Muli Katzurin knurrt: „Mehr als 20 Offensivrebounds haben die sich geholt.“ Selbst zwei Tage nach der so nicht eingeplanten 70:73-Niederlage gegen Nijmegen im Halbfinale eines Vorbereitungsturniers in Würzburg zeigte sich der Trainer des Basketball-Bundesligisten Skyliners Frankfurt verstimmt. Zwar fehlten den Frankfurtern die verletzten Quantez Robertson und Devin Gibson. „Die Holländer waren aber noch von viel größerem Verletzungspech geplagt“, sagte Skyliners-Sportdirektor Kamil Novak. Sie waren gezwungen, in einer Sieben-Mann-Rotation zu agieren.
Katzurins Unmut über die Leistung konnte tags darauf auch ein 107:56-Kantersieg gegen UBSC Graz im kleinen Finale nicht gnädig stimmen, den Novak als „ein Muster ohne Wert“ bezeichnete.
Gut zwei Wochen vor dem Bundesliga-Auftaktspiel der Skyliners in Ludwigsburg versprüht Katzurin wenig Optimismus. „Im Moment sieht es danach aus, dass die Mannschaft in der Bundesliga ums sportliche Überleben kämpft“, sagte der Israeli am Montag am Rande eines Sponsorentermins.
Der Mann weiß um die Schwere der Mission. Deshalb fordert er dringend noch einen Center. So ein langer Kerl im Zentrum kostet Geld. Natürlich hat Katzurin den einen oder anderen Wunschspieler auf seinem Zettel. „Es gibt einige Kandidaten, die ich gut kenne. Aber die passen alle nicht ins Budget“, sagte Katzurin einen Tag vor der Abfahrt in ein einwöchiges Trainingslager im italienischen Treviso. Perspektivisch, fügte Novak hinzu, würden wir gerne auch noch „einen großen deutschen Flügelspieler“ verpflichten.
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Die Wünsche hört Geschäftsführer Gunnar Wöbke, nur müssen diese auch finanzierbar sein. „Wir haben wirtschaftlich den Anschluss an das obere Drittel der Liga verloren“, sagte Wöbke: „Das durchschnittliche Budget der Klubs hat sich in den letzten vier Jahren fast verdoppelt. Wir stagnieren seit einigen Jahren und fallen somit jedes Jahr weiter zurück.“
Die Lösung könnte die neue Multifunktionshalle sein. Das Problem sei das mehr oder weniger ausgeschöpfte Einnahmepotenzial im Sponsoring und Ticketing, so Wöbke. „Selbst in Jahren, in denen wir wie letzte Saison alle Werbeflächen vollständig vermarktet hatten, erreichen wir kaum noch das Durchschnitts-Budget der Liga. Frankfurt steht am Scheideweg.“ Da kann Katzurin noch so sehr knurren.
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