Schule

15. Dezember 2011

Problematische Bewertung: Schulnoten sind ungerecht

 Von Alice Ahlers
Kinder in der Goethe-Schule in Potsdam. Foto: dapd

Arbeiterkinder und Jungen werden bei der Empfehlung fürs Gymnasium benachteiligt. Das hat eine Studie der Vodafonestiftung ergeben. Experten plädieren für die Abschaffung von Noten und die Einführung einer schriftlichen Beurteilung.

Drucken per Mail

Gute Noten haben Macht. Sie öffnen Türen, bieten Chancen und machen sozialen Aufstieg möglich. Doch Arbeiterkinder haben es an deutschen Schulen schwer. Auch wenn sie die gleiche Leistung bringen wie ihre Mitschüler aus bessergestellten Familien, bekommen sie schlechtere Noten. Das ist das Ergebnis einer Studie deutscher Bildungsforscher im Auftrag der Vodafone Stiftung, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

„Kinder aus Akademikerfamilien werden weniger streng benotet“, sagt Kai Maaz, Professor für Bildungswissenschaften an der Universität Potsdam. „Bei einer sozial gerechten Notenvergabe würden mehr Schüler als jetzt aufs Gymnasium gehen“. Der Forscher und seine Kollegen werteten die Ergebnisse jüngster Schulleistungsuntersuchungen aus.

So verglichen sie Schulnoten mit den Ergebnissen eines standardisierten schriftlichen Tests, der Kenntnisse in Mathematik, Naturwissenschaften und Sprache abfragt. Dabei stellten sie einen deutlichen Zusammenhang zwischen Schulnoten und dem sozialen Status fest, der sich nicht alleine auf schlechtere Leistungen der Arbeiterkinder zurückführen lässt. Denn bei gleicher Leistung bekamen sie schlechtere Bewertungen als Kinder aus sozial bessergestellten Familien.

Ungerecht gehe es dann vor allem beim Übergang auf die weiterführenden Schulen zu. Am Ende der Grundschule entscheiden Lehrer über den weiteren Weg ihrer Schüler. Sie sortieren, wer künftig auf das Gymnasium und wer auf die Haupt-oder Realschule gehen wird. Doch nur etwa zur Hälfte lasse sich die schlechtere Empfehlung des Grundschullehrers tatsächlichen mit der Leistung eines Schülers erklären.Ein Viertel werde dagegen durch die Schichtzugehörigkeit beeinflusst, weil Lehrer die soziale Herkunft – womöglich auch unbewusst – bei der Benotung mitdenken. Bei gleicher Leistung trauen sie Kindern, deren Eltern Akademiker sind, eher eine erfolgreiche Laufbahn auf dem Gymnasium zu als Arbeiterkindern. Viele gehen davon aus, dass diese Familien ihren Kindern mehr Rückhalt geben und sie besser fördern.

Soziale Unterschiede verfestigen sich aber auch durch die Entscheidungen der Eltern am Ende der Grundschulzeit. Akademikereltern haben auch höhere Bildungsambitionen. Sie wollen ihren Nachwuchs eher auf dem Gymnasium sehen und setzten sich dafür auch stärker ein.

Verschenkte Talente

Arbeiter schicken ihre Kinder dagegen häufig auf die Real-oder Hauptschule, weil es ihrem eigenen Bildungsweg entspricht. Auch finanzielle Schwierigkeiten spielten eine Rolle. „Viele Eltern trauen sich nicht zu, eine höhere Schulbildung für ihre Kinder anzustreben“, sagt Franz Baeriswyl, Professor für Pädagogik am Institut für Lehrerbildung in Freiburg. „Diese Eltern müssen schon am Anfang der Grundschulzeit beraten werden.“ Denn auch hier blieben Kinder auf der Strecke die eigentlich gymnasialfähig seien.

Besonders auffällig sei dieser Effekt in Baden-Württemberg, wo Lehrer wesentlich mehr Empfehlungen für das Gymnasium aussprechen, als am Ende tatsächlich wahrgenommen werden. „Es kann nicht sein, dass begabte Kinder vorzeitig ausscheiden“, sagt Ulrich Trautwein, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen. „Wir verschenken wichtige Ressourcen“. Der Analyse zufolge könnte sich der Anteil der Arbeiterkinder, die ein Gymnasium besuchen, von derzeit 19,2 Prozent auf 28, 5 Prozent erhöhen, wenn Lehrer sie bei gleicher Leistung auch gleich benoten würden wie ihre Klassenkameraden aus bessergestellten Familien.

Soziologen der Universität Mainz kamen bei einer Untersuchung aller Viertklässler an staatlichen Grundschulen in Wiesbaden zu ähnlichen Ergebnissen. Betrachteten sie alle Schüler mit der Durchschnittnote 2.0, dann bekamen Kinder aus der niedrigsten Einkommensgruppe nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent eine Gymnasialempfehlung, während in der höchsten Einkommensgruppe fast alle – 97 Prozent nämlich – eine Empfehlung fürs Gymnasium bekamen.

Zensuren sind relativ

„Noten sind generell weder objektiv noch vergleichbar“, sagt Hans Brügelmann, Professor für Pädagogik und Didaktik an der Universität Siegen. Empirische Studien, die er und seine Kollegen ausgewertet haben, ergaben, dass sie von vielen Dingen abhängen, die gar nichts mit der Leistung zu tun haben. Legte man etwa dieselbe Klassenarbeit verschiedenen Lehrern vor, kamen ganz unterschiedliche Bewertungen dabei heraus. Die Zensuren variierten auf einer Skala von Eins bis Fünf - und das nicht nur beim Deutschaufsatz, sondern auch in Mathematik, je nachdem, was der Lehrer für Maßstäbe an die Bewertung setzte. Hat er besonders hohe Ansprüche? Arbeitet er in einem Stadtteil mit ungünstigen oder günstigen Bedingungen, schaut er nur aufs Ergebnis oder bewertet er den Lösungsweg mit?

Legte man Lehrern darüber hinaus eine Arbeit zusammen mit einem Schülerporträt vor – Junge oder Mädchen, Oberschicht oder Unterschicht – kam es ebenfalls zu Verzerrungen. Brügelmann plädiert deshalb für die Abschaffung der Ziffernnoten zugunsten von schriftlichen Beurteilungen, die Leistung stärker ausdifferenzieren.

Bei der Notengebung orientiert sich der Lehrer am Durchschnitt der Klasse. Was in der einen Klasse eine Eins ist, kann in einer anderen Gruppe eine Drei sein. Nicht alle Kinder aus einer Klasse können aufs Gymnasium gehen. Je mehr gute Schüler in einer Klasse sind, desto unwahrscheinlicher wird also eine Gymnasialempfehlung. „Das ist ein Fehler in unserem System“, sagt Ulrich Trautwein. „Es fehlt Lehrern an Informationen darüber, wo ihre Klasse im Vergleich zu anderen steht“.

Außerdem fanden die Wissenschaftler durch die aktuelle Untersuchung heraus, dass auch das Geschlecht Lehrer bei der Notenvergabe beeinflusst. Jungen erhielten demnach bei gleicher Leistung schlechtere Zensuren als Mädchen. Diese bekämen bessere Noten, weil sie insgesamt in der Schule gewissenhafter und anstrengungsbereiter sind als Jungen, berichten die Wissenschaftler.

Jetzt kommentieren

Videonachrichten Wissen
Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Vergütung

Sollten Professoren Boni bekommen?

Dass Professoren nach Leistung bezahlt werden, kommt an deutschen Unis selten vor.

Ist es eine gute Idee, den besten Professoren mehr Geld zu zahlen? Grundsätzlich ja, sagt der Wissenschaftler Herbert Grüner - und macht Vorschläge, wie sich die Leistung von Akademikern messen lässt.  Mehr...

Zuwanderung Hochschule Studium

Gekommen, um zu bleiben

44 Prozent der ausländischen Studierenden, die hier ihren Abschluss machen, entscheiden sich danach für ein Leben in Deutschland.

Eine aktuelle Studie zeigt: Zuwanderung funktioniert über die Hochschulen besonders gut. Menschen, die ihren Schulabschluss in ihrem Heimatland gemacht und in Deutschland studiert und den Hochschulabschluss erworben haben, lassen sich besonders gut integrieren. Mehr...

Studium Semesterstart

Feilschen um einen Seminarplatz

Semesterstart in Hessen: viele Studierende, wenig Wahlmöglichkeiten.

Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge sorgen für einen Ansturm auf die Universitäten. Während Studenten die Hochschulen zum Semesterstart für überlaufen halten, sehen die Unis genügend Platz für alle. Beispiel Gießen. Mehr...

FH-Absolventen Doktorarbeit

Ein steiniger Weg

Von Verena Wolff | Kommentieren
Ein guter FH-Abschluss reicht oft nicht, um einen Doktorvater zu finden.

Immer mehr FH-Absolventen wollen promovieren, leicht wird es ihnen oft nicht gemacht. In Deutschland können Studenten lediglich an Universitäten oder an gleichgestellten Hochschulen wie Privatinstituten promovieren.  Mehr...

Hochschulen Ranking

Deutsche Unis unter den Top 100

Die Goethe-Universität belegte im QS-Ranking Platz 208. Das Ranking ist wegen methodischer Schwächen umstritten.

Das QS Ranking ermittelt einmal im Jahr aus 800 Hochschulen die weltweit besten. Die Goethe-Uni in Frankfurt belegt als beste hessische Hochschule Platz 208. Das Ranking ist jedoch nicht unumstritten.  Mehr...

Qualität des Studiums

Studenten sind zufrieden mit Studium

Von Nicole Schmidt | Kommentieren
Studenten sind mit ihrem Studium zufriedener als noch vor ein paar Jahren.

Studenten sind zufriedener mit ihrer Hochschule als vor sieben Jahren. Die Verbesserung der Stimmung kann verschiedene Ursachen haben, erklärt der Studienautor. Mehr...

Studium

Jura-Studenten haben Sprachprobleme

Studenten sitzen in einem Hörsaal (Symbolbild)

Um die Sprachkompetenz vieler Jura-Studenten steht es schlecht. Damit die angehenden Juristen am Ende des Studiums auch sprachlich glänzen können, will eine Professorin ihnen mit gezielter Förderung helfen. Mehr...

Technikum

Maschinenbau wird ein bisschen weiblicher

Von Joachim Göres | Kommentieren
Technik und Frauen passt nicht zusammen? Und ob!

Weil junge Frauen nach dem Abitur nur selten Maschinenbau, Informatik, bestimmte Naturwissenschaften oder Technik – also die sogenannten Mint-Fächer – studieren, sollen sie langsam herangeführt werden - mit einem sogenannten Technikum. Mehr...

Ausbildungsförderung

Bafög-Bezug soll einfacher werden

Wanka: "Das Bafög geht teilweise an der Wirklichkeit vorbei".

Die neue Bildungsministerin Johanna Wanka will die Bafög-Förderung ausweiten. Ältere und Teilzeitstudenten könnten von den Änderungen profitieren, aber Wanka muss vorher noch eine Hürde nehmen.  Mehr...

Promovieren an der FH

Promotion als Privileg

Von Katja Irle | Kommentieren
Kooperative Promotionen sind mittlerweile keine Einzelfälle mehr.

Auch Fachhochschulen wollen Doktortitel verleihen – aber die hochnäsigen Universitäten wehren sich dagegen. Bildungsministerin Annette Schavan machte sich für das Promotionsrecht der Fachhochschulen stark, ruderte dann aber zurück.  Mehr...

Plagiate

"Wissenschaft braucht eigene Standards"

"Professionelle Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen": Christoph Markschies, Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Wie misst man, ob eine Forschungsarbeit sauber ist? Christoph Markschies von der Akademie der Wissenschaften Berlin-Brandenburg sucht nach klaren Vorgaben. Mehr...

Studiengebühren

Das Ende der Studiengebühren

Hörsaal der Technischen Universität in München.

Die Zeit der Studiengebühren in Deutschland scheint Geschichte zu sein. Zuletzt haben die Bayern sich klar für ein Volksbegehren gegen die Zahlungen ausgesprochen. Davon profitiert vor allem die gut situierte Mittel- und Oberschicht, deren Kinder mehrheitlich die Hochschulen besuchen. Mehr...

Bildung

Studium? Nein, danke!

Von Torsten Harmsen | 1 Kommentar
Kein Interesse an Hörsälen: Jeder dritte Deutsche mit Hochschulreife geht nicht an die Uni.

Jeder dritte Deutsche mit Hochschulreife in der Tasche entscheidet sich gegen den Schritt in den Hörsaal. Eine Studie fragt, warum das so ist.  Mehr...

Wissenschaftsrat

Unis vergeben zu gute Noten

An deutschen Unis gibt es zu viele gute Noten, bemängelt der Wissenschaftsrat.

Kaum ein Absolvent erhalte mehr die Abschlussnote "ausreichend", es gebe Anzeichen für eine "Aufweichung der Bewertungsstandards" an deutschen Hochschulen, bemängelt der Wissenschaftsrat laut einem Medienbericht. Mehr...

EU-Bildungsvergleich

Zu wenige Schüler und Studenten

Von Tino Brömme | 1 Kommentar
In der neuen EU-Studie geht es auch um die Ursachen der Bildungsunterschiede.

Eine neue Studie macht Aussagen zur deutschen Bildungsbeteiligung im europäischen Vergleich. Einige deutsche Bundesländer schneiden dabei äußerst schlecht ab. Die Aussagekraft der Studie wird vom Wissenschaftsministerium bezweifelt.  Mehr...

Plagiate an der Uni

Falschspiel im Team

Von Hermann Horstkotte | 28 Kommentare
Viele Studenten scheinen es nicht ganz genau zu nehmen.

Eine Münsteraner Serie von Wissenschaftsplagiaten zeigt: Das Übel wurzelt in den Grundstrukturen des Uni-Betriebs. Mehr...

Studium

Beim Wurzelziehen versagt

Von Birgitta vom Lehn | 1 Kommentar
Viele Studenten empfinden mathematische Aufgaben als schwierigstes Hinderniss auf dem Weg zum Studienabschluss.

Jeder zweite angehende Ingenieur wirft im Studium das Handtuch. Schuld ist häufig mangelnde Vorbildung im Fach Mathematik. Was den Universitäten zunehmend zu schaffen macht: Die Tendenz wird immer schlechter.  Mehr...

Studiengebühren in der EU

Briten zahlen am meisten

In Deutschland zahlen nur Niedersachsen und Bayern Studiengebühren.

England ist ein teures Pflaster. Auch für Studenten: Nirgendwo sonst sind die Studiengebühren in der EU so hoch. Einem Bericht der EU-Kommission in Brüssel zu Folge zahlen Studenten in England umgerechnet 11.500 Euro pro Studienjahr an Gebühren. Mehr...

Chancengleichheit beim Studieren

Immer weniger gehen an die Uni

Von Jeannette Goddar | 1 Kommentar
Kinder von Nicht-Akademikern studieren selten.

Die Studienbereitschaft in bildungsfernen Schichten nimmt ab. Aus Arbeiterfamilien nehmen nur noch vier von zehn Kindern mit Fachhochschulreife ein Studium auf. Familien, in denen es bisher keine Akademiker gibt, sind vom Projekt Studium oft abgeschreckt. Mehr...

World University Rankings

MIT ist weltbeste Universität

In diesem Jahr nur Zweiter: die Cambridge University.

Das Massachusetts Institute of Technology belegt im aktuellen QS World University Ranking den ersten Platz, Cambridge und Harvard folgen. Eine deutsche Universität schafft es trotzt der Exzellenzinitiative nicht unter die besten 50.  Mehr...

Handelsblatt-Ranking

300 Professoren boykottieren Ranking

Zu viele Zahlen, zu wenig echte Werte: Die Kritik an Hochschulrankings nimmt zu.

Nächsten Montag veröffentlicht das Handelsblatt sein neues BWL-Ranking. Doch die Aussagekraft dürfte deutlich eingeschränkt werden: Gut 300 BWL-Professoren wehren sich gegen die Bewertung - und sprechen in einem offenen Brief von Manipulation. Mehr...

Elite-Unis

Die Lehre soll nicht für die Elite bluten

Von Torsten Harmsen | 1 Kommentar
Die Kürzungen sollten nicht zulasten der Studierenden gehen.

Die Universitäten Freiburg, Göttingen und Karlsruhe haben ihren Exzellenzstatus und viele Millionen Euro verloren. Studenten und Professoren fürchten nun um Kürzungen bei der Lehre und den Fachbereichen. Die Lösungssuche gestaltet sich schwierig. Mehr...

Fachhochschulen

Mehr Studenten an praxisnahen Hochschulen

Von Daniel Kiefer | Kommentieren
Die Zahl der Studenten in Deutschland steigt an.

Die Zahl der Fachhochschul-Studenten ist in den letzten zehn Jahren stark angestiegen. Die Fachhochschulen nähern sich den Universitäten in bestimmten Bereichen an und sind "attraktiver denn je". Die Kooperation verschiedener Hochschultypen lässt aber noch zu wünschen übrig. Mehr...

Elite-Unis

Der teure Verlust der Elite

Von Andreas Maisch | Kommentieren
Werden die Gelder ehemaliger Eliteuniversitäten gekürzt, müssen sich vor allem Studenten von kleineren Studienfächern Sorgen machen.

Die Exzellenzuniversitäten, die ihren Status einbüßten, wollen ihre ambitionierten Projekte weiterführen. Aber wie, wenn die Gelder gekürzt werden? Gespart wird dann hauptsächlich an kleineren Fachbereichen, die um ihre Existenz bangen müssen. Mehr...

Kritik an Bachelor

Lautes Grummeln bei den Uni-Rektoren

Von Katja Irle | 5 Kommentare
Seit 10 Jahre gibt es nun den "Bachelor". Ob der Studiengang wirklich die internationale Mobilität vergrößert, ist umstritten.

Harsche Bologna-Kritik übt der neuen Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Horst Hippler: Die gewünschte internationale Mobilität leide und die Absolventen der Hochschulen werden nicht mehr zu Persönlichkeiten ausgebildet. Empörte Reaktionen folgen. Mehr...

Fälschen im Studium

Fast 80 Prozent der Studenten schummeln

Von Torsten Harmsen | 8 Kommentare
80 Prozent der Studenten sollen schon einmal geschummelt haben.

Ob Spickzettel dabei oder ein Blick zum Banknachbarn: Glaubt man einer neuen Studie, betrügen vier von fünf Studenten bei Klausuren und Hausarbeiten. Dozenten machen sich nicht oft die Mühe, genau zu kontrollieren. Und die Studenten stehen unter Dauerstress. Mehr...

Zehn Jahre Bologna-Reform

"Bologna ist Käse"

Von Katja Irle | 1 Kommentar
Studenten sitzen vor dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universitaet zu Berlin.

Unausgereifte Bachelor- und Masterabschlüsse sorgen für Unmut bei den Studentischen Verbänden - zehn Jahre nach der Bologna-Hochschulreform in Deutschland.  Mehr...

Studium Bafög

Neuer Rekord beim Bafög

Mehr Studenten als je zuvor bekommen die staatliche Finanzspritze.

Die Ausbildungsförderung für Schüler und Studenten übersteigt erstmals drei Milliarden Euro. Mehr junge Leute denn je bekommen die staatliche Finanzspritze. Diese ist nach Ansicht des Deutschen Studentenwerks und der Linke aber noch deutlich zu niedrig. Mehr...

Studienabbruch im Priesterseminar

Zölibat, das ewige Hindernis

Zwei Männer der umstrittenen Pius-Bruderschaft in Ordenstracht auf dem Gelände des Priesterseminars in Zaitzkofen.

Viele junge Männer finden erst über Umwege zum Priesterberuf, zeigt ein Besuch im Mainzer Priesterseminar. Trotz Personalnot wird auch nicht jeder Bewerber genommen. Die angehenden Priester merken oft erst mitten im Studium, wie schwierig es ist, zölibatär zu leben. Mehr...

Tipps fürs Masterstudium

Master oder Beruf?

Bachelorstudium, und dann? Ein Masterabschluss ist nicht zwingend notwendig für eine erfolgreiche Berufskarriere.

Nach dem Bachelor noch einen Master? Oder lieber gleich in den Beruf? Vielen Studenten fällt diese Entscheidung ausgesprochen schwer. Ein Master aus Karrierestreben lohnt sich jedenfalls nicht, denn die Chancen in einem Unternehmen steigen kaum. Mehr...

Tipps für Erstsemester

So kommen Sie gut durchs Studium

Alles neu - Ein nachdenklicher "Ersti" an der Goethe-Uni in Frankfurt.

Schluss mit Langeweile und Müdigkeit in Seminaren. Damit Studenten sich perfekt auf interessante Referate vorbereiten können, gibt Karin Joiko im Gespräch Tipps dazu, wie Referate besonders gut gelingen.  Mehr...

Uni-Ranking

Soziologen boykottieren Ranking der Universitäten

Von Birgitta vom Lehn | Kommentieren
Studenten bei einer Einführungsveranstaltung der Uni Mainz.

Wissenschaftler werfen den Machern der Zeit-Hochschulranglisten große Schwächen vor. Diese wehren sich gegen die harsche Kritik, etwa mit einer Stellungnahme im Internet. Mehr...

Pillen zum Lernen

"Hirndoping" wird überschätzt

Mit Pillen lässt sich die Leistungsfähigkeit höchstens kurzfristig steigern. Allerdings können die Mittel auch Nebenwirkungen haben.

Pille rein und loslernen? Schön wär's, aber Schlaumacher-Mittel bleiben ein Wunschtraum. Zumindest ihr Konzentrationsvermögen versuchen Studenten mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu erhöhen. Die Wirkung bleibt zweifelhaft. Mehr...

Wachsende Studentenzahl

Seminare auch am Wochenende

Von Christina Michaelis | Kommentieren
Studenten der TU Darmstadt sitzen im Audimax. (Archivbild)

Hessische Unis wappnen sich mit neuen Konzepten für den doppelten Abiturjahrgang 2013. Wochenendseminare erschweren den Studenten künftig das Leben. Und das ist nicht das einzige Problem. Mehr...

Numerus Clausus

Zoff um die Zulassung

Von Torsten Harmsen | 1 Kommentar
Dichtes Gedränge bei der Einschreibung, wie an der Technischen Universität Dresden, könnte Erstsemestern auch in diesem Jahr blühen.

Hoffnung für Abiturienten: Die Bewerbungen für NC-Fächer werden nun bundesweit koordiniert. Doch die Technik spielt noch nicht richtig mit.  Mehr...

Uni Oldenburg Modul Service Learning

Seniorenhilfe statt Seminarbesuch

Von Joachim Göres | Kommentieren
        

Der Kontakt zwischen Jung und Alt bereichert beide Seiten.

An der Uni Oldenburg zählt der soziale Einsatz. Das sogenannte Modul Service Learning ist ein in Deutschland einzigartiges Studienmodell. Dabei arbeiten Studenten aller Fächer ein Semester lang ehrenamtlich, unter anderem in Kindergärten oder Tierheimen. Mehr...

Adama-Universität Äthiopien

Masse statt Klasse

Von Astrid Ludwig | Kommentieren
        

Die Adama-Universität in Äthiopien.

Die Adama-Universität in Äthiopien sollte eine Uni nach deutschem Vorbild werden. Doch jetzt richtet man sich lieber nach Südkorea aus. Mehr...

Dialekt

Germanisten erforschen Saarländisch

Der wohl bekannteste Saarländer im TV: Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker. Für seinen Dialekt interessieren sich auch Wissenschaftler.

Die saarländische Wendung „Hauptsach gudd gess“ hat es an die Universität geschafft: Germanisten wie Christian Ramelli erforschen den Dialekt. Der hat nicht nur spezielle Begriffe, sondern auch seine ganz eigene Grammatik. Mehr...

Kolumne zu Habilitation

Unterhoser in Aktion

Ein Mann ist bei einer nachgestellten Schlacht als Napoleon Bonaparte verkleidet.

Josephines Habilitationsschrift wurde mit einem vernichtenden Gutachten auf den Müllhaufen der Wissenschaft befördert. Ich sage ihr: "Diese üblichen Langweiler und Postenschleicher halten dich von der Arbeit ab. Du brauchst sie nicht!" Mehr...

Eliteforscher Michael Hartmann

"Der Wettbewerb spaltet die Hochschulen"

Die Humboldt-Universität Berlin gehört ebenfalls zu den nun elf deutschen Elite-Hochschulen.

Der Eliteforscher Michael Hartmann kritisiert im Interview die spaltende Wirkung der Exzellenzinitiative in der deutschen Hochschullandschaft und weist auf verheerende Folgen für Verlierer hin. Mehr...

Exzellenz-Initiative

Künftig elf Elite-Unis, Enttäuschung in Mainz

Von Katja Irle | Kommentieren
Auch in Zukunft keine Elite-Uni: Guttenberg-Uni in Mainz.

Es ging um Fördermittel in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Künftig dürfen sich elf Hochschulen mit Prädikat Elite-Uni schmücken. Hessische Unis gehören nicht dazu. Enttäuschung herrscht auch in Mainz. Mehr...

Elite-Unis

Hoffnungen hinter der bröckelnden Fassade

Von Katja Irle | 1 Kommentar
Die Nase optimistisch in den Himmel. Das Denkmal vor der Uni Köln zeigt Albertus Magnus, aus dessen Klosterschule die Uni 1388 entstand.

Bundesweit bewerben sich 32 Hochschulen mit neuen Anträgen um eine Förderung im Exzellenzwettbewerb von Bund und Ländern. Auch die Universität Köln will eine Exzellenz-Universität werden. Doch die Konkurrenz ist groß. Und die Konzepte ähneln sich. Mehr...

Stipendium

Über 5000 Deutschlandstipendien vergeben

Knapp die Hälfte der geförderten Personen sind Frauen.

Rund 5400 Studenten haben im vergangenen Jahr eins der neuen Deutschlandstipendien von 300 Euro monatlich erhalten. Drei Viertel aller Hochschulen beteiligen sich. Mehr...

Universität

39 Prozent Studienabschlüsse in der Regelstudienzeit

Campus der Goethe-Universität in Frankfurt.

Zwei von fünf Studenten haben ihr Studium 2010 innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen. Insgesamt 309 200 Studenten beendeten ein Erst-, Zweit- oder Masterstudium, davon 39 Prozent in der Regelstudienzeit. Mehr...

Bafög-Förderung

Bafög-Antrag per Internet

Studenten an der Frankfurter Uni.

Wer an hessischen Unis eingeschrieben ist, kann ab sofort die staatliche Bafög-Förderung auch im Internet beantragen. Dadurch sollen die Berechtigten vor allem schneller an ihr Geld kommen. Mehr...

Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg

Theresia Bauer besteht nicht mehr auf rein zivile Forschung

Von Michael Billig | 5 Kommentare
Wissen wenigstens, was sie tun: Bundeswehr-Forscher.

Muss Forschung friedlichen Zwecken dienen? Ja, sagte die Grünen-Abgeordnete Theresia Bauer, als sie in der Opposition war. Jetzt ist sie Ministerin in Baden-Württemberg - und sieht die Sache plötzlich anders.  Mehr...

Studenten

Eine Generation von Angsthasen

Von Torsten Harmsen | Kommentieren
Welche Identität sollen sich heutige Studenten eigentlich bewahren? Das Plakat entstand 2010 im Rahmen des 24. Plakatwettbewerbs des Deutschen Studentenwerks „Studium Digitale – Chancen und Risiken“.

Die Zeiten, in denen an den Universitäten gestreikt, geträumt und wild gefeiert wurde, ohne an morgen zu denken sind vorbei. Die Studenten von heute sind eine fleißige paukende Masse, die sich den Weg in eine solide gesicherte Zukunft ebnet. Mehr...

Bafög

Schuldenfrei auf einen Schlag

Von Sebastian Wolff | Kommentieren
Wer seine Bafög-Schuld vorzeitig tilgt, bekommt einen kräftigen Rabatt eingeräumt.

Wer sein Bafög nach dem Studium vorzeitig zurückzahlt, kann eine Menge Geld sparen. Dabei gilt: Je höher das Darlehen, umso mehr kann von der Tilgung abgezogen werden.  Mehr...

Hochschullehrer-Onlinestudie

Kritik per Klick

Von Michael Billig | Kommentieren
Studenten beim Lernen (Archivbild)

Eine großangelegte Hochschullehrer-Onlinestudie erlaubt es den Betroffenen mal ihrem Unmut über die Studiensysteme Bachelor und Master und dem Bologna-Prozess Luft zu machen. Doch manche finden schon die Studie zu viel bürokratischen Aufwand und machen einfach nicht mit. Mehr...

Föderalismus

Das Kooperationsverbot wackelt

Von Birgitta vom Lehn | Kommentieren
Voller Hörsaal an der Uni Rostock.

Kippt die Föderalismusreform? Für die Bildung in armen Ländern wäre das ein Segen. Denn dort bluten Schule und Universitäten oft regelrecht aus. Mehr...

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Spezial

Vor vierzig Jahren brachen mutige Männer auf, um einen Menschheitstraum zu erfüllen - die Landung auf dem Mond.