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Anklage wegen Steuerbetrugs: Für Wolski wird es enger

Jahrelang haben sich die Ermittlungen in dem heiklen Fall hingezogen. Im Herbst beginnt der Prozess gegen den Frankfurter Rechtsanwalt Michael Wolski wegen Steuerhinterziehung. Von Pitt von Bebenburg

Justizia ist wieder gefragt.
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Foto: ddp

Jahrelang haben sich die Ermittlungen in dem heiklen Fall hingezogen. Jetzt muss sich der Frankfurter Rechtsanwalt Michael Wolski vor Gericht verantworten, weil er eine erhebliche Summe an Steuern hinterzogen haben soll. Mitte Oktober beginnt vor dem Landgericht Darmstadt der Prozess gegen den 60-Jährigen, wie Gerichtssprecherin Christa Pfannenschmidt der Frankfurter Rundschau am Mittwoch bestätigte. Dabei kämen Fälle aus der Zeit 1999 bis 2003 zur Sprache.

Der Angeklagte ist der Ehemann einer der höchsten hessischen Richterinnen. Karin Wolski hat einen Sitz im Staatsgerichtshof inne. Als Favoritin des Offenbacher CDU-Vorsitzenden Stefan Grüttner, der Roland Kochs Staatskanzlei in Wiesbaden leitet, war Wolski 2005 als Oberbürgermeister-Kandidatin vorgesehen. Sie zog sich jedoch wegen der Vorwürfe gegen ihren Mann zurück.

Der Rechtsanwalt Michael Wolski soll sich Millionenwerte des schwerreichen Ignaz C. ergaunert und sie zudem nicht richtig versteuert haben. Gegen ihn laufen auch Verfahren wegen Parteiverrats (weil er den alten Mann als Rechtsanwalt vertrat) und wegen Untreue. Der Frankfurter Rechtsanwalt Jürgen Fischer, der im Auftrag von Sohn und Schwiegersohn des Ignaz C. tätig ist, erhebt den Vorwurf, dass auch Richterin Wolski Teil des Geflechts war. So sei ein teurer roter Ferrari vom Typ Maranello aus dem abgezweigten Vermögen auf sie zugelassen worden.

Auch ein Haus der Wolskis in Neu-Isenburg sei mit Geld von Margit C., Witwe von Ignaz C., bezahlt worden, so Fischer. Im Herbst hatte der damalige Justizminister Jürgen Banzer (CDU) auf eine Anfrage im Landtag mitgeteilt, es gebe "keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte" für eine Beteiligung von Karin Wolski. Wie lange sich der jetzt beginnende Prozess hinziehen wird, vermögen weder Gericht noch Staatsanwaltschaft zu sagen. Der Sprecher der Darmstädter Anklagebehörde, Ger Neuber, verwies jedoch darauf, dass vor der Wirtschaftsstrafkammer verhandelt werde. "Es ist umfangreicher, als wenn man es zum Amtsgericht hätte tragen können", sagte er. Klar sei auch, dass die Steuerfahndung im Laufe des Prozesses gehört werden müsse.

Ermittelt wird außer gegen Michael Wolski auch gegen die Witwe des alten Mannes, Margit C., wegen Untreue. Sie soll eng mit Michael Wolski befreundet sein und Vermögen ihres Mannes an den Freund weitergegeben haben. Dabei hätten die beiden mit Tricks gearbeitet, sagt Anwalt Fischer.

Jüngst wurde eine weitere Wendung ruchbar. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass Frau C. und Herr Wolski versucht haben sollen, eine millionenteure Luxuswohnung in Cannes auf sich übertragen zu lassen - und dazu behauptet hätten, dass Ignaz C. noch lebe. Die Zeitung berief sich auf eine Immobilienmaklerin, die von dem Paar als Dolmetscherin eingeschaltet worden sei - und die sich "entsetzt" über das Gebaren äußere.

Autor:  Pitt von Bebenburg
Datum:  6 | 8 | 2009
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