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Sexismus und der Fall Brüderle
Rainer Brüderle steht nach Aussagen der Stern-Autorin Laura Himmelreich in der Kritik. Der Fall stößt eine Debatte an über alltäglichen Sexismus.

23. Januar 2013

FDP Rainer Brüderle : Brüderle soll Journalistin bedrängt haben

Rainer Brüderle, der neue Spitzenkandidat der FDP für die Bundestagswahl 2013. Foto: dpa

"Politiker verfallen doch alle Journalistinnen", soll der neuerkorene FDP-Spitzenmann Rainer Brüderle zu einer Reporterin gesagt haben. Dabei wanderte sein Blick auf ihren Busen, schildert die Journalistin in der neuen Stern-Ausgabe.

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"Politiker verfallen doch alle Journalistinnen", soll der neuerkorene FDP-Spitzenmann Rainer Brüderle zu einer Reporterin gesagt haben. Dabei wanderte sein Blick auf ihren Busen, schildert die Journalistin in der neuen Stern-Ausgabe.

Gerade erst ist Rainer Brüderle zum Spitzenmann, zum neuen Gesicht der FDP für den Bundestagswahlkampf erkoren worden, da wird er mit einem unangenehmen Erlebnisbericht einer Redakteurin des Magazins Stern konfrontiert. Die Reporterin (29) berichtet in der neuesten Ausgabe, wie sie von dem 67-jährigen Vorsitzenden der FDP-Bundestagfraktion mit unangemessenen Bemerkungen bedrängt worden sei. Unter dem Titel „Der Herrenwitz“ beschreibt sie eine Begegnung am Vorabend des Dreikönigstreffens der FDP in Stuttgart vor einem Jahr. Politiker und Journalisten hätten an der Hotelbar zusammengestanden. Brüderle sei dabei sachlichen Fragen ausgewichen und habe anzüglich reagiert.

"Sie können ein Dirndl ausfüllen"

Die Reporterin schildert die folgende Szene so: „Brüderles Blick wandert auf meinen Busen. ,Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.‘ Im Laufe unseres Gesprächs greift er nach meiner Hand und küsst sie. ,Ich möchte, dass Sie meine Tanzkarte annehmen.‘ ,Herr Brüderle‘, sage ich, ,Sie sind Politiker, ich bin Journalistin.‘ ,Politiker verfallen doch alle Journalistinnen‘, sagt er. Ich sage: ,Ich finde es besser, wir halten das hier professionell.‘ Er: ,Am Ende sind wir alle nur Menschen.‘“ Am späteren Abend habe Brüderle sich verabschiedet. „Dann steuert er mit seinem Gesicht sehr nah auf mein Gesicht zu. Ich weiche einen Schritt zurück und halte meine Hände vor meinen Körper. Die Sprecherin eilt von hinten heran: ,Herr Brüderle!‘, ruft sie streng. Sie führt ihn aus der Bar. Zu mir sagt sie: ,Das tut mir leid.‘ Zu ihm sagt sie: ,Zeit fürs Bett.‘“ (sch.)

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Spezial

Rainer Brüderle steht in der Kritik, seit Stern-Autorin Laura Himmelreich ein Treffen mit dem Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion beschreibt. Der Fall stößt eine Debatte an über alltäglichen Sexismus.

Sexismus-Debatte

 

Ist Sexismus ein Problem?

Der Fall Brüderle hat eine Sexismus-Debatte in Deutschland entfacht - was meinen Sie: Ist Sexismus auch nach den Kämpfen der Frauen-Emanzipation noch ein Problem?

Ja, es behindert die Gleichstellung der Geschlechter.
Ja, aber das ist eine Generationenfrage und hört bald auf.
Nein, die Debatte ist reine Hysterie.
Nein, es gibt wichtigere Themen für die Gesellschaft.
Weiß nicht, bin nicht betroffen.
Leitartikel zur Sexismus-Debatte
Frauen protestieren gegen Sexismus.

Alle sollten sich trauen zu reden wie Laura Himmelreich. Je öffentlicher das Thema Sexismus ist, desto öffentlicher sind die Taten.

Sexismus

Auf Twitter brechen Menschen das Schweigen aus Scham und Hilflosigkeit über sexistische Erlebnisse. Unter dem Hashtag #Aufschrei schildern sie ihre Erfahrungen. Den Anfang machte Anne Wizorek alias @marthadear.

Presseschau
Eine "Stern"-Journalisten erhebt Sexismus-Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle.

Die von einer Stern-Reporterin erhobenen Vorwürfe gegen FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle schlagen hohe Wellen. Eine Presseschau.

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