kalaydo.de Anzeigen

Bahnhofstest Hattersheim: Bahnhof mit steilen Stufen

Der Begleitservice der Selbsthilfe im Taunus und die kostenlosen Parkplätze für Pendler sind echte Lichtblicke am Hattersheimer Bahnhof. Vielmehr hat die Station aber auch nicht zu bieten. Von Gesa Fritz

Das Bahnhofsgebäude in Hattersheim ist gepflegt, aber nicht immer geöffnet.
Das Bahnhofsgebäude in Hattersheim ist gepflegt, aber nicht immer geöffnet.
Foto: Schick/FR

Es gibt echte Lichtblicke am Hattersheimer Bahnhof. Da sind beispielsweise die netten Männer in den leuchtend gelben Jacken und den roten Shirts. Mit wachem Blick halten sie nach Hilfsbedürftigen Ausschau. Sie nehmen älteren Damen ihr Gepäck ab, tragen Kinderwagen und Fahrräder die Treppen hoch und runter.

Wenn nachts die Vandalen gewütet haben, klauben sie schon mal die Mülleimer aus dem Gebüsch und bringen sie wieder an ihren angestammten Ort. Sie helfen auf Wunsch beim Lösen der Fahrkarten am Automat. Und sie vermitteln ein Gefühl der Sicherheit auf einem einsam gelegenen Bahnhof, auf dem es keine Notrufsäulen gibt. Die Telefonzelle war zum Test-Zeitpunkt kaputt.

Testnoten
Hattersheim

Erreichbarkeit: schlecht ausgeschildert, aber kostenloses Parken 4 Punkte

Wege: kaum Schilder, keine Querungshilfen 1 Punkt

Wartezeit: wenig Sitzplätze, kein Zeitvertreib 1 Punkt

Service: werktags helfen Servicemitarbeiter 3 Punkte

Sicherheit und Sauberkeit: wenig einladend 3 Punkte

Barrieren: jegliche Rampen fehlen 1 Punkt

Gebäude: kein eigenes Gebäude 1 Punkt

Gesamturteil: Kein Ort zum Verweilen. Mit Rollstuhl, Fahrrad oder Buggy sollte man ihn meiden. Gesamtnote: 2 Punkte

Fahrgastaufkommen: rund 3000 Reisende pro Tag

Zahl der Gleise: 3

Zahl der ausgewiesenen Parkplätze (inkl. P+R): 100

Zahl der Fahrradboxen: 3

Seit rund zwei Jahren gibt es den Begleitservice der Selbsthilfe im Taunus (SiT) am Bahnhof. Von Montag bis Freitag stehen in der Zeit von 7 bis 17 Uhr mindestens zwei der Mitarbeiter auf dem Bahnsteig. 2600 Euro pro Monat lässt sich die Stadt den Begleitservice kosten.

Der Service ist auch dringend erforderlich. Zu den Gleisen, über die die Züge in Richtung Frankfurt oder Wiesbaden fahren, führt nur eine steile Treppe.

Eine Rampe für Kinderwagen oder Fahrräder fehlt hier komplett, an einen Aufzug für Rollstuhlfahrer oder Rolltreppen für Gehbehinderte ist gar nicht zu denken. Rampen gibt es am Weg durch die schmuddelige Unterführung, die von Hattersheim in Richtung Okriftel führt.

Wie lange das Projekt dauert, ist ungewiss. Derzeit muss von Jahr zu Jahr neu entschieden werden, ob sich die Stadt einen für alle zugänglichen Bahnhof leisten will. Und weiter gilt: Am Wochenende und nach 17 Uhr sollten Menschen, die die Stufen nicht alleine überwinden können, den Hattersheimer Bahnhof besser meiden.

Zu den ansprechenden Seiten der Hattersheimer Station gehört das gepflegte, altrosa Bahnhofsgebäude. Es beherbergt aber nur das Stadtteilbüro, einen Fahrkartenschalter sucht man hier vergebens, ebenso wie einen Kiosk. Im Gebäude gibt es saubere, kostenlose Toiletten für die Reisenden, auch sechs Stühle bieten sich als trockene und warme Warteplätze an.

Allerdings sind die Gleise zwei Treppen entfernt und das Gebäude ist nur während der Öffnungszeiten des Stadtteilbüros zugänglich. Sein Ticket muss man an den Fahrkartenautomaten lösen. Allerdings ist die Schrift in den Displays extrem schlecht sichtbar. Glücklich, wer zwischen 7 und 17 Uhr ein Ticket braucht, dann helfen wieder die SiT-Mitarbeiter.

Die Station in Hattersheim ist nur ein kleiner Bahnhof, kein zentraler Knotenpunkt. Hier verweilt niemand unnötig. Wer hier umsteigt, wechselt aufs Fahrrad, ins Auto oder in den Bus. Und in diesem Bereich hat der Bahnhof auch seine Stärken: Im alten Bahnhofsgebäude vermietet die Stadt für 50 Euro pro Jahr verschließbare Fahrradboxen, weitere kostenlose, teils überdachte Stellplätze, gibt es im Freien. Die Bushaltestellen sind nur wenige Schritte entfernt, auch die Hattersheimer Innenstadt ist schnell erreicht.

Und wichtig für alle Pendler: Die Parkplätze sind kostenlos. Allerdings sollten Autofahrer wissen, wo der Bahnhof ist. Denn wenn das erste Hinweisschild am Straßenrand auftaucht, ist auch die S-Bahn-Station schon in Sichtweite.

Autor:  Gesa Fritz
Datum:  7 | 4 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Anzeige

Top Stellenangebote

Anzeige

 

Staumelder

Staumelder 11 Staus mit einer Gesamtlänge von 54km
Zu den Staumeldungen
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Eintracht Frankfurt
Im März 2010 war Bastian Oczipka von Bayer zum FC St. Pauli ausgeliehen.
Linksverteidiger 
Turkish Airlines ist als Sponsor im Gespräch.
Eintracht Frankfurt 
        

In seinen Hochzeiten auch Eintracht-Kapitän: Chris.
Eintracht Frankfurt 
Eintracht Frankfurt zieht Bilanz 

Frankfurter Rundschau im Abo