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Goldman Sachs: Zurück in alter Stärke

Der US-Bankenriese Goldman Sachs verbucht im ersten Quartal einen Milliarden-Gewinn. Das Ergebnis lenkt von den Betrugsvorwürfen ab - der Bank wird Irreführung von Anlegern vorgeworfen. Von Felix Wadewitz

Zu den Vorwürfen, man habe Anleger getäuscht, will man bei Goldman Sachs nichts mehr sagen.
Zu den Vorwürfen, man habe Anleger getäuscht, will man bei Goldman Sachs nichts mehr sagen.
Foto: AFP

New York. Lloyd Blankfein schlägt zurück. Der Vorstandschef von Goldman Sachs hat am Dienstag ein Traumergebnis verkündet. Die unter Betrugsverdacht stehende US-Investmentbank bestimmt damit nach Tagen der medialen Dauerkritik wieder selbst die Schlagzeilen: In nur drei Monaten haben die Banker 3,3 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet - fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Vor allem der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Rohstoffen und Währungen florierte. Die Sparte steuerte mehr als die Hälfte zum Gesamtertrag von 12,8 Milliarden Dollar bei.

Damit übertrifft die profitabelste Bank der Wall-Street-Geschichte mal wieder die Erwartungen der Analysten. Die Aktie, die wegen der Klage der US-Börsenaufsicht massiv an Wert verloren hatte, erholte sich wieder. "Angesichts der jüngsten Ereignisse rund um das Unternehmen schätzen wir die Unterstützung unserer Kunden und Aktionäre sowie den Einsatz und das Engagement unserer Mitarbeiter", sagte Blankfein mit Blick auf die Klage der US-Börsenaufsicht SEC.

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Goldman Sachs wird Irreführung von Anlegern vorgeworfen. Die Bank soll mit einem Hedgefonds ein möglichst riskantes Hypothekenportfolio zusammengestellt haben, auf dessen Wertverlust der Hedgefonds sodann wettete.

Die Anleger sollen mehr als eine halbe Milliarde Dollar verloren haben. Unter den mutmaßlichen Opfern ist die deutsche IKB-Bank sowie mittelbar die Royal Bank of Scotland. Beide Institute mussten in der Finanzkrise von den Steuerzahlern gerettet werden. Sowohl Deutschland als auch Großbritannien haben eigene Untersuchungen angekündigt.

Um so wichtiger ist für Lloyd Blankfein die jetzt vorgelegte Bilanz: Sie beschert ihm Rückenwind im Kampf um seinen Job. Bereits in den Vortagen haben sich führende Manager und der Verwaltungsrat um dem Vorstandschef geschart, um Rücktrittsforderungen von außen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Eine Frage des Vertrauens

Blankfein steht in der Öffentlichkeit nicht erst seit den Betrugsvorwürfen in der Kritik. Goldman profitierte von der Finanzkrise, obwohl auch die Bank auf Unterstützung durch den amerikanischen Steuerzahler angewiesen war.

Durch die Pleite von Konkurrenten wie Lehman Brothers konnte sie ihren Marktanteil ausbauen. Seitdem haftet dem Haus das Image des Krisengewinners an. Als sich herausstellte, dass Goldman Griechenland dabei geholfen hat, den wahren Zustand seines Staatshaushalts zu kaschieren, verstärkte sich auch in Europa die Kritik.

Seine Bemerkung, die Bank verrichte "Gottes Werk", die er später zurücknahm, brachte Bankboss Blankfein zudem jedem Menge Spott ein. Die Klage der SEC wirft nun die Frage auf, ob die eigenen Kunden der Bank trauen können. "Die Bank benimmt sich, als hätte man es mit Gegenspielern und nicht mit Klienten zu tun", zitiert die New York Times einen ehemaligen Goldman-Manager.

Politiker der Regierungskoalition in Berlin forderten jedenfalls gestern einen Stopp für neue Aufträge des Bundes an die US-Bank - gehört doch Goldman-Deutschland-Chef Alexander Dibelius zu den von Bundeskanzlerin Merkel geschätzten Gesprächspartnern. So lange die Ermittlungen der SEC liefen, sollte die Zusammenarbeit auf Eis gelegt werden.

Autor:  Felix Wadewitz
Datum:  21 | 4 | 2010
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