Mehr als 20 Verhandlungstage lang hat er den Prozess zielstrebig geführt. Manchmal zeigte er sich aber auch geduldig und großzügig. "Mit Rücksicht auf die Historie dieses Krieges" wolle er nicht über die Zulässigkeit jeder Frage streiten, erklärt Richter Buss einmal.
Er wusste schließlich um die lange Geschichte des Familienzwists, der seit einem Jahrzehnt tobt. Zuweilen wurde der Streit über Millionenbeträge, Liebe und Hass auch in diesem Verfahren ausgebreitet, in dem es eigentlich um Steuerhinterziehung gehen sollte. Dann wiegte Buss sein fast kahles Haupt, als könne er nicht glauben, was ihm alles aufgetischt werde.
Richter Buss hat als Vorsitzender der Wirtschafts-Strafkammer am Landgericht Darmstadt schon einiges gesehen. Vor drei Jahren urteilte er über das Schmiergeld-System von zwei Siemens-Managern. Beide Manager kamen mit Haftstrafen auf Bewährung davon. Einen Deal mit den Angeklagten hatte Buss abgelehnt, genau wie im Wolski-Prozess. (pit)

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