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Schuldenkrise
Die Krise hat Europa im Griff

05. Juni 2012

Kommentar zur Euro-Krise: Schimpfe für den Musterknaben Deutschland

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Inzwischen droht sich die Weltwirtschaft, drohen sich alle international tätigen Banken am Eurokrisen-Virus anzustecken.  Foto: dpa

Per Telefonkonferenz schimpfen die Finanzminister der alten Industriestaaten über Deutschland. Denn die deutsche Seite verhindert bislang jede vernünftige kurzfristige Rettung von Staaten und Banken und erhöht damit das Risiko des Zusammenbruchs der Eurozone.

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Die Erwartungen waren hoch, nachdem durchgesickert war, dass sich die Finanzminister der alten Industriestaaten zusammentelefonieren. Führten sie etwas im Schilde, eine starke gemeinsame Erklärung, gar eine Intervention? Die Erwartungen wurden enttäuscht. Es gab noch nicht mal eine Erklärung.

Einziger Sinn und Zweck der Aktion war es, eine „Germany bashing session“ zu veranstalten, wie ein Teilnehmer über die Nachrichtenagentur Reuters verbreiten ließ. Eine Beschimpfung Deutschlands? Des selbstgerechten Musterknabens?
Warum? Weil es Euroland nicht gelingt, das systemische Risiko Staats- und Bankenpleite aus der Welt zu schaffen. Die deutsche Seite verhindert bislang jede vernünftige kurzfristige Rettung und erhöht damit das Risiko des Zusammenbruchs der Eurozone. Inzwischen droht sich die Weltwirtschaft, drohen sich alle international tätigen Banken am Eurokrisen-Virus anzustecken. Das treibt die Regierungschefs um.

Sie fragen sich, warum Euroland die Krise eskalieren lässt, Millionen Arbeitslose in Kauf nimmt, statt der Europäischen Zentralbank zu erlauben, Geld zu drucken – so wie es alle Notenbanken während schwerer Bankenkrisen auch tun. Stattdessen verlangt Deutschland, dass Spanien unter den Schirm schlüpft und damit unter Kuratel gestellt wird. Was nur wieder die Frage nach der angemessenen Größe des Schirms aufwerfen wird. Was todsicher Italien in die gleiche missliche Lage wie Spanien bringen wird. So endet die Krise nie! Wie viel Bashing braucht es, bis Kanzlerin Merkel das versteht?

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