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Internetpranger : Steuersünder schulden Griechenland 15 Milliarden

Die Regierung in Athen hat eine "Liste der Schande" im Internet publiziert. Auf 170 Seiten werden Steuersünder geoutet, die dem griechischen Staat insgesamt knapp 15 Milliarden Euro schulden.

Griechenlands Steuersünder werden geoutet.
Griechenlands Steuersünder werden geoutet.
Foto: dapd
Athen –  

Die Griechen können seit Sonntagabend im Internet nachlesen, wer dem griechischen Staat große Summen schuldet und damit zum Teil für die Wirtschaftsmisere im Lande mit verantwortlich ist. Die Regierung veröffentlichte eine 170 Seiten lange Liste mit den Steuersündern. Sie schulden dem griechischen Staat insgesamt knapp 15 Milliarden Euro.

Auf der Liste, die der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos als „Liste der Schande“ (Maschinenübersetzung in deutsch der Originalseite in griechisch) bezeichnet hatte, stehen 4152 Namen. Darunter seien auch Sänger, Unternehmer und Händler, berichtete das Staatsfernsehen. Viele der Schuldner seien aber bereits im Gefängnis oder ihre Betriebe seien pleitegegangen.

Die Steuersünder Griechenlands
Finanzamtstempel in Deutschland.
Foto: dpa
Am Pranger

Die 170 Seiten lange Liste mit griechischen Schuldensündern umfasst einige der bekanntesten Namen des Jetsets, viele bekannte Unternehmer - und sogar Sportler.

Finanzminister Evangelos Venizelos: «Liste der Schande» .
Finanzminister Evangelos Venizelos: «Liste der Schande» .
Foto: dpa

Experten, die die Nachrichtenagentur dpa befragte, gingen davon aus, dass dar Staat „im besten Fall ein Fünftel dieser Schulden kassieren könnte“. Die Regierung hatte den Schuldnern am 14. November 2011 eine zehntägige Frist gesetzt, ihre Steuerschulden zu begleichen. Die Veröffentlichung der Namen zog sich dann aber hin, weil die Datenschutzbehörde nicht sofort grünes Licht gegeben hatte, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums.

Die Regierung unter Ministerpräsident Lucas Papademos zeigt sich entschlossen, hart gegen Steuersünder vorzugehen. In den vergangenen zwei Monaten nahmen Steuerfahnder und die Polizei rund 90 Unternehmer fest, die dem Staat große Summen schulden. Darunter sind einer der bekanntesten griechischen Industriellen und der Besitzer einer Fitnessstudio-Kette.

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In Paris tagt am Montag der deutsch-französische Wirtschafts- und Finanzrat, unter anderem mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seinem französischen Kollegen François Baroin. Dabei geht es um Vorschläge zur Unternehmensbesteuerung sowie voraussichtlich um die umstrittene Finanztransaktionssteuer. (dpa)

Datum:  22 | 1 | 2012
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