Nach der Wende bei der Atomkraft und der Wehrpflicht räumt die CDU nun eine weitere lange gehegte Position: Sie verabschiedet sich von der Hauptschule. Im Entwurf für ein bildungspolitisches Papier, das der Frankfurter Rundschau vorliegt, wird gefordert, Haupt- und Realschulen bundesweit zu Oberschulen zusammenzufassen. Das Gymnasium bliebe in diesem „Zwei-Wege-Modell“ erhalten. „Derzeit haben wir zu viele Schulformen, die Eltern, Schüler und Lehrer gleichermaßen verwirren, die Vergleichbarkeit innerhalb und zwischen den Ländern erschweren und Mobilität verhindern“, so begründet die Bildungs-Arbeitsgruppe des CDU-Vorstands ihren Vorstoß. Sie verweist zudem auf die rückläufigen Schülerzahlen.
Das Festhalten an der Hauptschule war in den bildungspolitischen Debatten der vergangenen Jahre ein Kernanliegen vor allem der CSU, aber auch vieler CDU-Politiker. Das Grundsatzpapier soll am Montag im Parteivorstand debattiert und im November auf einem Bundesparteitag beschlossen werden.
In dem Papier fordert die CDU außerdem die länderübergreifende Angleichung der Abiturprüfungen. Bildungsföderalismus dürfe sich „nicht in regionalen Zersplitterungen erschöpfen“, heißt es. Als erste Schritte zur gemeinsamen Reifeprüfung seien gemeinsame Aufgaben in bestimmten Fächern und Kooperationen zwischen einzelnen Ländern geeignet.
Angeregt wird auch die Einführung eines verpflichtenden Vorschuljahres sowie die Einführung der ersten Fremdsprache bereits in der ersten Klasse. Kindergartenerzieherinnen sollen sich zu Grundschullehrerinnen weiterbilden lassen können.
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