Peking. Als im Herbst 2008 die Finanzkrise über die Welt hereinbrach, befand sich China im Dauerkampf gegen die Überhitzung der Konjunktur. 16 Monate und einen globalen Jahrhunderteinbruch später machen Pekings Wirtschaftslenker dort weiter, wo sie aufgehört haben: Seit Beginn des Jahres ringt die Regierung darum, die zur Krisenbewältigung eingeführte Politik des billigen Geldes wieder zurückzunehmen, ohne die Erholung der Wirtschaft zu gefährden.
Um den Geldverleih zu drosseln, trat am Dienstag für die Geschäftsbanken eine Erhöhung der Mindestreserveanforderungen in Kraft. Es ist das erste Mal seit Juni 2008, dass die Zentralbank wieder von diesem Mittel Gebrauch macht. Notenbank-Vizepräsident Su Ning ermahnte die Banken, "abnormale Schwankungen zum Monats- oder Quartalsende" zu vermeiden.
Die Erholung Südkoreas hat im Schlussquartal 2009 an Dynamik verloren. Der Grund: rückläufige Staatsausgaben und sinkende Exporte.
Im Vergleich zum dritten Quartal mit einem Wachstum von 3,2 Prozent stieg das Bruttoinlandsprodukt der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens zwischen Oktober und Dezember lediglich um 0,2 Prozent. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 legte das BIP allerdings um sechs Prozent zu.
Auf das Jahr gesehen verzeichnete Südkorea 0,2 Prozent Wachstum, nach 2,2 Prozent im Vorjahr. Es war das schlechteste Ergebnis seit elf Jahren. Für 2010 erwartet die dortige Zentralbank, 4,6 Prozent Wachstum. (dpa)
Erst kippen Banken - dann wackelt die Wirtschaft. Nun muss der Staat helfen. Reden Sie mit über
Medienberichten zufolge wurden sogar besonders undisziplinierte Filialen großer Banken angewiesen, die Vergabe von neuen Krediten vorläufig ganz einzustellen, darunter Niederlassungen der Citic Bank in Shanghai und der Industrial and Commercial Bank in Peking.
Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung 21st Century Business Herald waren die bisherigen Versuche der Regierung, die Banken zu einer zurückhaltenden Kreditvergabe zu bewegen, nicht von Erfolg gekrönt. In den ersten 19 Tagen des Jahres seien neue Darlehen im Wert von 1,45 Billionen Yuan (150 Milliarden Euro) vergeben worden.
Peking hat für 2010 das Ziel ausgegeben, die Kreditvergabe auf 800 Milliarden Euro zu beschränken. Zuvor hatte die Zentralbank bereits versucht, die Liquidität einzuschränken und die Rendite für dreimonatige Schatzwechsel erhöht.
An den Börsen sorgt die Ankündigungsserie der chinesischen Zentralbank seit Tagen für Spekulationen über weitere Maßnahmen. Einige Händler haben begonnen, sich von riskanten Anlagen zu verabschieden. Sie fürchten, dass Chinas straffere Geldpolitik die Blasen anpiksen könnte.
Zwar hat die Politik des billigen Geldes China geholfen, auch im Krisenjahr 2009 ein robustes Wirtschaftswachstum von 8,7 Prozent zu generieren. Doch die Konjunkturhilfe hat ihren Preis. Ein überproportionaler Anteil des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) stammt aus Investitionen, die zum Teil in Sektoren mit ohnehin schon beträchtlichen Überkapazitäten oder großen Umweltproblemen fließen.
Ein erheblicher Teil der staatlichen Finanzspritzen nährte neue Blasen an den Immobilien- und Aktienmärkten. Diesen Trend will Peking nun wieder umkehren. Experten rechnen allerdings erst nach dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar mit neuen Bremsmanövern.
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