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Schuldenkrise
Die Krise hat Europa im Griff

07. März 2015

Griechenland: Juncker: "Grexit? Niemals!"

Die Zeit wird wieder knapp.  Foto: dpa

Griechenland geht das Geld aus. Noch im März droht eine Staatspleite, falls Athen nicht zügig neue Geldquellen anzapfen kann. Ökonomen halte das Risiko eines Grexit deswegen noch nicht für gebannt. Für EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker kommt das aber nicht in Frage.

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Berlin –  

Die EU-Kommission hat abermals einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone kategorisch ausgeschlossen. «Die Europäische Kommission vertritt die Auffassung: Es wird niemals einen Grexit geben», sagte der Präsident der Brüsseler Behörde, Jean-Claude Juncker, der Zeitung «Welt am Sonntag».

"Niemand unter den politisch Verantwortlichen in Europa arbeitet an einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Das Land ist und bleibt Mitglied der Währungsunion." Ein Ausstieg Athens aus der Eurozone würde nach Junckers Einschätzung zu einem nicht zu reparierenden Ansehensverlust der gesamten EU in der Welt führen.

Juncker appellierte aber auch an die Europäer, die dramatische Lage im Krisenland anzuerkennen. Ein Viertel der Griechen bekomme keine Sozialleistungen mehr, und die Arbeitslosigkeit sei in die Höhe geschossen.

"Es wird niemals einen Grexit geben": EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker  Foto: dpa

"Wir müssen aufpassen, dass sich die Verhältnisse in Griechenland nicht noch verschlimmern", sagte der Luxemburger. "Was mich besorgt ist, dass noch nicht alle in der Europäischen Union den Ernst der Lage in Griechenland verstanden haben."

Tsipras setzt auf Anleihen

Die Euro-Finanzminister werden am Montag über die Lage beraten - knapp zwei Wochen nach dem grünen Licht für eine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland beraten. Das Land wird seit 2010 mit internationalen Hilfskrediten in dreistelliger Milliardenhöhe über Wasser gehalten. Mit der Verlängerung des Programms um vier Monate bis Ende Juni erhält Athen die Chance auf weitere Hilfskredite, die allerdings noch nicht in den nächsten Wochen fließen dürften.

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Damit steuert die Regierung auf einen akuten Engpass zu: Insgesamt muss Athen im März Verpflichtungen im Umfang von gut 6,85 Milliarden Euro erfüllen. In den kommenden Wochen will Athen die drohende Finanzierungslücke mit kurzfristigen Anleihen überbrücken, wie Ministerpräsident Alexis Tsipras im Nachrichtenmagazin «Spiegel» ankündigte. (dpa)

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