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Bürger-Meister: Wegweiser für eine bessere Welt

Ilona Koglin, 34, und Marek Rohde, 44,  erfanden die Plattform Für eine bessere Welt.
Ilona Koglin, 34, und Marek Rohde, 44, erfanden die Plattform "Für eine bessere Welt".

Mein Mann und ich haben in Deutschland einen Bewusstseinswandel festgestellt: Immer mehr Menschen, die früher nichts mit Ehrenamt anfangen konnten, merken, dass sich in der Gesellschaft etwas ändern muss. Laut Familienministerium würde sich ein Drittel der Deutschen gerne engagieren, hat aber keinen Anknüpfungspunkt. Ein Drittel der Bevölkerung! Wir dachten uns: Wir müssen es schaffen, diesen Menschen zu zeigen, wie und wo sie sich einsetzen können.

Also haben wir uns entschlossen, das zu tun, was Journalisten am besten können: darüber schreiben. 2007 haben wir das crossmediale Projekt "Für eine bessere Welt" gegründet. Auf der Plattform www.fuereinebesserewelt.info berichten wir über Umweltschutz, soziale Themen, Politik, Wirtschaft. Wir weisen auf Veranstaltungen und Aktionen hin und stellen ehrenamtliche Organisationen vor.

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Ilona Koglin, 34, und Marek Rohde, 44, erfanden die Plattform "Für eine bessere Welt".

In den Medien geht es meistens um Skandale, skrupellose Manager, die sich die Taschen voll machen. Es ist aber genauso wichtig, positive Vorbilder zu zeigen. In Deutschland gibt es wahnsinnig viele Menschen, die sich engagieren - ob sie nun Initiativen ins Leben rufen oder einfach nur Nachbarschaftshilfe leisten. Außerdem haben wir festgestellt, dass kleinere Organisationen zu wenig Geld und Personal haben, um sich zusammenzuschließen - diese Menschen wollen wir vernetzen.

Wir führen auch Interviews, zum Beispiel mit dem Theologen Eugen Drewermann oder Jakob von Uexküll, dem Gründer des Alternativen Nobelpreises und des Weltzukunftsrats. Und wir sprechen mit den "Hidden Heroes" - also mit Leuten, die mit ihrem Engagement nicht im öffentlichen Fokus stehen.

Eine wesentliche Frage ist immer, was jemanden dazu treibt, sich freiwillig zu engagieren, und wie sich das mit Job und Familie vereinbaren lässt. Wir betreiben die Plattform nebenher - abends und am Wochenende zu arbeiten, ist bei uns durchaus normal. Das positive Feedback gibt uns immer wieder Power. Wir präsentieren unser Projekt bei Veranstaltungen, lernen viele Leute kennen, die Nutzerzahlen steigen. Besonders wichtig ist es uns, den Leuten Mut zu machen. Vielleicht kann der Einzelne nur wenig ausrichten. Aber es lohnt sich, weil viele andere auch etwas tun - zusammen ergibt es ein großes Ganzes.

Aufgezeichnet von Jutta Maier

Datum:  19 | 9 | 2008
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