Beim Treffen der europäischen Finanzminister wird Kritik an der Regierung in Athen laut. Die Verhandlungen und Reformen gingen nicht zügig genug voran.
Die Finanzminister aus Europa besprechen sich.
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Die Finanzminister aus Europa besprechen sich.
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Brüssel –
Europa verliert in der griechischen Schuldenkrise zunehmend das Vertrauen in die Regierung in Athen. „Die Zeit läuft ab“, sagte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager am Dienstag in Brüssel nach Beratungen über das hochverschuldete Land. Bevor die Eurozone das nächste Notprogramm für Griechenland beschließt, muss die Regierung in Athen weitere Spar- und Reformmaßnahmen einleiten.
„Es ist deutlich, dass das griechische Programm aus der Spur geraten ist“, sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. „Man hat zwar Beschlüsse gefasst in Griechenland, aber die Ausgaben sind nicht wirklich gesunken“, kritisierte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter.
Die Österreicherin misstraut offenbar dem Sparwillen der griechischen Parteien und fordert erneut eine schriftliche Zusage, dass sie das ein neues Hilfsprogramm unterstützen: „Nur wenn diese schriftliche Vereinbarung vorliegt, dann kann es eine weitere Hilfe geben. Es muss die politische Ebene in Griechenland wissen, dass wir erwarten, dass sie mehr tut.“
Borg: "Griechenland muss viel, viel effektiver werden"
Griechenland hat zwar mit Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) harte Sparmaßnahmen und weitreichende Reformvorhaben vereinbart, kommt im Kampf gegen seinen Schuldenberg von rund 350 Milliarden Euro aber nicht voran. Die sich immer weiter verschlechternde Wirtschaftslage, uneingehaltene Sparzusagen und die stockenden Verhandlungen über einen Schuldenschnitt mit seinen privaten Gläubigern bringen das Land immer weiter an den Abgrund einer Staatspleite.
Griechenland und die Banken müssen mehr tun, um einen nachhaltigen Schuldenstand zu erreichen“, forderte de Jager. Dies sei „die absolute Vorbedingung für weitere Hilfen“. Banken, Versicherer und Hedgefonds sollen freiwillig auf rund 100 Milliarden Euro verzichten, um Griechenlands Schuldenlast zu verringern. Erst dann wollen auch IWF und Euro-Länder ein zweites Hilfsprogramm über 130 Milliarden Euro auflegen. Ohne weitere Hilfen droht Griechenland im März der ungeordnete Bankrott - und der Eurozone somit eine gefährliche Erschütterung.
Die Schulden der Staaten
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Schon auf dem zweiten Platz findet sich der erste Europäer: Italien hat laut Deutscher Bank 127 Prozent Schulden gemessen am BIP für 2010 (laut Eurostat: 119 % / IWF 2011: 120,3 %) . An die Sparbemühungen glauben die Banker offenbar auch nicht, denn für 2020 gehen sie von 131 Prozent aus.
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Griechenland kommt gleich dahinter mit 123 Prozent des BIP (Eurostat 2010: 142,8% / IWF 2011: 152,3%) - doch hier sieht die Prognose bis 2020 noch düsterer aus: 171 Prozent.
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Frankreich steht derzeit bei 92 Prozent des BIP (2020: 114%)
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Gleichauf liegen die USA mit ebenfalls 92 Prozent Staatsverschuldung gemessen am BIP - allerdings sieht die Prognose mit 133 Prozent für 2020 deutlich schlechter aus.
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Schon früh zählte Portugal zu den Krisenstaaten - doch mit 91 Prozent Staatsverschuldung (Eurostat: 93 Prozent / IWF 2011: 90,6%) liegt es unter den USA. (2020: 132) Dagegen liegt die Prognose für Ungarn bei 97 Prozent für 2020 (2010: 90%)
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Mit derzeit 83 Prozent liegt Großbritannien eigentlich im Mittelfeld - doch die Prognose für 2020 geht deutlich hoch auf 124.
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Deutschland folgt umgehen mit 82 Prozent Staatsverschuldung (Eurostat: 83,2 / IWF 2011: 80,1) auf. Für 2020 werden immerhin 97 Prozent vorhergesagt.
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Irland wird laut Prognose seine Staatsverschuldung auch nicht in den Griff bekommen, sondern von 81 (Eurostat 96,2% / IWF 2011: 114,1%) auf 118 Prozent steigern.
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Indien verzeichnet 2010 eine Staatsverschuldung von 89 Prozent des BIP - bis 2020 soll sie sogar auf 52 Prozent zurückgehen.
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Ungarn hat laut EU und OECD 2011 eine Schuldenquote von 75,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
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Spanien hat 68 Prozent Staatsverschuldung (Eurostat: 60,1% / IWF 2011: 63,9%), die sich auf 93 Prozent steigern soll.
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Polen hat eine Staatsverschuldung von 63 Prozent und vorhergesagt werden für 2020 dann 77 Prozent.
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China hat eine Staatsverschuldung von 46 Prozent (2020: 34%) - Südafrika liegt sogar mit 39 Prozent noch etwas darunter.
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Mexiko kann auf eine sehr niedrige Staatsverschuldung von 24 Prozent blicken - die sich bis 2020 sogar fast halbieren soll.
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Gerade einmal zehn Prozent beträgt die Staatsverschuldung in Russland - dem einzigen Land, das bis 2020 sogar auf 0 Prozent kommen soll.
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Für Estland liegt keine Prognose vor - derzeit beträgt die Staatsverschuldung 6,3 Prozent des BIP laut IWF (6,6% laut Eurostat).
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Luxemburg hat laut Eurostat 18,4 Prozent Staatsverschuldung 2010.
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Die Staaten der Welt leben auf Pump - teilweise liegt die Staatsverschuldung bei rund 200 Prozent über dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Wir zeigen ausgewählte Beispiele und die von der Deutschen Bank in einer Analyse prognostizierten Schulden für 2020. Japan übertrifft dabei alle anderen Länder: Die Staatsverschuldung lag 2010 bei 197 Prozent des BIP - bis 2020 könnte der Schuldenberg 246 Prozent des BIP erreichen.
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Der Rettungsschirm und die Staatsschulden
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Der Rettungsschirm und die Staatsschulden
Die Ära Berlusconi hat Italien einen Schuldenberg von 1843 Milliarden Euro beschert.
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Frankreich hat Schulden von 1591 Milliarden angehäuft - sind zusammen mit Italien 3434 Milliarden Euro.
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Spanien ist mit 639 Milliarden Euro verschuldet - macht zusammen 4073 Milliarden Euro.
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Die viel gescholtenen Griechen haben Schulden von gerade einmal 329 Milliarden Euro - macht 4402 Milliarden Euro.
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Portugal hat Staatsschulden von 160 Milliarden Euro - macht zusammen 4562 Milliarden Euro.
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Mit dem irischen Schuldenhügel von 148 Milliarden Euro stehen dem 1-Billion-Euro-Rettungsschirm zusammen 4710 Milliarden Euro an Staatsschulden gegenüber.
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Der Euro-Rettungsschirm soll bis zu 1000 Milliarden Euro (1 Billion) stemmen können, wenn die Krisenländer über ihre Schulden stürzen. Wie hoch sind deren Schulden derzeit?
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Die Gespräche Athens mit den Banken stocken, weil sich beide Seiten nicht einigen können, welchen Zinssatz die Gläubiger für ihre neuen Anleihen erhalten sollen. Juncker stellte klar, dass Griechenland einen Zinsatz klar unter vier Prozent für die neuen Anleihen aushandeln soll - deutlich weniger als von den Banken erhofft. Je geringer der Zinsatz, desto größer die Erleichterung für Griechenland.
Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos äußerte sich am Dienstag nicht zu dem steigenden Druck der Euro-Länder und sagte lediglich: „Wir haben grünes Licht von der Eurogruppe, das Abkommen mit dem Privatsektor in den nächsten Tagen abzuschließen.“ Der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden sagte zur Lage in Griechenland: „Ich bin kein bißchen optimistisch.“ Er hoffe jedoch, dass „Griechenland die Botschaft verstanden hat“ und die Forderungen der Euro-Länder erfülle.
Der schwedische Finanzminister Anders Borg, dessen Land nicht zur Eurozone gehört, stellte den Griechen ein verheerendes Zeugnis bei der Einhaltung der Programmzusagen aus: „Es ist offensichtlich, dass die Umsetzung in Griechenland gescheitert ist.“ Mit Blick auf Regierung und Behörden sagte Borg: „Sie müssen viel, viel effektiver werden bei der Umsetzung ihrer Politik.“ (afp)