Begründung mehr Geld geben, dass einige Hedgefonds auf die Rückzahlung ihrer gesamten Kredite beharren“, sagt Schuldenfachmann Guntram Wolff vom Brüsseler Thinktank Bruegel. „Ich fürchte, es wird ohne Zwang nicht gehen.“

Was bedeutet das?

Die griechische Regierung könnte beschließen, alle laufenden Verträge rückwirkend um Verlustklauseln zu ergänzen. Wenn Athen sich für bankrott erklären muss, könnten alle Investoren letztlich zu Abschreibungen über 50 Prozent gezwungen werden.

Das hätte die Konsequenz, dass Kreditausfallversicherungen (CDS) fällig würden, mit denen sich Anleger gegen einen Schuldenschnitt abgesichert haben. „Wozu genau das führt, weiß niemand“, warnt Experte Wolff. „Denn die Aufsichtsbehörden wissen nicht, welche Banken oder Versicherungen dann zahlen müssten und daran womöglich zusammenbrechen würden.“

Internationale Experten müssen in den kommenden Tagen noch einmal prüfen, wie es um die griechischen Finanzen steht. Wenn der Deal mit dem Privatsektor schon feststeht, die Troika aber eine zusätzliche Milliardenlücke entdeckt, dann säßen die Euro-Länder in der Zwickmühle.

In diesem Fall müssten sie entweder den Euro-Tropf noch weiter aufdrehen - oder die Notoperation für gescheitert erklären. (dapd, jon)

Datum:  18 | 1 | 2012
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