27. September 1951: Der Bundestag in Bonn erkennt die deutsche Verantwortung für die Verbrechen an den Juden während des Nationalsozialismus an. Ein erster offizieller Schritt zur Annäherung an Israel ist gemacht. Ein halbes Jahr später stimmt die Knesset der Aufnahme von Verhandlungen über "Wiedergutmachung" zu.
10. September 1952: Das sogenannte Wiedergutmachungsabkommen wird in Luxemburg von Bundeskanzler Konrad Adenauer und Israels Außenminister Mosche Scharett unterzeichnet. Darin werden 3,5 Milliarden Mark zur Entschädigung von Holocaust-Überlebenden zugesagt. Israel, das Land im Aufbau, braucht das Geld dringend. Im ersten Jahr machen die Reparationszahlungen 87,5 Prozent seiner Ökonomie aus.
14. März 1957: Israels Ministerpräsident David Ben-Gurion und Adenauer treffen sich im Waldorf-Astoria in New York - eine Sensation. Die Gespräche verlaufen überraschend positiv. Beide finden einen Draht zueinander.
12. Mai 1965: Unter Bundeskanzler Ludwig Erhardt und Premier Levi Eschkol werden diplomatische Beziehungen formalisiert. Aus Protest brechen zehn arabische Staaten ihre Beziehungen zu Bonn ab, setzen aber die Drohung nicht um, nun die DDR anzuerkennen. Die Ankunft des ersten deutschen Botschafters in Tel Aviv löst in Israel Proteste aus. Viele verbinden die Bundesrepublik noch mit Nazi-Deutschland. Dennoch entstehen in den Folgejahren die deutsch-israelische Handelskammer sowie eine deutsch-israelische Parlamentariergruppe.
5. September 1972: Die palästinensischen Terrorgruppe "Schwarzer September" überfällt das israelische Olympiateam in München. Der Befreiungsversuch durch die Polizei scheitert, alle elf Athleten kommen ums Leben - eine schwere Belastungsprobe für das zwischenstaatliche Verhältnis.
1. Dezember 1989: Bundeskanzler Helmut Kohl versichert in einem Brief der israelischen Regierung, dass von einem vereinten Deutschland keine Bedrohung ausgehen werde. Die erste frei gewählte Volkskammer der DDR bemüht sich um Aufnahme zu Beziehungen nach Israel.
17. Januar 1991: Der erste Golfkrieg beginnt, in dessen Verlauf Irak Scud-Raketen auf Israel schießt. Deutsche Firmen sind in die irakische Beschaffung von Kampfgas verwickelt. Die Bundesrepublik sagt Israel daraufhin Militärhilfen von einer Milliarden Mark zu. Neben den Anti-Raketengeschützen vom Typ Patriot werden zwei U-Boote der Delphin-Klasse finanziert.
Oktober 2006: Nach dem zweiten Libanonkrieg übernimmt die deutsche Marine im Rahmen des UNIFIL-Mandats die Überwachung der Küste, um Waffenschmuggel an die Hisbollah zu verhindern.
17. März 2008: In Jerusalem finden die ersten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen statt.