Der Fall Goldman Sachs betrifft nicht nur Goldman Sachs. Neben der Schweizer UBS und der von der Bank of America übernommenen Investmentbank Merrill Lynch gehört offenbar auch die Deutsche Bank zu den Finanzinstituten, die jetzt angesichts der Ermittlungen gegen die US-Investmentbank unter Druck geraten. Denn die US-Börsenaufsicht SEC hat angekündigt ihre Untersuchungen auch auf andere Banken, auszudehnen. Sie wirft Goldman Sachs vor, Anleger mit einem Finanzprodukt getäuscht und um mehr als eine Milliarde Dollar gebracht zu haben.
Der deutsche Branchenprimus hatte sich genau wie Goldman Sachs auf Wett-Geschäfte mit dem Hedgefonds von John Paulson eingelassen. Die Klage gegen Goldman Sachs ließ die Aktie der Deutschen Bank nun an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen einbrechen. Seit Freitag verlor das Institut fast zehn Prozent seines Börsenwerts.
Branchenprimus schweigt
Zwischen 2005 und Ende 2006 legte die US-Tochter der Deutschen Bank mehrere Finanzmarktpapiere auf, mit denen Anleger von den hohen Immobilienpreisen in Amerika profitieren sollten (sogenannte CDO). Gleichzeitig verkaufte sie Ausfallversicherungen an Hedgefonds, die auf das Gegenteil - also das Platzen der Blase - setzten. Die Deutsche Bank wollte sich am Montag nicht dazu äußern.
Unterdessen drohen Goldman gerichtliche Schritte auch in Deutschland. Die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB, der bei Investitionen in den umstrittenen Fonds fast 150 Millionen Dollar verloren gingen und die als erstes Institut zu Beginn der Finanzkrise mit Milliardenbeträgen vor dem Aus gerettet werden musste, prüft nach eigenen Angaben derzeit die Möglichkeit einer Klage.
Und auch die Bundesfinanzaufsicht Bafin prüft die Aussichten auf Schadenersatz. Die Bafin trete in Kontakt mit der SEC und informiere sich über das Verfahren und die erhobenen Vorwürfe, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums am Montag.
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