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Abschiebehaft Ingelheim: Polizei täuscht meuternde Gefangene

Im Abschiebegefängnis Ingelheim haben sich Insassen mehrere Stunden verbarrikadiert. Als die Polizei eingreift, werden drei Insassen verletzt. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Gefangenenmeuterei.

Bereitschaftspolizisten bereiten sich vor dem Abschiebegefängnis Ingelheim auf ihren Einsatz vor: Gefangene hatten gegen die Abschiebung eines 25-Jährigen protestiert und sich verbarrikadiert.
Bereitschaftspolizisten bereiten sich vor dem Abschiebegefängnis Ingelheim auf ihren Einsatz vor: Gefangene hatten gegen die Abschiebung eines 25-Jährigen protestiert und sich verbarrikadiert.
Foto: ddp

Ingelheim. Sondereinsatzkräfte der Polizei haben am Montag nach mehreren Stunden eine Protestaktion von Insassen des Abschiebegefängnisses Ingelheim beendet. Dabei seien nach ersten Erkenntnissen drei Insassen leicht verletzt worden, teilte die Polizei am Abend mit. Zwei andere würden noch im Krankenhaus untersucht. Insgesamt hatten sich 22 Insassen verbarrikadiert.

Die Aktion hatte kurz vor Mittag begonnen, als sich ein 25-jähriger Mann aus Marokko gegen seine Abschiebung wehrte. Laut Polizei erklärten sich 21 andere Insassen mit ihm solidarisch und verbarrikadierten sich. In einer Presseerklärung betonte die Polizei, auf Deeskalation gesetzt zu haben.

In Gesprächen habe die Polizei die Demonstranten dazu bewegen können, die Barrikaden abzubauen, um Unterhändler nach draußen zu lassen. Diesen Augenblick hätten die SEK-Kräfte genutzt, um in den Trakt einzudringen und alle Insassen unter Kontrolle zu bringen. Gegen sie wird nun wegen Gefangenenmeuterei ermittelt.

Rund 60 Menschen demonstrierten im Anschluss an die Aktion am Abend in Mainz gegen Abschiebung. Gegen 21.45 Uhr habe sich die Demonstration aufgelöst. Zu Zwischenfällen sei es dabei nicht gekommen. (dpa)

Datum:  13 | 7 | 2009
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