Der Entwurf zur Verbesserung des Kapitalmarktes aus dem Hause von Finanzminister Schäuble hat es in sich. Endlich mal ein Entwurf, der Banken und Finanzindustrie etwas wehtut. So dürfen etwa Leerverkäufe von Aktien nur noch gedeckt erfolgen. Das trickreiche Anschleichen über Derivate bei feindlichen Übernahmen wird verboten, der graue Kapitalmarkt etwas stärker reguliert.
Der Finanzminister ist gut beraten, hart zu bleiben. Er sollte die Lobby schreien und wehklagen lassen. Und die Regulierung einfach durchziehen. Das ist die einzige Lehre, die man aus der seit drei Jahren tobenden Finanzkrise ziehen kann.
Erst kippen Banken - dann wackelt die Wirtschaft. Nun muss der Staat helfen. Reden Sie mit über Wege aus der Krise
Reguliert lieber zu viel als zu wenig. Reguliert ruhig auf nationaler Ebene, wenn auf internationaler die Lobbys zu stark sind. Jede Regulierung hilft, denn an die Segnungen effizienter Märkte glaubt heute kein Mensch mehr.
Auch Griechenland wäre nie zu dem Problem geworden, das es nun ist, wenn etwa Kreditversicherungen verboten oder strikt reguliert wären. Denn diese unregulierten Produkte werden immer noch an unregulierten Börsen gehandelt.
Und was bei Aktien bald der Vergangenheit angehören soll, nämlich der ungedeckte Leerverkauf, ist bei Staatsanleihen noch immer erlaubt. Ohne die Titel überhaupt zu besitzen, dürfen Spekulanten mit kleinen Wettsummen auf große Beträge setzen und so die Kurse beeinflussen.
Nicht die Spekulanten sind böse, die Regulierung ist schlecht, die den Spekulanten die Machtfülle gibt.
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Heute machen sich die Politiker wieder für Regulierung stark. Die Frankfurter Rundschau erinnert an die Worte von gestern - und veröffentlicht exklusiv den Deregulierungs-Index. Mehr...