Der geplante Neubau für die European Business School (EBS) steht erneut in der Kritik. Die Bürgerliste Wiesbaden (BLW) protestiert gegen den Architektenwettbewerb für das Gelände des alten Amts- und Landgerichts zwischen Moritz-, Oranien-, Gerichts- und Albrechtstraße. Der Fraktionsvorsitzende Michael von Poser will nicht mehr Sachverständiger beim Wettbewerb sein und das Gremium verlassen.
Insgesamt haben sich 147 Architekturbüros um die Teilnahme am Wettbewerb beworben; seit Donnerstag steht fest, dass 25 Architekturbüros teilnehmen dürfen. Fünf von ihnen hatte das Hessische Immobilienmanagement (HI), das den Wettbewerb auslobt, von vornherein gesetzt. An diesen fünf entzündet sich die Kritik der Bürgerliste. "Soweit aus Internetdarstellungen ersichtlich, sind die Büros alle Vertreter eines kompromisslosen Kontrastmodernismus mit den bekannten Einfachformen und Glaskonstruktionen", sagt Karl-Heinz Maierl, Leiter der BLW-Fraktionsgeschäftsstelle.
Namentlich führt die Bürgerliste das Büro MSM Meyer Schmitz-Moorkramer und das Büro Schweger an. MSM Meyer Schmitz-Moorkramer soll das umstrittene Gebäude der Deutsche Anlage Leasinggesellschaft (DAL) am Schiersteiner Hafen errichten. Der preisgekrönte Schweger-Entwurf für einen Neubau auf dem Dern´schen Gelände wurde 1994 durch einen Bürgerentscheid verhindert, den Michael von Poser initiierte.
Laut Bürgerliste bevorzugten die Architekten in der Jury ebenfalls Bauten aus Beton und Glas. Der Wettbewerb sei mithin einseitig ausgerichtet.Dem widerspricht Benjamin Hossbach entschieden. Sein Büro Phase 1 organisiert den Architektenwettbewerb und hat die Hessische Immobilienmanagement bei der Auswahl der fünf gesetzten Teilnehmer beraten. Alle fünf Büros seien solide und verfügten über Erfahrungen mit der sensiblen Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden wie auch mit Universitätsbauten, sagt Architekt Hossbach.
Bei Wettbewerben sei es zudem üblich, durch gesetzte Teilnehmer eine gewisse Qualität zu gewährleisten und dies durch die Veröffentlichung von deren Namen nach außen zu signalisieren. "Dann kann man bei der Auswahl der anderen Teilnehmer auch einmal mutiger sein und jüngere Kollegen mit weniger Erfahrung dazunehmen."Die Architektursprache der 25 Wettbewerbsteilnehmer sei außerdem verschieden, auch die der fünf gesetzten Büros sei unterschiedlich. Die Architekten in der Jury seien alle sehr renommiert. "Die pauschale Kritik von Herrn von Poser ist unqualifiziert, es ist ein rein politisches Statement", sagt Hossbach. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung habe sich von Poser jedoch entzogen, indem er am Donnerstag postwendend die Sitzung verließ.

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