In Wahlkampfzeiten spielt die Politik gern den starken Mann. Diesmal knöpft sie sich die Banker vor, die mit Krediten knausern. Doch Wahlkampf hin, Wahlkampf her: Die Zurückhaltung des Finanzkapitals, die sogenannte Realwirtschaft mit frischem Geld auszustatten, könnte zu vermeidbaren Pleiten führen und notwendige Investitionen verhindern, also die Krise künstlich verlängern. Da ist ordentlich Tamtam sogar geboten: Wer eine Kreditklemme zulässt, muss an seine Aufgaben erinnert werden.
Schließlich ist es die Sache der Banken, die Wirtschaft mit Darlehen zu versorgen. Einen Anspruch darauf kann es im Einzelfall freilich nicht geben.
Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut. Spezial: Banken im Umbruch.
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Niemand kann ein Interesse daran haben, dass Kreditgeber unverantwortliche Risiken eingehen - und die gibt es gerade in einer schweren Krise nun mal besonders häufig, weil die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen am Boden liegt.
Erst recht nicht der Steuerzahler, der dann wieder als Retter in der Not von den Finanzinstituten gerufen würde, wenn leichtfertig vergebene Darlehen en masse platzen.
Es darf aber auch nicht sein, dass Banken sich bei der Europäischen Zentralbank zu einem Mini-Zins mit fast einer halben Billion Euro eindecken, die Hälfte umgehend wieder bei der Notenbank parken und mit dem anderen Teil an den Devisenmärkten spekulieren, weil sie dort mehr als mit soliden Firmen im Kreditgeschäft verdienen können.
Schließlich vergibt die Notenbank das Geld nur so preiswert, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Wenn die Banken sich nicht besinnen, bleibt Politik und Zentralbank nur eine Wahl: Sie müssen kreditsuchende Unternehmen auf direktem Weg finanzieren.
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