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23. September 2014

Inklusion: Stadt schließt Förderschulen

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Gemeinsam lernt es sich besser.  Foto: Michael Schick

Die Umwandlung von Förderschulen in Regelschulen soll die Inklusion voranbringen. Zum Schuljahr 2015/16 soll Frankfurt zur Modellregion Inklusion werden, wobei jedes Kind mit einer Behinderung die Möglichkeit bekommen soll, auf eine Regelschule zu gehen.

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Die Stadt Frankfurt möchte einen weiteren Schritt in Richtung Inklusion gehen. Dafür werden zunächst drei Förderschulen in Regelschulen umgewandelt und geschlossen. „Das bedeutet nicht, dass wir Kinder mit besonderem Förderbedarf unbedingt auf eine Regelschulen schicken wollen“, stellte Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) am Montag klar. Es gehe vielmehr darum, eine Wahlfreiheit zu gewährleisten. „Alle Eltern werden auch weiter einen Förderschulplatz erhalten.“

Dem zugrunde liegen die Pläne zum Schuljahr 2015/16 zur Modellregion Inklusion zu werden. Am Freitag hat bereits der Magistrat dem Entwurf der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und der Stadt über die Modellregion für inklusive Schulentwicklung zugestimmt. Ziel ist, dass jedes Kind mit einer Behinderung die Möglichkeit bekommt, auf eine Regelschule zu gehen.

Was das konkret für die Frankfurter Schullandschaft bedeutet, berichtete die Bildungsdezernentin und bestätigte damit bereits vorhandene Spekulationen. Der erste Schritt betrifft die Schulen mit dem Förderprofil „Lernen“, die Kinder mit Lernschwächen oder Konzentrationsschwierigkeiten besuchen sowie eine „Sprachheil“-Schule für Kinder mit Hör- und Sprechstörungen. Die Veränderungen sollen sich Stück für Stück in den nächsten fünf Jahren vollziehen.

Schrittweise Umwandlung

Die Wallschule in Sachsenhausen soll an ihrem neuen Standort in der Oppenheimer Landstraße schrittweise in eine ganztägige Grundschule umgewandelt werden. Die Förderschullehrer bleiben zur Unterstützung des inklusiven Unterrichts im Frankfurter Süden. Die Weißfrauenschule im Bahnhofsviertel soll ihren Sprachschwerpunkt behalten und ebenfalls schrittweise in eine weiterführende Regelschule umgewandelt werden. Die frei werdenden Lehrkräfte sollen stadtweit in der Entwicklung und Etablierung von Sprachheilförderkonzepten in Regelschulen eingesetzt werden. Die Karl-Oppermann-Schule in Unterliederbach wird schrittweise aufgehoben und das Gebäude soll als Grundschule weiter genutzt werden.

Die anderen vier Frankfurter Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen (Kasinoschule, Bürgermeister-Grimm-Schule, Charles-Hallgarten-Schule und Johann-Hinrich-Wichern-Schule) sind zunächst nicht betroffen. Auch die anderen Förderschulen bleiben unangetastet, erklärt Sorge. „Wir beginnen mit den Förderschulen Lernen und Sprachheil, haben aber alle Förderschwerpunkte im Blick.

Inklusion werde bereits an vielen Frankfurter Grundschulen durchgeführt, sagt die Bildungsdezernentin, nämlich an 46 von 79 Grundschulen. Das Problem sei jedoch, dass nicht genug Förderressourcen zur Verfügung stehen. Wenn Frankfurt Modellregion wird, können etwa mehr Lehrer eingestellt werden. Eine Herausforderung sei jedoch auch der große Bevölkerungswachstum der Stadt. So bekommt Frankfurt 23 zusätzliche Förderschullehrerstellen, die in Hessen frei wurden.

Sorge verteidigt das Bildungsdezernat

Die Stadt plant zudem eine Koordinationsplattform zur Inklusion. Auf ihr sollen relevanten Hilfesysteme verknüpft werden um einen Ansprechpartner für Fragen und Probleme zu haben.

Abschließend wies Sorge die Kritik der letzten Tage zurück und bezieht sich damit auf Äußerungen der SPD, die Lehrergewerkschaft GEW oder Freien Wähler. Die hätten dem Bildungsdezernat etwa vorgeworfen, an den Betroffenen vorbeigeplant und sich nicht an dem Schulentwicklungsplan (SEP) orientiert zu haben.

„Es habe im Gegenteil sehr viel Interesse und Beteiligung gegeben“, sagt Sorge. Die Ideen, die zur Inklusion bei den Werkstätten für den SEP zusammenkamen, seien auch in die Vereinbarungen mit dem Land eingeflossen. Die Leitungen der Förderschulen seien zudem vor Vertragsbeschluss informiert worden.

Nun muss noch die Stadtverordnetenversammlung beschließen und eine Endabstimmung mit dem Kultusministerium erfolgen. Das wird im Oktober oder November entschieden. Sorge rechnet mit einer breiten Zustimmung.

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