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Ein heftiger Familienstreit als Hintergrund: Das Geld des Ignaz C.

Ein Sohn und der Schwiegersohn von Ignaz C., dem verstorbenen Frankfurter Immobilien-Unternehmer, sind erbost darüber, dass Millionensummen aus dem Vermögen des Vaters und Schwiegervaters an das Ehepaar Wolski flossen. Es sei "ergaunert".

Ein Sohn und der Schwiegersohn von Ignaz C., Janusz Pomer, sind erbost darüber, dass Millionensummen aus dem Vermögen des Vaters und Schwiegervaters über Margit C. an das Ehepaar Wolski flossen.
Ein Sohn und der Schwiegersohn von Ignaz C., Janusz Pomer, sind erbost darüber, dass Millionensummen aus dem Vermögen des Vaters und Schwiegervaters über Margit C. an das Ehepaar Wolski flossen.
Foto: Getty

Ein ungewöhnlich scharfer Familienstreit ist der Hintergrund, wenn die Justiz die Geldflüsse an den Rechtsanwalt Michael Wolski aufzuklären versucht. Das Geld stammt aus dem Vermögen des inzwischen verstorbenen Frankfurter Immobilien-Unternehmers Ignaz C., der es noch zu Lebzeiten an seine Ehefrau Margit C. überschrieb.

Rechtsanwalt Michael Wolski arbeitete für das Unternehmen. Seine Frau Karin Wolski, die heute als Richterin am Hessischen Staatsgerichtshof tätig ist, freundete sich nach Angaben ihres Anwalts mit Margit C. an.

Verdacht 2: Untreue

Sachverhalt: Seit 2003 ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Michael Wolski und Margit C. wegen des Verdachts auf Untreue. Es geht um Millionen-Beträge, die ohne ersichtlichen Grund aus dem Vermögen des alten Ignaz C. über Margit C. an Wolski gegangen sein sollen. Bisher wurde nicht Anklage erhoben.

Auch gegen Karin Wolski wurde 2009 in dieser Angelegenheit kurzzeitig ermittelt. Sie sei jedoch nur aus formalen Gründen in die Akten aufgenommen worden, erläuterte das Justizministerium. Am gleichen Tag sei das Verfahren gegen sie eingestellt worden, weil es keinen hinreichenden Tatverdacht gebe. Ergänzend wurde festgestellt, dass mögliche Vorwürfe gegen sie auch nicht mehr aufgenommen werden könnten, weil sie verjährt wären.

Michael Wolskis Anwalt sagt, dass sich sein Mandant nicht strafbar gemacht habe. Margit C. war für die FR nicht zu sprechen.

Bemerkenswert: Die Opposition im hessischen Landtag wundert sich, warum das Verfahren gegen Karin Wolski eingestellt wurde, ohne dass sie in diesem Zusammenhang vernommen wurde. Allerdings war Karin Wolski, anders als ihr Mann, nicht für die Unternehmensgruppe C. tätig. (pit)

Ein Sohn und der Schwiegersohn von Ignaz C., Janusz Pomer, sind erbost darüber, dass Millionensummen aus dem Vermögen des Vaters und Schwiegervaters über Margit C. an das Ehepaar Wolski flossen.

Pomer behauptet, dass sich Michael Wolski zuerst die Zuneigung und dann das Geld der C.s "ergaunert" habe. Dafür habe er den Firmenchef Ignaz C. "systematisch belogen und hinters Licht geführt", ihn ins Altersheim gebracht und von den eigenen drei Kindern abgeschottet, sagt der Schwiegersohn. Dann habe Wolski dafür gesorgt, dass Ignaz C. sein gesamtes Vermögen auf seine Gattin Margit C. übertragen habe - die Wolski sich vorher "hörig" gemacht habe, wie Pomer behauptet. Geld, Immobilien und Autos seien von Margit C. an Wolski geflossen und auch an dessen Gattin Karin Wolski. Eine "Absurdität" seien "Honorarzahlungen im Vorhinein, zumal in sechsstelliger Höhe oder in Form von Sachwerten in sechsstelliger Höhe, wenn sie aus dem Vermögen einer Person geleistet werden, die hierauf und auf die Auftragserteilung keinen Einfluss nehmen kann", heißt es in einem Schriftsatz von Pomers Anwalt Jürgen Fischer.

Die Wolskis äußern sich bisher nicht zu einzelnen Vorwürfen, aber ihre Anwälte haben bei einer Pressekonferenz eine ganz andere Version geschildert. "Herr C. wusste auch von der Unrichtigkeit der Anschuldigungen gegen die Familie Wolski und verurteilte diese aufs Schärfste", heißt es in einer Pressemitteilung der Wolski-Anwälte Hanno Durth und Joachim Bremer. Freiwillig und mit guten Gründen habe sich der reiche Mann von seinen Söhnen losgesagt.

Die Wolski-Anwälte verteilten eine Eidesstattliche Erklärung von Ignaz C., die er 2004 unterschrieben hatte. Er sei "grenzenlos enttäuscht über die Hinterhältigkeit und Heimtücke" seines Schwiegersohns und seines Genfer Sohns Daniel, heißt es darin. Beide bespitzelten ihn. Zudem habe er dem Schwiegersohn Pomer große Summen Geldes zukommen lassen. Ignaz C. nennt den Schwiegersohn in der Eidesstattlichen Erklärung einen "Mitgiftjäger".

Die angegriffenen Verwandten C.s halten dieses Dokument nicht für belastbar. Es sei ein Papier, "bei dem Ignaz C. ganz offenkundig die Hand geführt wurde", sagt Pomers Anwalt Jürgen Fischer. Sein Verdacht: Es sei von den Wolskis zur "Beutesicherung" aufgeschrieben und dem alten Mann zur Unterschrift "untergeschoben" worden.

Besonders makaber ist die scharfe Auseinandersetzung um die Gesundheit des alten Ignaz C., der von den Nazis als Jude ins Konzentrationslager gesperrt worden war. In seiner Eidesstattlichen Erklärung heißt es, sein Schwiegersohn Pomer habe ihm "sogar eine Öffnung in meinen Schädelknochen gelegt, die sich heute als völlig überflüssig erweist". Pomers Anwalt Fischer empört sich darüber. Die Passagen seien "Frankenstein-Phantasien" von Michael Wolski, die dieser Ignaz C. untergeschoben habe.

Schon einmal wurde der jahrelange erbitterte Familienstreit zum Politikum - als nämlich Karin Wolski 2005 ihre CDU-Kandidatur zum Oberbürgermeister-Amt der Stadt Offenbach wegen der Vorwürfe gegen ihren Mann fallen ließ. Nun verhandelt das Gericht gegen ihn wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung, weswegen die Sache wieder hoch kocht. (pit)

Datum:  28 | 10 | 2009
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