Bei den Protesten gegen Missstände an Schulen und Universitäten sind am Mittwoch in Mainz Demonstranten auch in das Abgeordnetenhaus des rheinland-pfälzischen Landtags eingedrungen. Mitarbeiter der Landtagsfraktionen berichteten, die Demonstranten hätten unter anderem auf den Fluren Parolen gerufen und seien dann wieder abgezogen.
Eine CDU-Sprecherin sagte, dass eine nur wenige Stunden zuvor eröffnete Fotoausstellung der Fraktion über den Volksaufstand in der DDR beschädigt worden sei. Eine dazu ausgestellte DDR- Schreibmaschine sei geklaut, mehrere Bilder seien beschmiert worden.
In dem Abgeordnetenhaus haben die Parlamentarier und ihre Fraktionen Büros und Sitzungsräume. Insgesamt haben in Mainz mindestens 2000 Schüler und Studenten an dem bundesweiten Bildungsstreik teilgenommen. Gemeinsam mit den Studenten demonstrierten Vertreter der Gewerkschaften sowie der Grünen Jugend und der Linken.
Bei mehreren Kundgebungen auf der Strecke forderten Vertreter des AStA die Abschaffung von Bachelor und Master als Regelabschlüsse, die Abschaffung von Studiengebühren und den Abbau von Zulassungsbeschränkungen zur Universität.
Vertreter der Schülerschaft setzten sich gegen das Zentralabitur, die Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium auf acht Jahre (G8) und das dreigliedrige Schulsystem ein. Sie trugen Plakate mit den Aufschriften "Elite-Unis sind ungeil", "Reiche Eltern für alle" und "Bildung ist unser Kapital".
Klaus-Peter Hammer, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), forderte bei einer Kundgebung, dass der Staat mehr für Bildung ausgeben müsse. Seit Einführung der Studiengebühren seien die Staatsausgaben aber immer weiter gesunken.
"Wenn Bildung das höchste Gut ist, dann muss auch in sie investiert werden", sagte Hammer. An dem Bildungsstreik nehmen 75 Hochschulen bundesweit teil. In Rheinland-Pfalz wird in Mainz, Trier und Worms gestreikt. (ddp/dpa)

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