Um diese Frage zu beantworten, begeben sich die Autoren auf die Suche nach einer geeigneten Form und einem geeigneten Helden und gelangen dabei schließlich zum Comic und „von Donald Duck über Superman zu Bertrand Russel“. Auf mehreren Ebenen nähern sie sich dem Leben und der Philosophie des Mathematikers, Logikers und Philosophen an. Dabei führen sie auch sich selbst als Comicfiguren ein und begleiten selbstreferentiell den Entstehungsprozess des Comics.
Sehr ausführlich wird ein Vortrag geschildert, den der fast siebzigjährige Russel 1939 kurz nach Hitlers Angriff auf Polen an einer amerikanischen Universität vor Kriegsgegnern hält und in dem er anhand seiner Biographie in ein Denken einführt, welches mit Hilfe der Mathematik und der Logik die absolute Wahrheit zu finden versucht.
Wir präsentieren den Publikumspreis. Alle dürfen, sollen, müssen abstimmen. Mehr dazu in unserem Spezial Sondermann-Preis.
Gerade angesichts der Irrationalität des Krieges scheint es, als sei Wissenschaft die einzige Hoffnung. Doch auch Russel muss schließlich erkennen, dass selbst durch die Beantwortung grundlegender wissenschaftlicher Fragen die Probleme menschlichen Lebens noch gar nicht berührt sind.
Das exzellente, von dem griechischen Autoren Apostolos Doxiadis in Zusammenarbeit mit dem Informatiker Christos H. Papadimitriou entwickelte Skript wird von dem Zeichner Alecos Papadatos in klare, mit leicht karikativem Strich ausgeführte Bilder umgesetzt. Die abwechslungsreiche PC-Kolorierung erfolgte durch Annie di Donna.
Apostolos Doxiadis/Christos H. Papadimitriou/Alecos Papadatos: Logicomix - Eine epische Suche nach Wahrheit, Atrium-Verlag, Hamburg 2010, 351 Seiten, 24,90 Euro.