Diese Gefahr bestand immer: Je erfolgreicher die Finanzminister und Notenbanker beim Bekämpfen der großen Krise sind, desto schwieriger wird es für sie, echte Schranken zu errichten, die eine Wiederholung unmöglich machen. Wer sich das Communiqué von St. Andrew durchliest, den beschleicht die Sorge um den Fluch der guten Tat.
Warum? Weil die Banken frech werden und der Handlungsdruck enorm nachlässt. Da tröstet auch kein Gordon Brown, der das Thema Tobin-Steuer noch populärer machte.
So wie es ausschaut, werden die Regulierungsvorhaben eher aufgeweicht denn verschärft. Das ist fatal; denn die nächste Krise ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Ihr Ausmaß würde so groß, dass die Staaten dann nicht mehr in der Lage sein werden, das Schlimmste, nämlich den Zusammenbruch des gesamten Systems zu verhindern. Dieses Risiko ist das derzeit gefährlichste.
Dass draußen an den Kapitalmärkten die Normalisierung voranschreitet, ist nur bedingt wahr. Die Spekulationsblasen werden schon wieder aufgepumpt, wie unlängst die globale Finanz-Kassandra Nouriel Roubini kundtat. Und zwar verschulden sich die Zocker im Dollar und treiben mit diesem Geld alle anderen Aktiva wie Währungen, Rohstoffe und Aktien in die Höhe. Wehe, wenn dieser Zock rückabgewickelt wird! Dann stürzen die Finanzmärkte erneut ins Chaos - und mit ihnen die Banken.
Was lehrt uns das? Die Finanzminister müssen das Thema Kapitalverkehrskontrollen ganz oben auf die Agenda setzen. Die Tobin-Steuer ist dagegen nett, aber deutlich harmloser.
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.
Heute machen sich die Politiker wieder für Regulierung stark. Die Frankfurter Rundschau erinnert an die Worte von gestern - und veröffentlicht exklusiv den Deregulierungs-Index. Mehr...