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Üppige US-Boni: Die Korken knallen wieder

Die US-Bank JP Morgan verdient 3,3 Milliarden im Quartal - die Boni fallen üppig aus. Die größten US-Finanzinstitute könnten zusammen rund 145 Milliarden Dollar für Gehälter und Sonderzahlungen ausschütten. Von Felix Wadewitz

Die 38 größten US-Finanzinstitute könnten zusammen rund 145 Milliarden Dollar für Gehälter und Sonderzahlungen an ihre Angestellten ausschütten.
Die 38 größten US-Finanzinstitute könnten zusammen rund 145 Milliarden Dollar für Gehälter und Sonderzahlungen an ihre Angestellten ausschütten.
Foto: afp

New York. An der Wall Street ist wieder Zeit für Champagner. In diesen Tagen beginnen die Banken mit der Ausschüttung ihrer Bonus-Zahlungen an die Top-Mitarbeiter und präsentieren ihre aktuellen Bilanzen.

Der Vorstandschef Jamie Dimon von JP Morgan Chase preschte am Freitag mit einem erneuten Fabelergebnis vor: 3,3 Milliarden Dollar Gewinn machte die Bank allein in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres. Für Gehälter und Boni legte Wall-Street-Star Dimon im selben Zeitraum mehr als fünf Milliarden Dollar zurück. Insgesamt will JP Morgan damit 27 Milliarden Dollar an die Mitarbeiter zahlen.

Debatte: Krise

Erst kippen Banken - dann wackelt die Wirtschaft. Nun muss der Staat helfen.

Mitreden: Wirtschafts- und Finanzkrise

Die 38 größten US-Finanzinstitute könnten zusammen rund 145 Milliarden Dollar für Gehälter und Sonderzahlungen an ihre Angestellten ausschütten, prognostiziert das Wall Street Journal. Das wäre ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und sogar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007.

Im Durchschnitt bekommt jeder Mitarbeiter rund 150.000 Dollar im Jahr, allerdings ist diese Summe sehr ungleich verteilt: Führungskräfte haben oft Multi-Millionen-Dollar-Verträge.

Die Finanzkrise - wie alles begann

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Während Investmentbanken wie Goldman Sachs rund die Hälfte ihres Einkommens für ihre Mitarbeiter ausgeben, sieht es bei normalen Geschäftsbanken mit Filialen anders aus. Deren Beschäftigte verdienen deutlich weniger als die Kollegen an der Wall Street.

Viele Menschen sind wütend

Einige Banken wie Goldman Sachs und Citigroup wollen Sonderzahlungen nun in Form von Aktien der eigenen Unternehmen ausschütten, um so langfristiges Denken zu fördern und den Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die Finanzindustrie steht wegen der Höhe der Summe massiv unter öffentlichem Druck. Kaum jemand hat vergessen, dass die Banken ohne die Rettungsmilliarden des Steuerzahlers in der Krise untergegangen wären.

Viele Menschen sind wütend. Denn während Banker ihre Boni-Sause feiern, treibt die schwächelnde Wirtschaft die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau. Am Donnerstag reagierte US-Präsident Barack Obama auf die Stimmung. Er kündigte eine Sondersteuer an, um von rund 50 Banken 117 Milliarden Dollar einzusammeln.

Die erneuten Megagewinne der Banken sind auch eine Folge der Finanzkrise. Konkurrenten wie Lehman Brothers flogen aus dem Markt oder wurden übernommen, die Marktanteile der Überlebenden steigen. JP Morgan etwa schnappte sich Washington Mutual und Bear Stearns und zahlte als eines der ersten Institute seine Schulden beim Steuerzahler zurück.

Im vorigen Jahr erzielte JP Morgan nach den nun vorgelegten Ergebnissen einen Gewinn von knapp zwölf Milliarden Dollar. Einen üppigen Überschuss bescherte den New Yorkern vor allem das Investmentbanking und hier vor allem das Geschäft mit Anleihen und artverwandten Produkten, die steigenden Börsenkurse trieben die Umsätze. In anderen Bereichen wie dem Geschäft mit Kreditkarten hat die Bank weiter Probleme.

Nächste Woche werden weitere Banken ihre Zahlen präsentieren. Dabei wird sich zeigen, dass die amerikanische Bankenlandschaft weiter in Gewinner und Verlierer gespalten ist. Auf der einen Seite stehen die Wall-Street-Banken, die mit dem Handel verschiedener Finanzinstrumente und Wetten auf Marktentwicklungen wieder Milliarden scheffeln.

Verlierer bleiben die Geschäftsbanken, die vom Geschäft mit Krediten und Hypotheken abhängen: Die Zahl der Konsumenten, die ihre Kreditkarten-Rechnungen nicht mehr bezahlen können, ist weiterhin hoch.

Autor:  Felix Wadewitz
Datum:  15 | 1 | 2010
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