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Hedge-Fonds-Manager verhöhnt Bankenchefs: Diese Krähe hackt doch

Für den durch die Krise reich gewordenen Andrew Lahde gilt das Sprichwort von den Krähen, die sich kein Auge aushacken, nicht: Er hat seinen Ausstieg aus der Branche zur Generalabrechnung mit Bankenchefs genutzt.

Mehrere große Finanzhäuser wurden im Laufe der Finanzkrise zahlungsunfähig. Eine davon war die Bank Lehman Brothers mit Sitz in New York.
Mehrere große Finanzhäuser wurden im Laufe der Finanzkrise zahlungsunfähig. Eine davon war die Bank Lehman Brothers mit Sitz in New York.
Foto: Foto: dpa

New York. Der durch die Kreditkrise reich gewordene amerikanische Hedge-Fonds-Manager Andrew Lahde hat seinen Ausstieg aus der Branche zu einer Generalabrechnung mit den Bankenchefs genutzt.

In einem Abschiedsbrief an Investoren machte er sich über die "Dummköpfe" in den Finanzkonzernen lustig, die sich auf seine Geschäfte eingelassen hätten. Diese "Aristokraten" aus besserem Hause und mit vermeintlich guter Ausbildung hätten es ihm an der Spitze von Banken wie Bear Stearns und Lehman Brothers sehr leicht gemacht.

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Lahde zählt zu den wenigen Fonds-Managern, die rechtzeitig auf das Platzen der Immobilienblase setzten und die Kreditkrise vorhersahen. Mit entsprechenden Finanzwetten verdiente er für sich und seine Investoren enorme Summen. Nun wolle er sein Geld in Ruhe ausgeben und sich um sich selbst kümmern, kündigte Lahde in seinem Brief am Freitag an.

Dicker Bonus für Finanzchaos

Mit dem Politik-Turbo zum Rettungspaket

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Trotz des Finanzchaos an der Wall Street streichen die Banker nach einem Zeitungsbericht noch immer milliardenschwere Bonus-Zahlungen ein. Allein die Bezüge der Mitarbeiter der sechs größten Banken summierten sich für die bisherige Arbeit in diesem Jahr auf über 70 Milliarden US-Dollar (50 Milliarden Euro).

Davon entfällt ein Großteil auf Boni, wie die britische Zeitung "The Guardian" am Samstag berichtete. Das entspricht etwa zehn Prozent des Volumens vom Rettungspaket der US-Regierung.

In Großbritannien hat sich die Höhe der Bonus-Zahlungen für Banker in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Während im Jahr 2003 das Volumen der Sonderzahlungen bei 5 Milliarden Pfund lag, wurden zum Ende des Steuerjahres im vergangenen April 16 Milliarden Pfund (20,6 Milliarden Euro) ausgeschüttet, wie aus der offiziellen Statistik hervorgeht.

Branchenübergreifend bekamen Beschäftigte in Großbritannien Boni in Höhe von 28 Milliarden Pfund. An der Wall Street stünden die Zahlungen in keinem Verhältnis zu dem Wertverlust, den die Aktien der Banken seit Jahresbeginn verzeichnen mussten, schrieb der "Guardian" weiter.

Die Papiere der Citigroup und von Goldman Sachs fielen um über 45 Prozent. Die Titel von Merrill Lynch und Morgan Stanley gingen sogar um über 60 Prozent in den Keller. Die bisherigen Gesamtbezüge der Morgan-Stanley- Mitarbeiter von fast 10,7 Milliarden Dollar seien zwischenzeitlich sogar höher als der Börsenwert des Unternehmens gewesen.

Bei den Citigroup-Mitarbeitern summierten sich die Bezüge inklusive Boni in den ersten neun Monaten dieses Jahres nach Recherchen des "Guardian" auf 25,9 Milliarden Dollar. Die Bank hatte eine Geldspritze aus dem Rettungspaket der Regierung in annähernd derselben Höhe erhalten.

Die Bezüge der Goldman-Sachs-Mitarbeiter addierten sich den Recherchen zufolge bislang auf 11,4 Milliarden Dollar. Bei Morgan Stanley lag die Summe bei 10,7 Milliarden Dollar, bei JP Morgan waren es 6,5 Milliarden Dollar und bei Merrill Lynch 11,7 Milliarden Dollar, wie der "Guardian" weiter berichtete. (dpa)

Datum:  18 | 10 | 2008
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