Allen zyprischen Bitten zum Trotz nimmt Russland eine abwartende Haltung ein. Zwar ist Zyperns Finanzminister Michalis Sarris am Donnerstag mit leeren Händen aus Moskau abgereist. Doch schloss Premierminister Dmitri Medwedjew am Freitag eine Beteiligung seines Landes an einer Rettungsaktion nicht aus. „Wir haben die Türen nicht zugeworfen“, sagte er auf einer Pressekonferenz mit EU-Kommissionschef José Manuel Barroso in Moskau.
Sarris hatte weder Hilfe noch Versprechen erhalten. Die Angebote aus Nikosia hätten nicht interessiert, sagte der russische Finanzminister Anton Siluanow. „Ihr Angebot war das folgende: Eine Staatsholding zu schaffen, der alle Gasfelder übergeben werden und russischen Investoren vorzuschlagen, Schuldverschreibungen zu kaufen, mit anschließendem Einstieg ins Aktienkapital. Unsere Investoren haben sich das angeschaut und kein Interesse gezeigt.“
Zypern steht vor dem Ruin, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Diese Frau arbeitet für die geschlossene Laiki Bank - doch jetzt demonstriert sie vor dem Parlament in Nikosia.
Foto: AFPAuch die Übernahme zyprischer Bankaktiva habe nicht interessiert. Staatsgeld sei ebenfalls nicht angeboten worden, da sie die von EU-Obergrenze für die Staatsverschuldung weiter verletzt hätten. Bevor man sich beteilige, warte man nun die Entscheidung der Troika aus EU, EZB und IWF ab, sagte Siluanow. Nicht einmal für die Rückzahlungsmodalitäten eines Kredits von 2,5 Milliarden, den Russland 2011 für viereinhalb Jahre gewährt hatte, gab es Zugeständnisse. Zypern hatte auf eine längere Laufzeit und eine Zinssenkung gehofft.
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