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Zeittafel: Die wichtigsten Eingriffe der Notenbanken

Märkte stabilisieren, Banken stützen und mit massiven Leitzinssenkungen die Wirtschaft vor dem Absturz bewahren - Zentralbanken bekommen in der Finanzkrise wichtige Funktionen. Ein Überblick über die wichtigsten Eingriffe.

August 2007: Die Probleme an den Hypotheken- und Kreditmärkten greifen auf den Interbanken-Geldmarkt über. EZB und Fed sehen sich gezwungen, zusätzlich Liquidität in den Markt zu pumpen.

12. Dezember 2007: Die Notenbanken in den fünf wichtigsten Währungsräumen greifen gemeinsam ein, um ein Austrocknen der Geldmärkte zu verhindern.

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15. September 2008: Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers öffnen die großen Zentralbanken die Geldschleusen, um angesichts der Panik an den Finanzmärkten die Geschäfte am Geldmarkt am Laufen zu halten.

8. Oktober 2008: Die wichtigsten Notenbanken weltweit senken gemeinsam die Zinsen - ein historischer Schritt.

4. Dezember 2008: Die EZB senkt ihren Leitzins überraschend um einen dreiviertel Prozentpunkt auf 2,5 Prozent. Es ist der größte Zinsschritt seit der Einführung des Euro und der Gründung der europäischen Notenbank.

16. Dezember 2008: Die Fed kappt ihren Leitzins auf eine Spanne zwischen null und 0,25 Prozent - ein Rekordtief.

18. März 2009: US-Notenbankchef Bernanke kündigt den Ankauf von Staatspapieren für zunächst 300 Milliarden Dollar an. Die Fed erweitert außerdem ihre bestehenden Programme zur Stützung der Kreditmärkte und Banken auf rund eine Billion Dollar.

7. Mai 2009: Die EZB senkt ihren Leitzins auf das Rekordtief von einem Prozent.

24. Juni 2009: Die EZB stellt den Banken der Euro-Zone erstmals für ein ganzes Jahr Liquidität zur Verfügung. Mehr als 1000 Banken rufen die Riesensumme von 442 Milliarden Euro ab.

6. Juli 2009: Die EZB beginnt offiziell mit dem Ankauf von Pfandbriefen.

16. Dezember 2009: 224 Banken aus der Euro-Zone rufen beim letzten Jahrestender der EZB knapp 100 Milliarden Euro ab. Das ist ein Wendepunkt. 2010 beginnt die EZB schrittweise mit ihrer Entziehungskur für das Bankensystem. Am Ende soll die Rückkehr zur Liquiditätsversorgung wie vor der Krise stehen.

19. Februar 2010: Die Federal Reserve erhöht den Zinssatz für Übernachtkredite von 0,5 auf 0,75 Prozent und verteuerte damit Notkredite für Banken.

25. März 2010: EZB-Chef Trichet kündigt an, dass die Notenbank auch über das Jahresende 2010 hinaus Sicherheiten mit einem schwächeren Rating als "A-" akzeptieren wird. Sie hilft damit indirekt den griechischen Banken und erleichtert die Refinanzierung Griechenlands.

8. April 2010: Die EZB akzeptiert auch nach 2010 noch Anleihen mit einem Rating von mindestens "BBB-" als Sicherheiten. Allerdings müssen die Banken dafür Abschläge akzeptieren, deren Höhe sich an der Laufzeit, der Liquidität oder der Kreditqualität der Papiere orientiert - bisher lag der Abschlag einheitlich bei fünf Prozent. Details will die EZB im Juli vorlegen. Im "A"-Bereich ändert sich nichts.

Zugleich gibt es weitere Einschränkungen für die Banken: So werden Fremdwährungs-Wertpapiere wie Dollar-Bonds und auf dem unregulierten Markt gehandelte Titel ab Januar 2011 nicht mehr als Sicherheit angenommen.

10. Mai 2010: Die EZB kündigt im Kampf gegen die eskalierende Schuldenkrise in der Euro-Zone an, am öffentlichen und privaten Anleihemarkt in großem Stil aktiv werden zu wollen. Die Notenbank gibt damit ihren Widerstand gegen den Ankauf von Staatsanleihen der Euro-Länder auf, der Kritikern zufolge zu einem Ansteigen der Inflation führen könnte. Laut EU-Vertrag kann die EZB die Anleihen nur am Sekundärmarkt erwerben und nicht direkt bei den Regierungen. (rtr)

Datum:  10 | 5 | 2010
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