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Frankfurt Skyliners
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zum Basketball mit den Frankfurt Skyliners.

26. November 2012

Skyliners Frankfurt: Wie verwandelt

 Von Von Timur Tinç
Matchwinner Devin Gibson Foto: Storch

Die Frankfurt Skyliners zwingen den bisherigen Spitzenreiter Ulm dank beinharter Verteidigung in die Knie.

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Devin Gibson hatte am Sonntagabend allen Grund, sein breites und ansteckendes Grinsen aufzusetzen. „Give me a H“, brüllte er den 4220 Zuschauern nach dem 78:62 (35:31)-Erfolg der Frankfurt Skyliners über Ulm ins Hallenmikrofon entgegen. Der an der Schulter verletzte Marius Nolte hatte zuvor dem 23-jährigen Spielmacher kurzerhand das Mikrofon in die Hand gedrückt, um den Sieg gegen den bisherigen Tabellenführer mit einem Humba-Tänzchen vor den eigenen Fans zu feiern. „Marius hat mich dazu gezwungen“, sagte Gibson lachend, der mit 17 Zählern und sechs Assists der beste Mann auf dem Parkett war.

Druck von der ersten Minute an

Wer dem hessischen Basketball-Bundesligisten vergangene Woche bei dem 65:91 in Berlin zugesehen hatte, konnte nicht glauben, dass am Sonntag die gleiche Mannschaft auf dem Parkett stand – und das, obwohl neben Nolte auch Topscorer Ted Scott mit einer Oberschenkelverletzung ausgefallen war. „Wir haben uns vorgenommen, so etwas nie wieder zu zeigen“, sagte Danilo Barthel.
Von der ersten Minute an setzten die Skyliners den ballführenden Spieler der Ulmer unter Druck und forcierten insgesamt 23 Ballverluste. Das brachte Gäste-Coach Thorsten Leibenath derart auf die Palme, dass er seiner Mannschaft hinterher beschied, wie „Falschgeld“ herumgefallen zu sein. Für den Frankfurter Cheftrainer Muli Katzurin war es dagegen die Bestätigung, alles richtig gemacht zu haben. „Die Spieler sind bis an ihre Grenzen in der Verteidigung gegangen“, lobte der Israeli. „Außerdem haben wir viele Extras von vielen Spielern bekommen.“
Damit meinte der Übungsleiter vor allem Zachery Peacock. Erst am Sonntagvormittag hatte sich der Einsatz des 2,03 Meter großen Centers entschieden, der wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk unter der Woche überhaupt nicht trainieren konnte. „Er war der X-Faktor“, sagte Katzurin. In nur 16 Minuten erzielte Peacock 18 Punkte, 14 davon in der zweiten Halbzeit. „Er hat sehr klug gespielt“, lobte Katzurin.
Auf der Gegenseite schafften es die Hessen, Ulms Center John Bryant fast völlig aus dem Spiel zu nehmen. Der beste Schütze und Rebounder der Liga kam auf lediglich zehn Punkte. Eine „gute Leistung“ (Katzurin) zeigte dabei der 2,11 Meter lange Johannes Voigtmann gegen den 127-Kilo-Koloss Bryant.
Stets kühlen Kopf bewahrt

Gibson als Matchwinner

Über die gesamte Partie drückten die Skyliners mit ihrer Verteidigung der Partie ihren Stempel auf. Auch in der kritischen Phase behielten sie kühlen Kopf. Als die Gäste auf einen Punkt (42:43) herankamen, schalteten die Hessen erneut auf Vollgas und zogen mit einem 16:2-Lauf bis zum Ende des dritten Viertels davon.
„Die Spieler haben vollen Einsatz und Leidenschaft gezeigt“, lobte Katzurin seine Mannschaft, die er unter der Woche erbarmungslos durch die Trainingshalle gescheucht hatte. „Wir haben im Training kein bisschen an unserer Offensive gearbeitet. Nur an der Verteidigung“, beschrieb Gibson die Übungseinheiten. „Der Coach wollte, dass wir Druck, Druck und nochmals Druck machen“, sagte Gibson. „Das harte Training hat sich ausgezahlt.“
Mit vielen Tempowechseln, aggressiver Verteidigung und seiner guten Übersicht war Gibson der Matchwinner. „Wenn er im Rhythmus ist, das Momentum hat und sich wohlfühlt, kann er eine Menge unglaublicher Sachen machen“, schwärmte Katzurin. „Das war sein Abend.“

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Timur Tinç, unabhängiger Journalist ohne Vereinsbrille, schreibt im Blog über die Basketballer der Frankfurt Skyliners.

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