Wie jede gute Comic-Figur ist Pinkmützchen durch ein unverwechselbares Zeichen wiederzuerkennen, das im besten Fall – man denke an Popeye – dem Namen schon abzulesen ist.
Die großen Augen der Hauptfigur und ein reduziertes Gesicht erzeugen einen Cartoonartigen Stil. Pinkmützchen ist über vierzig und ihre – kaum verhohlen auf autobiographische Beobachtungen zurückgehenden – Erlebnisse beginnen auch mit den Blessuren, die das Älterwerden mit sich bringt. Rockkonzerte werden zur Tortur und Umkleidekabinen zu Geisterbahnen. Aber auch ganz alltägliche Paradoxien skizziert Gosejacob mit einer dem Internet angemessenen Leichtigkeit. Es gibt in den 152 bis zu dieser Besprechung erschienenen Episoden wiederkehrende Themen (Mädchentalk am Telefon, Liebhaber), aber vor allem herrscht der Eindruck der Freiheit des Fragments vor, die jede neue Episode zu einem unvorhersehbaren Ereignis machen.
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Die Welt von „Pinkmützchen“ ist erfrischend offen, das Private wird politisch und das Politische ragt ins Private. Diese Offenheit gilt auch für die verschiedenen Techniken, mit denen die Zeichnerin ihren Humor illustriert. Souverän setzt sie Tusche und Fotomaterial ein und mischt sie mit ihren Cartoonfiguren. Natürlich scheinen kulturelle Folien wie „Ally McBeal“ oder Roberta Gregorys „Bitchy Bitch“ durch, aber „Pinkmützchen“ versteht es, formal, stilistisch und im Ton eine ganz eigene Position zu entfalten, die aber wie ihre Vorbilder von einer unersättlichen Selbstironie geprägt ist.
Dagmar Gosejacob: Pinkmützchen. http://www.pinkmuetzchen.de/