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Frankfurt Skyliners
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zum Basketball mit den Frankfurt Skyliners.

24. Januar 2014

Frankfurt Skyliners: Aufbau für den Umzug

 Von 
Will Jungen die Zeit zum Wachsen geben: Gunnar Wöbke.  Foto: imago sportfotodienst

Die Skyliners stehen nach der Hinrunde auf einem Playoff-Platz. Vor dem Spiel gegen die Artland Dragons spricht Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke im Interview über seine Ziele mit dem hessischen Basketball-Bundesligisten.

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Die Skyliners stehen nach der Hinrunde auf einem Playoff-Platz. Vor dem Spiel gegen die Artland Dragons spricht Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke im Interview über seine Ziele mit dem hessischen Basketball-Bundesligisten.

Gunnar Wöbke hat eine Vision: Der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners will den hessischen Basketball-Bundesligisten zu einem Topklub in Europa formen. Die Infrastruktur mit einem vierköpfigen Trainerteam und einem Jugendkonzept ist gegeben. Was fehlt, ist eine wettbewerbsfähige Halle. Zum Auftakt der Rückrunde geht es heute (20 Uhr) für die Skyliners zu den Artland Dragons. Der 46 Jahre alte Klubboss blickt auf die Hinrunde und in die Zukunft.

Herr Wöbke, nach der Hinrunde steht Ihr Team auf dem achten Tabellenplatz. Hätten Sie damit nach den Verletzungen von Quantez Robertson und Marius Nolte sowie dem Abgang von Dawan Robinson gerechnet?

Unser oberstes Ziel war es, unsere jungen deutschen Spieler zu entwickeln. Das zweite, attraktive Spiele für unsere Fans zu bieten und das dritte, die Playoffs zu erreichen. Dementsprechend haben wir unser Team zusammengestellt. Durch die zahlreichen Verletzungen ist das infrage gestellt worden. Wir haben uns an unseren Zielen orientiert, nachverpflichtet und hatten bisher ein glückliches Händchen dabei.


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Nachdem sich Jacob Burtschi verletzt hat, haben Sie mit Dane Watts einen erfahrenen Spieler im Tryout. Ist das ein Fingerzeig, dass Sie unbedingt in die Playoffs wollen?

Ja, denn dies ist eines der Ziele – wenn auch nicht das wichtigste –, die wir vor der Saison festgelegt haben. Wir haben mit Jake einen erfahrenen Spieler verloren, der zudem einer der besten Dreierschützen und größten Kämpfer in der Liga ist. Wir haben daher einen Ersatz für ihn gesucht, der die gleichen Attribute hat und sich möglichst schnell bei uns und in der Liga zurecht findet. Dane Watts ist ein Power Forward, der auch als Center und so auch mit Burtschi zusammen auf dem Feld stehen kann. Daher könnte er gegebenenfalls auch im nächsten Jahr ein wichtiger Baustein in unserem Konstrukt sein.

Wie begeistert sind Sie von der Entwicklung Ihrer jungen deutschen Spieler?

Ich freue mich natürlich sehr, aber die Entwicklung überrascht mich nicht. Die Jungs trainieren hart und sind im Wesentlichen mit der richtigen Einstellung bei der Sache. Sie haben in unserem Trainingszentrum perfekte Voraussetzungen, tolle Trainer und ein Umfeld, das ihnen die nötige Zeit zum Wachsen lässt – auch wenn sie mal was falsch machen. Es liegt einzig und allein an ihnen, wie weit sie kommen. Ich sehe bei allen noch viel Potenzial nach oben.

Die jungen Spieler geben dem Klub wieder eine Identität und versprechen Kontinuität. Hat man das in den vergangenen Jahren vernachlässigt?

Nein, jedenfalls nicht fahrlässig. Quantez Robertson ist seit fünf Jahren bei uns, und wir haben auch versucht, Jimmy McKinney, der sechs Jahre bei uns war, einen neuen Vertrag zu geben. Wir haben einfach nicht die finanziellen Möglichkeiten gehabt, mehr Kontinuität zu schaffen, als wir geschaffen haben. Die Höhe des jährlichen Budgets und die Laufzeit unserer Sponsorenverträge bestimmen, wie viel Kontinuität möglich ist. Dass es uns in diesem Sommer gelungen ist, so viele Spieler längerfristig zu binden, liegt daran, dass fast alle unsere Sponsoren, inklusive unseres Hauptpartners Fraport, neue Dreijahresverträge mit uns geschlossen haben. Dadurch waren wir in der Lage, den Spielern langfristige Verträge zu geben. Wir machen jetzt im Grunde genau das, was wir schon in den Jahren 2002 und 2003 gemacht haben. 2004 sind wir dann Deutscher Meister geworden. Wir lagen aber 2004 im Budget deutlich höher als wir das jetzt im Verhältnis zu den anderen Bundesliga-Standorten tun.

Wo steht Ihr Klub derzeit im Ligavergleich was das Spielerbudget angeht?

Im unteren Drittel. Ohne die Investition von rund 250 000 Euro im Sommer von meinem Mitgesellschafter und mir, würden wir diesbezüglich auf einem Abstiegsplatz stehen.

Wieso haben Sie das gemacht?

Wir glauben an den Basketballstandort Frankfurt und wollen das Team in der Bundesliga halten, solange es mit dem Thema neue Multifunktionsarena weitergeht. Die grundsätzliche sportliche Konzeption, mit nur vier Ausländern spielen zu wollen, ist mittelfristig ausgelegt – sie ist aber viel weniger von unserem aktuellen Budget abhängig als man glauben mag, sondern insbesondere dem Umstand geschuldet, dass wir den jungen deutschen Spielern genug Spielanteile und Verantwortung einräumen wollten. Wenn wir vor der Saison vier Rookies statt der vier erfahrenen Ausländer verpflichtet hätten, hätten wir nicht investieren müssen, allerdings um den Klassenerhalt gekämpft. Unsere sportliche Perspektive für die nächste Saison wäre schlechter gewesen und alle – insbesondere die Zuschauer – hätten deutlich weniger Spaß an dieser Saison gehabt.

Die Ausschreibung der Multifunktionshalle verzögert sich seit zwei Jahren. Wie ist der Stand der Dinge?

Es gibt die Zusagen der Städte Frankfurt und Offenbach, die Multifunktionsarena zu fördern und die Grundstücke und die nötige Verkehrsinfrastruktur,einem privaten Betreiber oder Investor zur Verfügung zu stellen. Das Grundstück ist da, die verkehrliche Anbindung ist möglich, das Interesse von Nutzern, Investoren und Sponsoren ist da, was alles darauf hinweist, dass ein solches Projekt erfolgreich sein wird.

Welchen Einfluss hat die Ausschreibung auf die kommende Saison?

Eine sehr große. Sobald die Ausschreibung veröffentlicht und ordentlich verfasst ist, haben wir die Perspektive, dass Frankfurt in der BBL zukünftig wieder ein Spitzenteam sein kann. Es ist uns mit der Hilfe unserer Sponsoren und unseren Investitionen zu Lasten der Gesellschafter diesen Sommer noch einmal gelungen, die sportliche Basis für eine erfolgreiche Mannschaft hier in Frankfurt zu legen. Wir sind uns sicher, dass wir mit moderaten Budgetsteigerungen in den nächsten zwei, drei Jahren mindestens noch einmal eine sehr gute Playoff-Mannschaft sein können. Das wäre der richtige Aufbau für den Umzug in eine neue Arena. Das Mindestziel bis dahin ist aber natürlich immer der Klassenerhalt.

Wie lange können Sie das Team ohne die Entscheidung für die neue Arena in der Bundesliga halten?

Das ist spekulativ. Die wirtschaftlichen Entscheidungen dazu fällen wir gemeinsam in unserem Förderkreis. Grundsätzlich könnte Frankfurt sicher wirtschaftlich auch mal ein Jahr in der Zweiten Liga überleben. Dann wird es aber eng und man muss schauen, für welche Spieler Frankfurt dann die richtige Plattform darstellt.

Seit zwei Spielzeiten haben Sie keinen Trikotsponsor mehr. Woran liegt das?

Wir könnten das Trikot vermarkten, aber die Summe hat bislang nicht gestimmt. Außerdem gibt es gewisse Segmente, die einfach nicht zu uns passen. Uns ist es sehr wichtig, glaubwürdig in unseren Schulprojekten, in denen wir jede Woche mit über mit über 3000 Kindern Sport treiben, zu sein.

Besteht die Gefahr, dass Spieler wie Danilo Barthel im Sommer von anderen Teams abgeworben werden könnten?

Grundsätzlich nein, denn die Spieler haben alle Verträge. Außerdem bestehen erhebliche Zweifel, dass sich die Jungs bei anderen Teams auch nur annähernd so entwickeln könnten, wie sie das bei uns nächste Saison können.

Interview: Timur Tinç

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Quantez Robertson (Frankfurt) im Zweikampf mit Johannes Strasser (Artland Dragons).

Timur Tinç, unabhängiger Journalist ohne Vereinsbrille, schreibt im Blog über die Basketballer der Frankfurt Skyliners.

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