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Schuldenkrise
Die Krise hat Europa im Griff

13. Dezember 2012

Neue Hilfen für Griechenland: Eurogruppe gibt 34 Milliarden frei

Die Regierung in Athen kann mit neuen Milliarden-Hilfen rechnen. Foto: dapd

Die Euro-Finanzminister haben die milliardenschweren Notkredite für Griechenland endgültig freigegeben. Das teilte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Donnerstag nach einem Treffen der Kassenhüter in Brüssel mit.

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Griechenland wird in wenigen Tagen die dringend benötigte Hilfe von 34,3 Milliarden Euro von den internationalen Geldgebern bekommen. „Das Geld wird bereits nächste Woche fließen“, kündigte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Donnerstag in Brüssel an. Die Finanzminister der Euro-Länder hatten zuvor grünes Licht gegeben, nachdem Griechenland durch den Rückkauf von Altschulden seine Verbindlichkeiten gedrückt und damit die Voraussetzung für neue Überweisungen erfüllt hatte. Das erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Brüssel. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten 49,1 Milliarden Euro an Athen fließen. Die 34,4 Milliarden Euro sollen ohne weitere Auflagen fließen, der Rest dann bei Erreichen bestimmter Meilensteine bis März. Auch der Bundestag hat dafür bereits grünes Licht gegeben.

Der Internationale Währungsfonds wird sich nach den Worten Junckers auch künftig am Griechenland-Programm beteiligen. Ob das Land noch weitere Maßnahmen zum Erreichen der Defizitziele durchsetzen müsse, sei derzeit nicht sicher.

Wolfgang Schäuble mit Eurogruppen-Chef Juncker beim Finanzministertreffen.
Wolfgang Schäuble mit Eurogruppen-Chef Juncker beim Finanzministertreffen.
Foto: dpa

Athen hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass Investoren Anleihen im Wert von 31,9 Milliarden Euro zum Marktpreis von 30 bis 40 Prozent des Nennwertes zurückgeben wollen. Rund 20 seiner 340 Milliarden Euro Staatsschulden wird Griechenland durch die Einigung mit den Privatgläubigern auf einen Schlag los.

Die internationalen Geldgeber hatten die Überweisung des Geldes, das seit Juni eingefroren war, stets davon abhängig gemacht, dass Athen sein Programm zum Rückkauf griechischer Staatsanleihen erfolgreich abschließt. Ohne weitere Hilfsgelder von Euro-Ländern und Internationalem Währungsfonds (IWF) droht dem überschuldeten Land die Staatspleite. (dapd/rtr)

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