Panta rhei, sagten die alten Griechen - und meinten damit, dass alles im Fluss ist und nichts bleibt wie es ist. Spötter des neuen Griechenlands übersetzen allerdings den Philosophen Heraklit inzwischen eher mit "alles geht den Bach runter".
Was hat die aktuelle Krise in Griechenland mit unseren jüngsten Wachstumszahlen zu tun, die das Statistische Bundesamt vorgelegt hat? Der Außenbeitrag hat mal wieder als Retter in der Not dafür gesorgt, dass das Bruttoinlandsprodukt im Herbst nicht noch weiter in den Keller abrutschte.
Im Vergleich des vierten zum vorangegangenen dritten Quartal 2009 heben sich bei uns die positiven Impulse des Außenhandels und die negativen des Binnenmarktes gegenseitig auf. Unter dem Strich bleibt eine Null.
Aber was bedeutet das? Unsere Exporte haben zwar noch immer den Rückwärtsgang eingelegt, doch noch wesentlich stärker - um rund sieben Prozent - sind die Importe zuletzt eingebrochen. Folge: Der Handelsüberschuss wächst schon wieder.
Griechischer Wein und Schafskäse sind offenbar nicht mehr die Renner auf deutschen Tischen. Zumindest wenn man sich die Handelsbilanz der beiden Länder anschaut: So exportierte Deutschland im vergangenen Jahr Waren im Wert von 6,7 Milliarden in das EU-Land. Umgekehrt kauften wir aber nur griechische Güter für 1,8 Milliarden Euro.
Natürlich muss man beim wirtschaftlichen Austausch auch die Ausgaben deutscher Touristen mit einbeziehen. Doch auch da führt die neue Sparsamkeit der Deutschen zu Einnahmeausfällen zwischen Peloponnes und Rhodos.
Aus der Handelskrise speist sich in dem geschichtsträchtigen Land die momentane Haushaltskrise. Und die könnte bei weiterer Zuspitzung als Euro-Schwäche wieder auf uns zurückschlagen. Schon beginnen pessimistische Gemüter, die Turbulenzen in der Ägäis als Start einer neuen wellenartig sich ausbreitenden Euroland-Krise zu orten.
Die innereuropäische Solidarität ist durch die Statistik-Tricks der Odysseus-Nachfahren stark belastet. Doch bleibt dem nach wie vor exportabhängigen Deutschland fast nichts anderes übrig, als Athen finanziell unter die Arme zu greifen.
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.
Heute machen sich die Politiker wieder für Regulierung stark. Die Frankfurter Rundschau erinnert an die Worte von gestern - und veröffentlicht exklusiv den Deregulierungs-Index. Mehr...