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Afghanistan: Die streng geheime KSK

Einsätze der Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando-Spezialkräfte (KSK) unterliegen strenger Geheimhaltung. Einzelheiten gelangen daher nur gelegentlich an die Öffentlichkeit.

Berlin. Einsätze der Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando-Spezialkräfte (KSK) unterliegen strenger Geheimhaltung. Einzelheiten gelangen daher nur gelegentlich an die Öffentlichkeit - so wie jetzt in Zusammenhang mit dem Luftangriff auf Tanklaster Anfang September nahe des afghanischen Kundus und seinen katastrophalen Folgen. Allerdings steht außer Zweifel, dass die Bundeswehr auch generell bei ihrem schwierigen Afghanistan-Einsatz nicht auf die Fähigkeiten der Elitesoldaten verzichten möchte.

Die Elitetruppe KSK gibt es seit 13 Jahren. Sie war 1996 gegründet worden, nachdem belgische Soldaten 1994 in Ruanda festgehaltene Mitarbeiter der Deutschen Welle retten mussten, weil entsprechend ausgebildete deutsche Soldaten nicht zur Verfügung standen. Zu den Aufgaben der KSK gehören laut Bundeswehr besonders der Anti-Terrorkampf, das Evakuieren von Deutschen und das Befreien von Geiseln, daneben aber offensichtlich auch weitere militärische Aufgaben dort, wo es knifflig wird.

In Afghanistan waren bis zu hundert KSK-Soldaten zunächst von Dezember 2001 bis Oktober 2003 im Rahmen der US-geführten Mission "Enduring Freedom" an der Jagd auf Terroristen beteiligt gewesen.

Mehrere von ihnen sollen dort unbestätigten Medienberichten zufolge den Tod gefunden haben. Nach Berichten der britischen BBC waren die KSK-Kräfte im Osten Afghanistans auch an der umstrittenen Operation "Anaconda" im März 2002 beteiligt. Ziel amerikanischer, britischer, kanadischer und eben auch deutscher Spezialeinheiten sei es gewesen, 500 bis 1000 dort vermutete Kämpfer der Taliban und der El Kaida zu töten.

Nachdem die deutschen Elitekämpfer im Rahmen der OEF-Mission zeitweise offensichtlich eher für nachrangige Aufgaben wie Wachdienste und dann längere Zeit gar nicht mehr angefordert wurden, verzichtete die Bundesregierung Ende 2008 auf die Verlängerung des entsprechenden Mandats. Allerdings dürfen KSK-Soldaten, wie alle übrigen Bundeswehrangehörigen auch, weiterhin im Rahmen des Mandats für die internationale ISAF-Truppe in Afghanistan eingesetzt werden.

Angaben zu konkreten Einsätzen oder zum Umfang des KSK-Engagements gibt es selten und dann nur im Nachhinein. So halfen KSK-Soldaten bundeswehrinternen Angaben zufolge bei der Festnahme gegnerischer Kämpfer, die im Mai 2007 für einen Anschlag auf deutsche Soldaten verantwortlich gewesen sein sollen.

Der Verband mit dem Heimatstandort Calw im Schwarzwald hat eine Sollstärke von 1050 Mann. Die Zahl der eigentlichen Kommandosoldaten ist aber geheim und soll bei unter 500 liegen. Voraussetzung für die Aufnahme in die Eliteeinheit sind harte Eignungstests und eine dreijährige Spezialausbildung. Vorbild für das KSK waren bei ihrer Gründung die GSG 9 der Bundespolizei, die Spezialeinsätze für die innere Sicherheit übernimmt, aber auch ausländische Spezialtruppen wie die britische SAS.

Die KSK gliedert sich neben Stab und Unterstützungskräften in vier Kommandokompanien sowie eine Spezialkommandokompanie. Die Kommandokompanien bestehen ihrerseits aus bis zu fünf Spezialzügen, die jeweils für eine bestimmte Art von Einsätzen ausgebildet sind: Ein Zug für Land und Wüste, ein Fallschirmspezialzug, ein amphibischer Zug, ein Gebirgs- beziehungsweise Arktiszug und ein Fernspäh- oder Scharfschützenzug. Jeder hat in der Regel vier Kommandotrupps. (afp)

Datum:  10 | 12 | 2009
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