kalaydo.de Anzeigen

G20-Aktionsplan: Großbanken müssen sich neu aufstellen

Die G20 verschärfen die Auflagen für Großbanken wie die Deutsche Bank.
Die G20 verschärfen die Auflagen für Großbanken wie die Deutsche Bank.
Foto: dpa

Die G20 wollen, dass die weltweit größten Banken ihre Geschäfte sicherer machen. Systemrelevante Banken sollen so umgebaut werden, dass der Steuerzahler nicht mehr für die Verluste aufkommen muss. Betroffen sind auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Cannes –  

Das gab Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem G20-Gipfel in Cannes bekannt. Die Maßnahme ist Teil eines Aktionsplans für weltweites Wachstum, auf den sich die führenden Industrie- und Schwellenländer in Cannes geeinigt hatten.Laut Merkel habe man sich unter anderem auf eine Reform des Finanzmarktes und einen freieren Welthandel verständigt.

Laut einem Entwurf für eine gemeinsame Erklärung sollen sogenannte Schattenbanken künftig überwacht werden. Schattenbanken sind Institutionen, die - wie einige Hedgefonds - im Prinzip wie Banken handeln, aber nicht wie Banken beaufsichtigt werden.

Interaktiv: Der Gipfel

Vorerst soll der Finanzstabilitätsrat (FSB) bis Ende 2012 Methoden entwickeln, um diesen Bereich einkreisen zu können. So sollen riskante Spekulationsgeschäfte künftig besser kontrolliert werden können. Generell wollen die G-20 den FSB „reformieren“ und dessen Möglichkeiten und Ressourcen stärken. Der Finanzstabilitätsrat soll dem Entwurf zufolge mit einer „rechtlichen und einer größeren finanziellen Unabhängigkeit“ ausgestattet werden. Chef des FSB war bisher Mario Draghi, der in dieser Woche an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) wechselte. Den Nachfolger müssen die G-20-Länder benennen.

Banker-Boni sollen künftig überprüft werden

Außerdem soll den 29 sogenannten systemrelevanten Banken der Welt eine strenge Auflage zur Eigenkapitalquote gemacht werden, da sie sich wegen ihrer Größe und Bedeutung besser als andere gegen Pleitegefahren schützen müssen. Laut Abschlussentwurf zufolge wollen die G-20 zudem auch fortlaufend die von Banken gezahlten Boni überprüfen. Dazu soll der FSB entsprechende Ergebnisse regelmäßig öffentlich machen.

Der G20-Gipfel in Cannes

Bildergalerie ( 21 Bilder )

So will Europa sich und die Welt retten

Bildergalerie ( 9 Bilder )

Außerdem soll der Derivatemarkt stärker kontrolliert werden. Derivate sind eine Art Wetten auf die Preisentwicklung und eigentlich dazu gedacht, sich vor großen Kursschwankungen zu schützen. Zudem wollen die G-20 eine Evaluierung der Funktionsweise der Märkte für Kreditausfallversicherungen, den sogenannten Credit Default Swaps (CDS). Sie werden teilweise für Spekulationen gegen Staaten genutzt.

Der IWF soll nach dem Willen der G20 künftig weltweit als eine Art Finanzfeuerwehr mehr Geld für Krisenstaaten bereitstellen können. Auch Euro-Staaten sollen von den kurzfristigen Krediten für Pleitestaaten profitieren können. (afp/dpa/dapd)

Hebels nölende Wochenschau

Bildergalerie ( 33 Bilder )
Datum:  4 | 11 | 2011
Kommentare:  1
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

  • 6.339,94 Pkt. +24,05 (+0,38%)
  • 10.196,44 Pkt. -35,08 (-0,34%)
  • 752,47 Pkt. +0,62 (+0,08%)
  • 8.580,39 Pkt. +17,01 (+0,20%)
  • 1,2512 USD -0,0003 (-0,02%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de
Ressort

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

Spezial
Tag der Nachhaltigkeit - Für kurze Strecken mit dem Auto gibts ne 6. (Archivbild)

Wie grün ist die Stadt am Main und was muss sie tun, um noch grüner zu werden? Eine Nachhaltigkeitserie über Frankfurt - unterstützt von Siemens Deutschland.

Deregulierung

So sprachen sie vor der Krise

Von Sebastian Dullien | 1 Kommentar
Die großen Deregulierer: Christian Wulff, Peer Steinbrück, Horst Seehofer, Sigmar Gabriel, Olaf Scholz

Heute machen sich die Politiker wieder für Regulierung stark. Die Frankfurter Rundschau erinnert an die Worte von gestern - und veröffentlicht exklusiv den Deregulierungs-Index.  Mehr...

Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Video

Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.