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G7-Gipfel: Europäer wollen griechische Wogen glätten

Die Europäer beruhigen die G7-Partner wegen der Finanzprobleme Griechenlands. Fortschritte gibt es im Hinblick auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Regulierung der Märkte.

G7 in Iqaluit: Kanadas Finanzminister Jim Flaherty im Iglu.
G7 in Iqaluit: Kanadas Finanzminister Jim Flaherty im Iglu.
Foto: afp

Die Europäer haben beim G7-Gipfel in Kanada versucht, ihren Partnern die Furcht vor neuen weltwirtschaftlichen Verwerfungen wegen der Finanzprobleme Griechenlands und anderer Euro-Länder zu nehmen. "Ich glaube, alle unsere Partner außerhalb der Eurozone haben schon den festen Eindruck, dass die Europäer dieses Problem lösen und damit umgehen können", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach dem zweitägigen Treffen im arktischen Städtchen Iqaluit.

EZB-Präsident Jean Claude Trichet zeigte sich überzeugt, dass die griechische Regierung das Notwendige tun werde, um ihre Budgetprobleme in den Griff zu bekommen. Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, versicherte, das Problem Griechenland werde von den Europäern gelöst.

Schuldenerlass für Haiti
Debatte

G7-Staaten: Nach dem schweren Erdbeben in Haiti erlassen die sieben führenden Industrienationen dem Karibikstaat die bilateralen Schulden. Das teilte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty mit. Die Vereinbarung betrifft jene Schulden, die Haiti bei den Mitgliedstaaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada jeweils direkt aufgenommen hat - etwa 1,2 Milliarden US-Dollar.

Multinationale Organisationen: Auch die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sollten dem Beispiel folgen, forderte Flaherty. Die G7 würden mit diesen Institutionen und anderen Partnern darauf hinarbeiten, dass dies bald geschieht. "Es muss richtig sein, dass ein Land, das unter Trümmern begraben ist, nicht auch noch unter Schulden begraben sein soll", sagte der britische Premier Gordon Brown. (afp/epd)

Erst kippen Banken - dann wackelt die Wirtschaft. Nun muss der Staat helfen. Reden Sie mit über Wege aus der Krise

Trichet äußerte Zuversicht, dass Athen bis 2012 wieder die europäische Defizitgrenze von drei Prozent unterschreiten wird. Im vergangenen Jahr belief sich das griechische Etatdefizit auf 12,7 Prozent.

Die zunehmenden Finanznöte von Griechenland, Portugal und Spanien hatten die Kapitalmärkte zuletzt auf Talfahrt geschickt und den Euro zeitweise unter die Marke von 1,36 Dollar gedrückt.

Erstmals seit Jahren gaben die G7 am Ende eines Treffens kein Kommuniqué heraus. Dies soll deutlich machen, dass die Gruppe der sieben führenden Industrieländer, die als Folge der Krise in ihrer Bedeutung von der Runde der 20 führenden Schwellen- und Industrieländer (G20) abgelöst wurde, in Zukunft wieder informeller arbeiten will.

Trotz der jüngsten Bewegungen an den Devisenmärkten sahen die G7 nach den Worten von Eurogruppen-Chef Juncker keinen Grund, einen neuen Ton in ihrer Bewertung der Wechselkursentwicklung anzuschlagen. Geithner erneuerte das Bekenntnis der USA zu einem starken Dollar.

Auch Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde begrüßte die jüngste Stärkung der US-Währung. Sie äußerte jedoch Zweifel, ob die G20, die in Sachen Finanzmarktreformen nun das führende Abstimmungsforum ist, derzeit auch der richtige Ort für Wechselkurserörterungen sei.

Vorangekommen ist man nach Angaben Schäubles und anderer Teilnehmer in Hinblick auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Regulierung der Märkte. Insbesondere gebe es einen Konsens, dass die Banken für den Teil der Finanzkrise, den sie zu verantworten hätten, zur Kasse gebeten werden sollten, sagte Kanadas Finanzminister Jim Flaherty. Die Instrumente dafür sind aber weiter offen.

Lösungen sollen nach Schäubles Worten beim G20-Gipfel im Juni in Toronto gefunden werden. Den Weg dafür bereiten soll eine internationale Finanzkonferenz in Berlin am 20. Mai. Zur Zielrichtung der Reformen sagte Schäuble: "Wir wollen möglichst den gesamten Finanzsektor umfassen, um Umgehungsmöglichkeiten kleiner zu machen."

In der Beurteilung der Weltwirtschaft herrschte beim G7-Treffen nach den Worten Flahertys weitgehend Konsens. Die Teilnehmer versuchten Sorgen um den konjunkturellen Aufschwung zu zerstreuen und sicherten weitere Hilfen zur Belebung der globaln Wirtschaft zu. Der britische Schatzkanzler Alistair Darling sagte in Iqaluit: "Die Haltung der meisten Länder ist, jetzt erst einmal die Wirtschaft zu unterstützen und das Haushaltsdefizit erst anzugehen, wenn der Aufschwung wirklich da ist." (rtr/dpa)

Datum:  7 | 2 | 2010
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