Das System ist nie stabil
Unsicherheit ist die fundamentale Kategorie im Kapitalismus, und deshalb ist das System niemals stabil. Unsicherheit resultiert daraus, dass bei jeder Investitionsentscheidung jedem Unternehmer oder Finanzinvestor klar ist, dass niemand weiß, ob sie jemals die erwünschte Rendite bringen wird.
Deshalb ist Vertrauen so wichtig, denn die Menschen orientieren sich an sozialen Institutionen und unterliegen dem Herdentrieb. Entweder das System boomt, weil alle optimistisch sind, oder es zieht sich zusammen, je nach Gefühlsschwankungen der Menschen, den "animal spirits" wie Keynes sie nannte.
Die Antwort auf diese Gefühlsschwankungen gibt Blanchard. Der Staat muss dafür sorgen, dass der Optimismus wohltemperiert ist, nicht himmelhochjauchzend, aber auch nicht zu Tode betrübt. Und wie macht der Staat das?
Indem er antizyklisch in die Wirtschaft eingreift. Indem der Staat wieder das Primat hat, weil der Markt es eben nicht alleine kann. Wie die Krise erneut, hoffentlich ein letztes Mal, bewiesen hat.
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