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24. Februar 2016

Schulen in Frankfurt: Lehrer sehen ihre Sicherheit gefährdet

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In Frankfurt müssen Lehrer zum Teil unter schlechten Bedingungen arbeiten. (Symbolbild)  Foto: dpa

Lehrer in Frankfurt sehen ihre Sicherheit und Gesundheit gefährdet. Der Grund sind schlechte Arbeitsbedingungen an ihren Schulen. Das Kollegium der Viktor-Frankl-Schule hat jetzt eine Überlastungsanzeige an das Land gestellt.

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In der Viktor-Frankl-Schule gibt es kein Lehrerzimmer mehr, es wird für die Schüler gebraucht. Musik wird in einem Kellerraum ohne Tageslicht unterrichtet, überhaupt „platzt die Schule aus allen Nähten“, sagt Lehrer Peter Rübsamen. Keine guten Arbeitsbedingungen, zumal das Kollegium so viel mehr Arbeit als noch vor Jahren leisten muss, dass „wir die Aufsicht der Schüler teilweise nicht mehr gewährleisten können“.

Eine Überlastungsanzeige hat das Kollegium daher an das Land gestellt. Damit zeigen die Lehrer ihrem Arbeitgeber an, dass ihre Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gefährdet sind. Und die Lehrer der Viktor-Frankl-Schule sind damit nicht alleine. In den vergangenen drei Jahren sind in Frankfurt 15 Überlastungsanzeigen gestellt worden. Von Ziehen- und Wöhlerschule, von Ernst-Reuter- und Walter-Kolb-Schule etwa. Bis zu 100 Lehrer haben die Anzeige ihrer Schule unterzeichnet.

Einen Hilferuf nennt das Rainer Koch von der Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Häufig werden neu hinzugekommene Tätigkeiten aufgeführt“, sagt Koch, „die dazu führen, dass die Arbeit nicht mehr ordentlich gemacht werden kann.“

„Wie in einem Hamsterrad“

Seitenweise listet das Kollegium in den Anzeigen seine Gründe auf: Mehrarbeit wegen ständiger Dokumentation aller Vorgänge, Arbeiten am Schulprofil, Zunahme von Beratungsgesprächen. Auch eine fehlende Nachhaltigkeit in der Bildungspolitik habe zu einer höheren Arbeitsbelastung geführt, sagt Koch. Wie die Einführung von G 8 und die Rückkehr zu G 9. Die Kürzungen der Stunden in Intensivklassen und in gymnasialen Oberstufen etwa. Laut Klaus Hirsch von der Ziehenschule fühlen sich die Lehrer „wie in einem Hamsterrad“.

Doch die schriftlichen Antworten vom Land sind enttäuschend. Von sich verändernden Aufgabenfeldern als Begleiterscheinung der Postmoderne ist darin etwa die Rede. Und für die baulichen Mängel, unter denen Lehrer leiden, ist die Stadt verantwortlich. Container ohne Wasseranschluss. Schimmel im Gebäude. Schlechte Akustik. Raumknappheit. „Es ist zu laut, zu heiß, zu eng an den Schulen“, sagt Meike Bär von der GEW. „Und es ist nicht so, dass man da nicht Abhilfe schaffen könnte – aber das kostet eben Geld.“

Als Querulanten wollen sich die Lehrer aber nicht verstanden wissen. „Doch es ist eine Frechheit, von oben lapidar zu sagen, das müsst ihr leisten“, sagt Valentin Wiedemann von der Ernst-Reuter-Schule. „Das geht auf Koten der Lehrer, der Unterrichtsqualität – und der Kinder.“

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