Ein hochrangiger Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern würden auf ihrem Gipfe-Treffen in Cannes bereits die Kosten einer Staatspleite Griechenlands durchrechnen. Außerdem schauten sich die G20 an, welche Folgen ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone haben könnte.
"Man muss alle Szenarien durchspielen und die Gruppe prüft intern die Kosten eines plötzlichen Zahlungsausfalls", zitiert Reuters den Insider. Die Gruppe gehe davon aus, dass die Märkte noch einige Zeit turbulent blieben, selbst wenn Griechenland in der Euro-Zone bliebe, sagte der G20-Vertreter weiter.
Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou hat ein Referendum über das mit harten Sparmaßnahmen verknüpfte internationale Hilfspaket für das hochverschuldete Land angekündigt und damit die europäischen Partner brüskiert.
"Keinen Cent mehr"
Bundeskanzlerin Merkel hatte von einer neuen „psychologischen Situation“ Merkel gesprochen. „Wir wollen Griechenland helfen“, versicherte sie. Die Euro-Länder seien aber auch „gewappnet“, falls das Land aus der Euro-Zone austrete. Es gehe „primär“ darum, den Euro stabil zu halten. Auch Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker äußerte sich ähnlich; eine Ansteckungsgefahr für ganz Europa müsse vermieden werden. „Wir können die Griechen nicht zu ihrem Glück zwingen.“
Frankreichs Präsident Sarkozy, dessen Land derzeit die Präsidentschaft der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer innehat, wählte schärfere Worte: „Keinen Cent“ würden die Griechen mehr bekommen, wenn sie sich nicht an die Regeln in der Euro-Zone hielten und den geforderten Sparkurs umsetzten. Der Euro dürfe nicht „zerstört“ werden, sagte er im südfranzösischen Cannes. (rtr/afp)
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