Aktuell: Trauer um Claudia Michels | Pegida | Flucht und Zuwanderung | Fußball-News | Eintracht Frankfurt

Schule

06. März 2012

Bildung: Das Märchen von der Jungenkrise

 Von Jana J. Bach
Auch Jungen können glücklich und erfolgreich in der Schule sein.Foto: imago

Sind männliche Schüler Bildungsverlierer, weil in Grundschulen vor allem Frauen unterrichten? Forscher bezweifeln diese These

Drucken per Mail

Sind männliche Schüler Bildungsverlierer, weil in Grundschulen vor allem Frauen unterrichten? Forscher bezweifeln diese These

Ein Kindergarten in einer deutschen Großstadt: Der kleine Jan hat sich gerade den Kopf beim Toben an einer Holzkiste mit Lego-Bausteinen gestoßen. Alles halb so wild. Denn eine der drei Erzieherinnen kommt sofort herbei, um den Schmerz wegzupusten. Trösten, spielen, singen, vorlesen, beim Essen helfen – gerade die ganz frühe Bildung ist noch immer weiblich geprägt. Männer fehlen in Kindergärten, aber auch in Grundschulen, wo zu mehr als 85 Prozent Frauen unterrichten.

Die weibliche Prägung in den ersten Lebensjahren hat Folgen für die schulische Entwicklung der Geschlechter. Das behaupten jedenfalls Bildungsforscher. Wie Studien der jüngeren Zeit ergaben, haben Mädchen die besseren Noten und Prüfungsergebnisse, schaffen häufiger den Sprung aufs Gymnasium und brechen seltener die Ausbildung ab. An den Hochschulen sind sie mittlerweile in der Überzahl. Mädchen sind auf der Überholspur.

Auf der anderen Seite konstatierten Forscher und Politiker eine Jungenkrise. Wie die Pisa-Studie ergab, liegen 15-jährige Jungen in ihren Leseleistungen ein Jahr hinter ihren Altersgefährtinnen zurück. 60 Prozent der Jungen lesen nie zu ihrem Vergnügen, bei Mädchen sind es nur 29 Prozent. Generell seien Jungen die Bildungsverlierer, lautete der Tenor.

Lehrerinnen schaden nicht

Die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), verkündete, ein „Jungen-Referat“ einzurichten, um den aus der weiblich geprägten Pädagogik entstandenen Nachteilen für Jungen entgegenzuwirken. Aktionen, wie etwa im Bergischen Land, machten auf sich aufmerksam, indem sie die Nachbarschaft von Grundschulen mit der Forderung plakatierten: „Mann, werd’ Lehrer!“

Doch was ist wirklich dran an den Thesen? Drei Doktoranden aus Berlin und Mannheim haben sich jüngst die Ergebnisse internationaler Untersuchungen vorgenommen, unter anderem der Iglu-Studie, die in einem Zeitraum von 2003 bis 2005 bundesweit die Lese- und Rechenkompetenz von Schülerinnen und Schülern der vierten bis sechsten Klasse erfasst hatte. Die Forscher kamen zu dem Schluss: Die weibliche Dominanz im Lehrerberuf wirkt nicht auf die Chancen und Leistungen der Jungen.

„Es ließen sich keine nennenswerten Unterschiede feststellen, egal ob die Schüler von männlichen oder weiblichen Lehrern unterrichtet wurden“, sagte Martin Neugebauer vom Zentrum für Europäische Sozialforschung der Universität Mannheim. Mit ihm werteten sein Uni-Kollege Andreas Landmann sowie Marcel Helbig vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) für Sozialforschung die Studien aus.

KARRIERE-UNTERSCHIEDE

Von Jungen als Bildungsverlierer kann generell keine Rede sein. Zwar liegen in der Schule die Mädchen leistungsmäßig oft vorne. Doch später, bei den akademischen Karrieren und den gut dotierten Jobs, wendet sich das Blatt wieder zugunsten der Männer.

Professorinnen: Unter den Abiturienten eines Jahrgangs sind ungefähr die Hälfte weiblich, ebenso unter den Hochschulabsolventen. Bei denen, die ihren Doktor machen, sind es noch 40 Prozent. Doch nur 18 Prozent der Professorenstellen sind mit Frauen besetzt.
Einkommen: Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen verdienen mit monatlich 2889 Euro durchschnittlich fast ein Viertel weniger als Männer mit 3112 Euro. Das ergab der Gender-Datenreport 2010 des Statistischen Landesamtes Berlin. Besonders in den oberen Einkommensgruppen – ab 50.000 Euro Jahresverdienst – klaffen die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch Sonderzahlungen fallen für Frauen im Durchschnitt um 40 Prozent geringer aus als für Männer.
Familien: Frauen mit Kindern gehen deutlich seltener einer Erwerbstätigkeit nach, als ihre Partner. 2008 waren sechs von zehn Müttern minderjähriger Kinder in Deutschland berufstätig, ein Drittel von ihnen in Teilzeitverhältnissen. Für Männer dagegen ist eine Familiengründung kaum mit beruflicher Veränderung verbunden: Lediglich jeder Zehnte war nicht erwerbstätig.

Nicht die Jungen haben sich verschlechtert, vielmehr treten die Mädchen selbstbewusster auf, streben häufiger als früher einen Abschluss oder ein Studium an, so lautet ein Ergebnis. Von den 50er- bis 70er-Jahren stellten die Jungen bei den Abiturienten und Studenten noch die Mehrheit. 1981 lag erstmals die Abiturientenquote bei Mädchen höher, ein Vorsprung, der sich stetig vergrößerte. 2007 machten etwa 30 Prozent aller Mädchen ihr Abitur, bei den Jungen waren es nur 21 Prozent.

Aber ist die frühe Bildung nicht doch auch „weiblich geprägt“? Kommen Lehrerinnen besser mit Mädchen zurecht? Auch dies ist eine These in der Bildungsdebatte. Marcel Helbig vom WZB kennt die Einwände, Jungen würden häufiger als „Störenfriede“ auffallen, da sie sich mit den weiblich angehauchten Praktiken im Schulalltag nicht arrangierten. Aber ob Jungen in der Schule fleißig seien oder nicht, hänge von ganz anderen Faktoren ab.

„Untersuchungen haben ergeben, dass Eltern ihre Söhne fast immer als intelligenter einschätzen als ihre Töchter“, sagt Helbig. Eine Folge davon ist, dass die Jungen entsprechend behandelt werden und sich auf ihrem Ruf ausruhen. Im übrigen funktioniere das auch andersherum, so Helbig: Kinder befinden ihre Väter für schlauer als die Mütter und die Großväter für klüger als die Großmütter.

Die Männer hätten den Expertenstatus inne. Das beginne schon, wenn Kinder mit fünf Jahren behaupteten, sie würden gerne Feuerwehrmann oder Krankenschwester werden. „Eine realistische Berufsorientierung ist das natürlich nicht“, sagt Helbig. Mit tatsächlichen Kompetenzen hat es nichts zu tun. Frauen sind auch nicht biologisch auf Pflegeberufe abonniert. Es werden lediglich die traditionellen und immer noch gängigen Männer- und Frauenbilder gespiegelt. „Frauen stehen nach wie vor in der erzieherischen Hauptverantwortung“, sagt Martin Neugebauer.

Dem Grundschulberuf hängt das Image an, etwas für „Weichgespülte“ zu sein. Frauen mit Kindern bietet der Lehrerjob den Vorteil, familiäre und berufliche Interessen miteinander verknüpfen zu können. Dass Männer sich nicht für eine Tätigkeit in der Früherziehung entscheiden, liegt nicht zuletzt an der Bezahlung: Pädagogen an Gymnasien erhalten im Durchschnitt 700 Euro mehr als Grundschullehrer. Und selbst, wenn in einer Familie nicht die klassische Rollenverteilung vorhanden ist, herrscht immer noch Lohnungleichheit in vielen Berufssparten.

Der Sozialpädagoge Kim-Patrick Sabla, Professor an der Universität Vechta, findet es besonders interessant, in welchem Kontext die Debatte um die Jungen „als Bildungsverlierer“ angestoßen wurde. „Der Diskurs ist politisch und ökonomisch motiviert“, sagt er. „Zunächst wurde der Ruf lauter, mehr Männer in Kitas unterzubringen.“ Dazu wurden sogar Modellprojekte gestartet, und zwar mit Langzeitarbeitslosen. Letztlich drehe es sich um stärkere Flexibilität von Arbeitskräften, die mehrfach einsetzbar sein sollen, sagt Sabla.

Für eine Diskussion um Bildungserfolge hält er Studien, die sich auf die Wirkung von Herkunft, sozialem Status und Armut beziehen, für viel entscheidender, als eine Debatte um schulische Feminisierung. Die Krise sei aufgebauscht und emotionalisiert, wie fast immer, wenn es sich um Geschlechterungleichheiten drehe. Die Jungen seien zu unrecht in den Fokus geraten.

Es gibt nur wenige Konstanten in der deutschen Bildungsentwicklung. Eine von ihnen betrifft die Schulerfolge von Kindern aus bildungsfernen Schichten und Migrantenfamilien. Diese sind heute noch genauso unterdurchschnittlich wie vor 50 Jahren. Das ergab die Untersuchung der Sozialforscher um Martin Neugebauer von der Universität Mannheim.

Die Politik habe hier versagt, sagt sein Kollege Marcel Helbig vom WZB. Mindestens seit den 70er-Jahren werde darüber geredet, wie die Bildungsarmut mit der sozialen Herkunft vererbt werde. Aus Resignation habe man nun ein neues Fass aufgemacht, statt hilfreiche Konzepte zu entwickeln. Das Gesicht der Gesellschaft in Deutschland hat sich erschreckend wenig gewandelt. Wenn sich etwas getan habe, dann, dass Frauen gelernt hätten, mit einer Doppelbelastung umzugehen, sagt der Sozialpädagoge Sabla.

Männer fehlen in der Früherziehung

Die Bundeskanzlerin tauge nicht als Aushängeschild für ein gesellschaftlich-fortschrittliches Frauenbild. Sie agiere neben ihrem Amt nicht als Mutter, sei einen typisch männlichen Karriereweg gegangen. Als modern könne man sie allenfalls in Kombination mit ihrem Mann ansehen, der sich bedeckt halte – und ihr den Rücken frei.

Der Tatbestand ist dennoch misslich: Männer fehlen in der Früherziehung. Aber das betrifft nicht nur öffentliche Einrichtungen wie Kita und Grundschule. Sondern es geht vor allem auch um die Familien. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Berlin zeigen, dass immer mehr Kinder in Deutschland mit nur einem Elternteil aufwachsen – und zwar in jeder fünften Familie. Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen.

Eine „vaterlose Gesellschaft“ mag vielleicht keine Auswirkungen auf die Bildung von Kindern haben. Allerdings sind die psychischen Folgen weitgehend unbekannt. Diesbezügliche Studien fehlen bislang. Die generelle Forderung nach mehr männlichen Vorbildern in der Bildung hält Kim-Patrick Sabla dagegen für undifferenziert. Männer sind keine homogene Masse. „Mal wird nach dem starken Mannsbild in der Früherziehung verlangt, mal nach dem sensiblen Zuhörer.“ Viel entscheidender dagegen ist, dass Männer präsent sind, um ein gleichberechtigtes Miteinander vorzuleben – und zwar für Jungen und Mädchen gleichermaßen.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Videonachrichten Wissen
Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Vergütung

Sollten Professoren Boni bekommen?

Dass Professoren nach Leistung bezahlt werden, kommt an deutschen Unis selten vor.

Ist es eine gute Idee, den besten Professoren mehr Geld zu zahlen? Grundsätzlich ja, sagt der Wissenschaftler Herbert Grüner - und macht Vorschläge, wie sich die Leistung von Akademikern messen lässt.  Mehr...

Zuwanderung Hochschule Studium

Gekommen, um zu bleiben

44 Prozent der ausländischen Studierenden, die hier ihren Abschluss machen, entscheiden sich danach für ein Leben in Deutschland.

Eine aktuelle Studie zeigt: Zuwanderung funktioniert über die Hochschulen besonders gut. Menschen, die ihren Schulabschluss in ihrem Heimatland gemacht und in Deutschland studiert und den Hochschulabschluss erworben haben, lassen sich besonders gut integrieren. Mehr...

Tiernamen

Bello und Fifi sind out

Das hier ist Ben, Max oder Sammy - das sind zumindest die aktuellen Trend-Hundenamen.

Die Mainzer Juniorprofessorin Mirjam Schmuck erforscht die Namen von Tieren. Denn auch die gehen mit der Mode. Mehr...

Studium Semesterstart

Feilschen um einen Seminarplatz

Semesterstart in Hessen: viele Studierende, wenig Wahlmöglichkeiten.

Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge sorgen für einen Ansturm auf die Universitäten. Während Studenten die Hochschulen zum Semesterstart für überlaufen halten, sehen die Unis genügend Platz für alle. Beispiel Gießen. Mehr...

FH-Absolventen Doktorarbeit

Ein steiniger Weg

Von Verena Wolff |
Ein guter FH-Abschluss reicht oft nicht, um einen Doktorvater zu finden.

Immer mehr FH-Absolventen wollen promovieren, leicht wird es ihnen oft nicht gemacht. In Deutschland können Studenten lediglich an Universitäten oder an gleichgestellten Hochschulen wie Privatinstituten promovieren.  Mehr...

Hochschulen Ranking

Deutsche Unis unter den Top 100

Die Goethe-Universität belegte im QS-Ranking Platz 208. Das Ranking ist wegen methodischer Schwächen umstritten.

Das QS Ranking ermittelt einmal im Jahr aus 800 Hochschulen die weltweit besten. Die Goethe-Uni in Frankfurt belegt als beste hessische Hochschule Platz 208. Das Ranking ist jedoch nicht unumstritten.  Mehr...

Qualität des Studiums

Studenten sind zufrieden mit Studium

Von Nicole Schmidt |
Studenten sind mit ihrem Studium zufriedener als noch vor ein paar Jahren.

Studenten sind zufriedener mit ihrer Hochschule als vor sieben Jahren. Die Verbesserung der Stimmung kann verschiedene Ursachen haben, erklärt der Studienautor. Mehr...

Studium

Jura-Studenten haben Sprachprobleme

Von  |
Studenten sitzen in einem Hörsaal (Symbolbild)

Um die Sprachkompetenz vieler Jura-Studenten steht es schlecht. Damit die angehenden Juristen am Ende des Studiums auch sprachlich glänzen können, will eine Professorin ihnen mit gezielter Förderung helfen. Mehr...

Technikum

Maschinenbau wird ein bisschen weiblicher

Von Joachim Göres |
Technik und Frauen passt nicht zusammen? Und ob!

Weil junge Frauen nach dem Abitur nur selten Maschinenbau, Informatik, bestimmte Naturwissenschaften oder Technik – also die sogenannten Mint-Fächer – studieren, sollen sie langsam herangeführt werden - mit einem sogenannten Technikum. Mehr...

Ausbildungsförderung

Bafög-Bezug soll einfacher werden

Wanka: "Das Bafög geht teilweise an der Wirklichkeit vorbei".

Die neue Bildungsministerin Johanna Wanka will die Bafög-Förderung ausweiten. Ältere und Teilzeitstudenten könnten von den Änderungen profitieren, aber Wanka muss vorher noch eine Hürde nehmen.  Mehr...

Promovieren an der FH

Promotion als Privileg

Von Katja Irle |
Kooperative Promotionen sind mittlerweile keine Einzelfälle mehr.

Auch Fachhochschulen wollen Doktortitel verleihen – aber die hochnäsigen Universitäten wehren sich dagegen. Bildungsministerin Annette Schavan machte sich für das Promotionsrecht der Fachhochschulen stark, ruderte dann aber zurück.  Mehr...

Plagiate

"Wissenschaft braucht eigene Standards"

"Professionelle Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen": Christoph Markschies, Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Wie misst man, ob eine Forschungsarbeit sauber ist? Christoph Markschies von der Akademie der Wissenschaften Berlin-Brandenburg sucht nach klaren Vorgaben. Mehr...

Studiengebühren

Das Ende der Studiengebühren

Hörsaal der Technischen Universität in München.

Die Zeit der Studiengebühren in Deutschland scheint Geschichte zu sein. Zuletzt haben die Bayern sich klar für ein Volksbegehren gegen die Zahlungen ausgesprochen. Davon profitiert vor allem die gut situierte Mittel- und Oberschicht, deren Kinder mehrheitlich die Hochschulen besuchen. Mehr...

Bildung

Studium? Nein, danke!

Von Torsten Harmsen |
Kein Interesse an Hörsälen: Jeder dritte Deutsche mit Hochschulreife geht nicht an die Uni.

Jeder dritte Deutsche mit Hochschulreife in der Tasche entscheidet sich gegen den Schritt in den Hörsaal. Eine Studie fragt, warum das so ist.  Mehr...

Wissenschaftsrat

Unis vergeben zu gute Noten

An deutschen Unis gibt es zu viele gute Noten, bemängelt der Wissenschaftsrat.

Kaum ein Absolvent erhalte mehr die Abschlussnote "ausreichend", es gebe Anzeichen für eine "Aufweichung der Bewertungsstandards" an deutschen Hochschulen, bemängelt der Wissenschaftsrat laut einem Medienbericht. Mehr...

EU-Bildungsvergleich

Zu wenige Schüler und Studenten

Von Tino Brömme |
In der neuen EU-Studie geht es auch um die Ursachen der Bildungsunterschiede.

Eine neue Studie macht Aussagen zur deutschen Bildungsbeteiligung im europäischen Vergleich. Einige deutsche Bundesländer schneiden dabei äußerst schlecht ab. Die Aussagekraft der Studie wird vom Wissenschaftsministerium bezweifelt.  Mehr...

Plagiate an der Uni

Falschspiel im Team

Von Hermann Horstkotte |
Viele Studenten scheinen es nicht ganz genau zu nehmen.

Eine Münsteraner Serie von Wissenschaftsplagiaten zeigt: Das Übel wurzelt in den Grundstrukturen des Uni-Betriebs. Mehr...

Studium

Beim Wurzelziehen versagt

Von Birgitta vom Lehn |
Viele Studenten empfinden mathematische Aufgaben als schwierigstes Hinderniss auf dem Weg zum Studienabschluss.

Jeder zweite angehende Ingenieur wirft im Studium das Handtuch. Schuld ist häufig mangelnde Vorbildung im Fach Mathematik. Was den Universitäten zunehmend zu schaffen macht: Die Tendenz wird immer schlechter.  Mehr...

Studiengebühren in der EU

Briten zahlen am meisten

In Deutschland zahlen nur Niedersachsen und Bayern Studiengebühren.

England ist ein teures Pflaster. Auch für Studenten: Nirgendwo sonst sind die Studiengebühren in der EU so hoch. Einem Bericht der EU-Kommission in Brüssel zu Folge zahlen Studenten in England umgerechnet 11.500 Euro pro Studienjahr an Gebühren. Mehr...

Chancengleichheit beim Studieren

Immer weniger gehen an die Uni

Von Jeannette Goddar |
Kinder von Nicht-Akademikern studieren selten.

Die Studienbereitschaft in bildungsfernen Schichten nimmt ab. Aus Arbeiterfamilien nehmen nur noch vier von zehn Kindern mit Fachhochschulreife ein Studium auf. Familien, in denen es bisher keine Akademiker gibt, sind vom Projekt Studium oft abgeschreckt. Mehr...

World University Rankings

MIT ist weltbeste Universität

In diesem Jahr nur Zweiter: die Cambridge University.

Das Massachusetts Institute of Technology belegt im aktuellen QS World University Ranking den ersten Platz, Cambridge und Harvard folgen. Eine deutsche Universität schafft es trotzt der Exzellenzinitiative nicht unter die besten 50.  Mehr...

Handelsblatt-Ranking

300 Professoren boykottieren Ranking

Von  |
Zu viele Zahlen, zu wenig echte Werte: Die Kritik an Hochschulrankings nimmt zu.

Nächsten Montag veröffentlicht das Handelsblatt sein neues BWL-Ranking. Doch die Aussagekraft dürfte deutlich eingeschränkt werden: Gut 300 BWL-Professoren wehren sich gegen die Bewertung - und sprechen in einem offenen Brief von Manipulation. Mehr...

Elite-Unis

Die Lehre soll nicht für die Elite bluten

Von Torsten Harmsen |
Die Kürzungen sollten nicht zulasten der Studierenden gehen.

Die Universitäten Freiburg, Göttingen und Karlsruhe haben ihren Exzellenzstatus und viele Millionen Euro verloren. Studenten und Professoren fürchten nun um Kürzungen bei der Lehre und den Fachbereichen. Die Lösungssuche gestaltet sich schwierig. Mehr...

Fachhochschulen

Mehr Studenten an praxisnahen Hochschulen

Von Daniel Kiefer |
Die Zahl der Studenten in Deutschland steigt an.

Die Zahl der Fachhochschul-Studenten ist in den letzten zehn Jahren stark angestiegen. Die Fachhochschulen nähern sich den Universitäten in bestimmten Bereichen an und sind "attraktiver denn je". Die Kooperation verschiedener Hochschultypen lässt aber noch zu wünschen übrig. Mehr...

Elite-Unis

Der teure Verlust der Elite

Von Andreas Maisch |
Werden die Gelder ehemaliger Eliteuniversitäten gekürzt, müssen sich vor allem Studenten von kleineren Studienfächern Sorgen machen.

Die Exzellenzuniversitäten, die ihren Status einbüßten, wollen ihre ambitionierten Projekte weiterführen. Aber wie, wenn die Gelder gekürzt werden? Gespart wird dann hauptsächlich an kleineren Fachbereichen, die um ihre Existenz bangen müssen. Mehr...

Kritik an Bachelor

Lautes Grummeln bei den Uni-Rektoren

Von Katja Irle |
Seit 10 Jahre gibt es nun den "Bachelor". Ob der Studiengang wirklich die internationale Mobilität vergrößert, ist umstritten.

Harsche Bologna-Kritik übt der neuen Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Horst Hippler: Die gewünschte internationale Mobilität leide und die Absolventen der Hochschulen werden nicht mehr zu Persönlichkeiten ausgebildet. Empörte Reaktionen folgen. Mehr...

Fälschen im Studium

Fast 80 Prozent der Studenten schummeln

Von Torsten Harmsen |
80 Prozent der Studenten sollen schon einmal geschummelt haben.

Ob Spickzettel dabei oder ein Blick zum Banknachbarn: Glaubt man einer neuen Studie, betrügen vier von fünf Studenten bei Klausuren und Hausarbeiten. Dozenten machen sich nicht oft die Mühe, genau zu kontrollieren. Und die Studenten stehen unter Dauerstress. Mehr...

Zehn Jahre Bologna-Reform

"Bologna ist Käse"

Von Katja Irle |
Studenten sitzen vor dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universitaet zu Berlin.

Unausgereifte Bachelor- und Masterabschlüsse sorgen für Unmut bei den Studentischen Verbänden - zehn Jahre nach der Bologna-Hochschulreform in Deutschland.  Mehr...

Studium Bafög

Neuer Rekord beim Bafög

Mehr Studenten als je zuvor bekommen die staatliche Finanzspritze.

Die Ausbildungsförderung für Schüler und Studenten übersteigt erstmals drei Milliarden Euro. Mehr junge Leute denn je bekommen die staatliche Finanzspritze. Diese ist nach Ansicht des Deutschen Studentenwerks und der Linke aber noch deutlich zu niedrig. Mehr...

Studienabbruch im Priesterseminar

Zölibat, das ewige Hindernis

Zwei Männer der umstrittenen Pius-Bruderschaft in Ordenstracht auf dem Gelände des Priesterseminars in Zaitzkofen.

Viele junge Männer finden erst über Umwege zum Priesterberuf, zeigt ein Besuch im Mainzer Priesterseminar. Trotz Personalnot wird auch nicht jeder Bewerber genommen. Die angehenden Priester merken oft erst mitten im Studium, wie schwierig es ist, zölibatär zu leben. Mehr...

Tipps fürs Masterstudium

Master oder Beruf?

Bachelorstudium, und dann? Ein Masterabschluss ist nicht zwingend notwendig für eine erfolgreiche Berufskarriere.

Nach dem Bachelor noch einen Master? Oder lieber gleich in den Beruf? Vielen Studenten fällt diese Entscheidung ausgesprochen schwer. Ein Master aus Karrierestreben lohnt sich jedenfalls nicht, denn die Chancen in einem Unternehmen steigen kaum. Mehr...

Tipps für Erstsemester

So kommen Sie gut durchs Studium

Alles neu - Ein nachdenklicher "Ersti" an der Goethe-Uni in Frankfurt.

Schluss mit Langeweile und Müdigkeit in Seminaren. Damit Studenten sich perfekt auf interessante Referate vorbereiten können, gibt Karin Joiko im Gespräch Tipps dazu, wie Referate besonders gut gelingen.  Mehr...

Uni-Ranking

Soziologen boykottieren Ranking der Universitäten

Von Birgitta vom Lehn |
Studenten bei einer Einführungsveranstaltung der Uni Mainz.

Wissenschaftler werfen den Machern der Zeit-Hochschulranglisten große Schwächen vor. Diese wehren sich gegen die harsche Kritik, etwa mit einer Stellungnahme im Internet. Mehr...

Pillen zum Lernen

"Hirndoping" wird überschätzt

Mit Pillen lässt sich die Leistungsfähigkeit höchstens kurzfristig steigern. Allerdings können die Mittel auch Nebenwirkungen haben.

Pille rein und loslernen? Schön wär's, aber Schlaumacher-Mittel bleiben ein Wunschtraum. Zumindest ihr Konzentrationsvermögen versuchen Studenten mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu erhöhen. Die Wirkung bleibt zweifelhaft. Mehr...

Wachsende Studentenzahl

Seminare auch am Wochenende

Von Christina Michaelis |
Studenten der TU Darmstadt sitzen im Audimax. (Archivbild)

Hessische Unis wappnen sich mit neuen Konzepten für den doppelten Abiturjahrgang 2013. Wochenendseminare erschweren den Studenten künftig das Leben. Und das ist nicht das einzige Problem. Mehr...

Numerus Clausus

Zoff um die Zulassung

Von Torsten Harmsen |
Dichtes Gedränge bei der Einschreibung, wie an der Technischen Universität Dresden, könnte Erstsemestern auch in diesem Jahr blühen.

Hoffnung für Abiturienten: Die Bewerbungen für NC-Fächer werden nun bundesweit koordiniert. Doch die Technik spielt noch nicht richtig mit.  Mehr...

Uni Oldenburg Modul Service Learning

Seniorenhilfe statt Seminarbesuch

Von Joachim Göres |
        

Der Kontakt zwischen Jung und Alt bereichert beide Seiten.

An der Uni Oldenburg zählt der soziale Einsatz. Das sogenannte Modul Service Learning ist ein in Deutschland einzigartiges Studienmodell. Dabei arbeiten Studenten aller Fächer ein Semester lang ehrenamtlich, unter anderem in Kindergärten oder Tierheimen. Mehr...

Adama-Universität Äthiopien

Masse statt Klasse

Von Astrid Ludwig |
        

Die Adama-Universität in Äthiopien.

Die Adama-Universität in Äthiopien sollte eine Uni nach deutschem Vorbild werden. Doch jetzt richtet man sich lieber nach Südkorea aus. Mehr...

Dialekt

Germanisten erforschen Saarländisch

Der wohl bekannteste Saarländer im TV: Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker. Für seinen Dialekt interessieren sich auch Wissenschaftler.

Die saarländische Wendung „Hauptsach gudd gess“ hat es an die Universität geschafft: Germanisten wie Christian Ramelli erforschen den Dialekt. Der hat nicht nur spezielle Begriffe, sondern auch seine ganz eigene Grammatik. Mehr...

Kolumne zu Habilitation

Unterhoser in Aktion

Von  |
Ein Mann ist bei einer nachgestellten Schlacht als Napoleon Bonaparte verkleidet.

Josephines Habilitationsschrift wurde mit einem vernichtenden Gutachten auf den Müllhaufen der Wissenschaft befördert. Ich sage ihr: "Diese üblichen Langweiler und Postenschleicher halten dich von der Arbeit ab. Du brauchst sie nicht!" Mehr...

Eliteforscher Michael Hartmann

"Der Wettbewerb spaltet die Hochschulen"

Die Humboldt-Universität Berlin gehört ebenfalls zu den nun elf deutschen Elite-Hochschulen.

Der Eliteforscher Michael Hartmann kritisiert im Interview die spaltende Wirkung der Exzellenzinitiative in der deutschen Hochschullandschaft und weist auf verheerende Folgen für Verlierer hin. Mehr...

Exzellenz-Initiative

Künftig elf Elite-Unis, Enttäuschung in Mainz

Von Katja Irle |
Auch in Zukunft keine Elite-Uni: Guttenberg-Uni in Mainz.

Es ging um Fördermittel in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Künftig dürfen sich elf Hochschulen mit Prädikat Elite-Uni schmücken. Hessische Unis gehören nicht dazu. Enttäuschung herrscht auch in Mainz. Mehr...

Elite-Unis

Hoffnungen hinter der bröckelnden Fassade

Von Katja Irle |
Die Nase optimistisch in den Himmel. Das Denkmal vor der Uni Köln zeigt Albertus Magnus, aus dessen Klosterschule die Uni 1388 entstand.

Bundesweit bewerben sich 32 Hochschulen mit neuen Anträgen um eine Förderung im Exzellenzwettbewerb von Bund und Ländern. Auch die Universität Köln will eine Exzellenz-Universität werden. Doch die Konkurrenz ist groß. Und die Konzepte ähneln sich. Mehr...

Stipendium

Über 5000 Deutschlandstipendien vergeben

Knapp die Hälfte der geförderten Personen sind Frauen.

Rund 5400 Studenten haben im vergangenen Jahr eins der neuen Deutschlandstipendien von 300 Euro monatlich erhalten. Drei Viertel aller Hochschulen beteiligen sich. Mehr...

Universität

39 Prozent Studienabschlüsse in der Regelstudienzeit

Campus der Goethe-Universität in Frankfurt.

Zwei von fünf Studenten haben ihr Studium 2010 innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen. Insgesamt 309 200 Studenten beendeten ein Erst-, Zweit- oder Masterstudium, davon 39 Prozent in der Regelstudienzeit. Mehr...

Bafög-Förderung

Bafög-Antrag per Internet

Studenten an der Frankfurter Uni.

Wer an hessischen Unis eingeschrieben ist, kann ab sofort die staatliche Bafög-Förderung auch im Internet beantragen. Dadurch sollen die Berechtigten vor allem schneller an ihr Geld kommen. Mehr...

Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg

Theresia Bauer besteht nicht mehr auf rein zivile Forschung

Von Michael Billig |
Wissen wenigstens, was sie tun: Bundeswehr-Forscher.

Muss Forschung friedlichen Zwecken dienen? Ja, sagte die Grünen-Abgeordnete Theresia Bauer, als sie in der Opposition war. Jetzt ist sie Ministerin in Baden-Württemberg - und sieht die Sache plötzlich anders.  Mehr...

Studenten

Eine Generation von Angsthasen

Von Torsten Harmsen |
Welche Identität sollen sich heutige Studenten eigentlich bewahren? Das Plakat entstand 2010 im Rahmen des 24. Plakatwettbewerbs des Deutschen Studentenwerks „Studium Digitale – Chancen und Risiken“.

Die Zeiten, in denen an den Universitäten gestreikt, geträumt und wild gefeiert wurde, ohne an morgen zu denken sind vorbei. Die Studenten von heute sind eine fleißige paukende Masse, die sich den Weg in eine solide gesicherte Zukunft ebnet. Mehr...

Bafög

Schuldenfrei auf einen Schlag

Von Sebastian Wolff |
Wer seine Bafög-Schuld vorzeitig tilgt, bekommt einen kräftigen Rabatt eingeräumt.

Wer sein Bafög nach dem Studium vorzeitig zurückzahlt, kann eine Menge Geld sparen. Dabei gilt: Je höher das Darlehen, umso mehr kann von der Tilgung abgezogen werden.  Mehr...

Hochschullehrer-Onlinestudie

Kritik per Klick

Von Michael Billig |
Studenten beim Lernen (Archivbild)

Eine großangelegte Hochschullehrer-Onlinestudie erlaubt es den Betroffenen mal ihrem Unmut über die Studiensysteme Bachelor und Master und dem Bologna-Prozess Luft zu machen. Doch manche finden schon die Studie zu viel bürokratischen Aufwand und machen einfach nicht mit. Mehr...

Föderalismus

Das Kooperationsverbot wackelt

Von Birgitta vom Lehn |
Voller Hörsaal an der Uni Rostock.

Kippt die Föderalismusreform? Für die Bildung in armen Ländern wäre das ein Segen. Denn dort bluten Schule und Universitäten oft regelrecht aus. Mehr...

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Spezial

Vor vierzig Jahren brachen mutige Männer auf, um einen Menschheitstraum zu erfüllen - die Landung auf dem Mond.