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31. März 2012

Laufanalyse: Auf die Schuhe kommt es an

 Von Alexandra Wenglorz
Raus ins Grüne: Beim Joggen erlebt man die Natur ganz intensiv – doch man sollte gut ausgerüstet sein.  Foto: dpa

Eine Laufanalyse auf dem Band lohnt sich auch für routinierte Jogger – und hilft bei der richtigen Auswahl aus dem riesigen Angebot.

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Die richtigen Laufschuhe sind das A und O für ein gesundes Training. Schließlich treten beim Joggen Stoßkräfte von etwa dem Dreieinhalbfachen des Körpergewichts auf.

Stützt der Schuh da den Fuss nicht an der entscheidenden Stelle, drohen schmerzhafte Verletzungen an der Achillessehne, Bänderriss, schwere Rückenschmerzen, Gelenkverschleiß, ja sogar Kopfschmerzen.

Das Risiko ist besonders hoch, wenn bereits eine Fehlstellung der Füße vorliegt. „Es gibt kaum einen Frankfurter mit gesunden Füßen“, sagt Michael Matovic. Er ist Teamleiter Running, Fitness, Sportschuhe in der Sportabteilung von Karstadt auf der Zeil. Doch wie findet sich der richtige Schuh? Allein bei Karstadt gibt es mehr als 40 unterschiedliche Modelle. Entscheidend ist eine gute Beratung, idealerweise mit einer Laufbandanalyse.

Die Analyse dauert keine zwei Minuten, ist aber hoch effektiv. Der Kunde läuft in Socken auf einem Band, an dem eine Mini-Kamera die Beine aufzeichnet. Der Fachmann verfolgt die Bewegungen des Läufers an einem Monitor.

Anhand der Stellung der Füße beim Abrollen erkennt er, in welche Richtung sich die Füße beim Laufen neigen und ob der Läufer über den Ballen oder eher über die Fersen läuft. Erst wenn diese Informationen vorliegen, kann der Laufstil bestimmt werden – der wichtigste Schritt, um den richtigen Laufschuh zu finden.

„Supinierer“, „Überpronierer“, oder „normaler Pronierer“ – in diese drei Typen ordnet die Medizin die Läufer ein. Normale Pronierer haben einen gleichmäßigen Laufstil. Sie können neutrale Schuhe ohne Laufführung tragen. Diese Läufertypen gibt es aber höchst selten.

„Die meisten Menschen neigen dazu, beim Laufen zu stark nach innen abzuknicken“, sagt Michael Matovic. Wer das beim Laufen vernachlässige, zerstöre auf Dauer seine Bänder, Sehnen und Gelenke.

Ursächlich für die so genannte Überpronation ist meist eine Fußfehlstellung, etwa ein Senk- oder Plattfuß. Auch Übergewicht kann ein Grund dafür sein. Um dieser Fehlstellung der Füße entgegenzuwirken, empfehlen Experten so genannte Stabilschuhe. Sie sind mit einem stützenden Schaumstoff verstärkt.

Zu welchem Lauftyp Läufer gehören, lässt sich auch an den alten, abgelatschten Schuhen ablesen. Entscheidend ist, wie stark der Fuß nach innen abknickt. Während bei leichter Einwärtsdrehung ein kurzer Stützkern genügen kann, ist bei starker Überpronation ein längerer Stützkern sinnvoll.

Dabei muss teuer nicht gleich besser sein. „Es ergibt keinen Sinn, wenn ich Ihnen einen Schuh verkaufe, bloß um Umsatz zu erzielen, und Sie kommen in wenigen Wochen mit gesundheitlichen Beschwerden zurück“, sagt Michael Matovic.

Teurere Schuhe sind jedoch häufig aus hochwertigerem Material, und die Hersteller stecken mehr Geld in die Forschung. Wie teuer der Schuh am Ende werden soll, hängt auch davon ab, wo man laufen möchte – etwa auf Waldboden oder Asphalt. Auch wie häufig man joggen geht, ist dabei entscheidend. So rät Michael Matovic Vielläufern zu den eher teureren, dreifach-gedämpften Schuhen mit Geleinsätzen im Fersen-, Mittelfuß- und Vorderfußbereich.

Außerdem sei es wichtig, die Schuhe im Sportfachgeschäft anzuprobieren und nicht einfach beim Discounter aus dem Regal zu ziehen, sagt er. Da alle Firmen ihre Schuhe auf unterschiedlich geformten Leisten produzieren, sollte man vor dem Kauf auf jeden Fall verschiedene Modelle von mehreren Herstellern anprobieren. Deshalb sollten Läufer beim Einkaufen genügend Zeit einplanen.

Auch bei der Breite der Füße gibt es Unterschiede. So bieten die Hersteller für fast jedes Modell eine Damen- und eine Herrenversion an. Doch auch wer „seinen“ Schuh gefunden hat, sollte regelmäßig eine Laufbandanalyse wiederholen. „Durch häufiges Training kann sich die Muskulatur verändern und damit die Fehlstellung der Füße“, sagt Matovic. Eine Laufbandanalyse sollte deshalb ungefähr alle zwei Jahre gemacht werden.

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