Cornelia Diekmann, Beisitzerin im Ortsverband Bessungen und ehemalige Sozialdezernentin: "Die SPD ist in der Zwickmühle. Sie versteht sich als Mitte und versucht, zwischen den beiden Koalitionspartnern auszugleichen. Das geht zu Lasten der SPD, während FDP und Grüne ihr Profil stärken. Bei der Nordostumgehung geht es jetzt um bauen oder nicht bauen. Da geht kein Schlingerkurs mehr, die SPD muss bei ihrem Ja bleiben. Wenn es nicht anders geht, muss sich die SPD einen anderen Koalitionspartner suchen. Natürlich sind die Belange der Bürger zu berücksichtigen. Aber dieser Fehler wurde schon gemacht, als die Frage des Bürgerentscheids thematisiert wurde. Da hätte die SPD nicht abwarten dürfen, sondern schon damals die Bürger informieren müssen."
Günter Heilmann, Vorsitzender im Ortsverein Waldkolonie: "Das Ergebnis des Bürgerentscheids hat mich überrascht, und ich weiß noch nicht, was man davon halten soll. Genossen, mit denen ich gesprochen habe, konnten mir auch noch keine rechte Antwort geben. Ich bin gespannt, was sich da jetzt für ein Ergebnis in der SPD rauskristallisiert, wie wir in der Koalition damit umgehen. Ich sehe da noch keine fertige Option, um in die Verhandlung zu gehen."
Monika Bradna, stellvertretende Vorsitzende im Ortsverein Martins- und Johannesviertel: "Wir haben uns als Partei in Darmstadt neu aufgestellt. Wir haben zwei junge, neue stellvertretende Vorsitzende, die sehr aktiv sind. Da sind wir auf einem guten Weg. Die Partei muss aber in Darmstadt auch mehr Position beziehen. Die Fraktion ist in der Koalition eingebunden, doch die Partei ist da freier und sollte das wahrnehmen."
Julia Plehnert, Sprecherin der Jusos Darmstadt: "Der Bürgerentscheid hat klar gezeigt, dass die SPD mehr mit den Bürgern reden muss. In Zukunft könnten Ansätze wie der Bürger-Workshop am Sonntag zur Umgestaltung des Oberwaldhauses hilfreich sein."

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